BYD Company Limited und Geely haben angeblich Interesse an ehemaligem Mercedes-Nissan-Werk in Mexiko
BYD Company Limited (SEHK:1211) und Zhejiang Geely Holding Group Limited gehören zu einer kleinen Gruppe von Bietern in der Endrunde für die Übernahme des gemeinsamen Fertigungswerks von Nissan und Mercedes-Benz in Aguascalientes, Mexiko. In diesem Werk werden derzeit der Mercedes-Benz GLB produziert und zuvor Infiniti-Modelle montiert. Die Fabrik wird aktuell heruntergefahren, da Mercedes-Benz die GLB-Produktion nach Ungarn verlagert und Nissan die Produktion von Infiniti-Crossovern mit geringem Absatz an diesem Standort einstellt. Laut Reuters verfügt das Werk über eine Kapazität von rund 230.000 Fahrzeugen pro Jahr, was einem der chinesischen Automobilhersteller sofort ein funktionsfähiges Exportzentrum mit bestehenden Logistikverbindungen für Mexiko und ganz Lateinamerika bieten würde.
Mexikanische Bundesbehörden haben stillschweigend versucht, neue chinesische Investitionen in die Automobilindustrie aufgrund von Druck aus den USA und anstehenden USMCA-Überprüfungen zu bremsen. Die Behörden auf Bundesstaatsebene hingegen stehen dem chinesischen Kapital weiterhin meist positiv gegenüber, da sie das Arbeitsplatzpotenzial sehen. Für BYD oder Geely würde die Sicherung des Standorts Aguascalientes die regionale Strategie beschleunigen, indem nordamerikanische Produktionskapazitäten ohne lange Vorlaufzeiten, hohe Investitionen und politische Sichtbarkeit eines Neubaus geschaffen werden. Gleichzeitig wären sie in unmittelbarer Nähe zum US-Markt positioniert, auch wenn die anfängliche Produktion vor allem auf Mexiko und Lateinamerika statt auf direkte US-Exporte ausgerichtet wäre.
Der strategische Vorteil besteht in einer Diversifizierung weg von der Produktion in China angesichts von Zöllen, was als Absicherung gegenüber einer auf Brasilien oder Europa ausgerichteten Kapazität gilt. Für Mercedes-Benz und Nissan würde ein Verkauf helfen, die weltweiten Produktionsstandorte zu rationalisieren, indem ein unterausgelastetes Joint-Venture-Werk, das mit eingestellten oder verlagerten Modellen verbunden ist, geschlossen wird. Dadurch könnte Kapital für margenstärkere Programme freigesetzt werden. |