Diese Frage ist durchaus interessant und auch absolut berechtigt.
Bell & Howell (Jahresumsatz von rd. 220 Mio. € und ein EBIT von um die 15 Mio. €) ist nach wie vor in der AG und auch nicht in einer Inso bzw. in den USA in Chapter 11, da es bei Bell & Howell offensichtlich ein anderen Finanzierungsrahmen gibt wie bei den überführten Böwe-Gesellschaften in eine GmbH. Würde ja auch einen Sinn geben, denn Bell & Howell wurde ja erst zu 50% in 2004 und dann zu 100% in 2005 gekauft. Zudem ist ja die Produktpalette von Bell & Howell mit den Postsortiermanschienen inkl. Handscanner (wurde ja vor einem Jahr verkauft an Eastman Kodak) eine völlig andere ist wie die von Böwe mit den Hochleistungskuvertieranlagen.
So weit so gut und das dürften mal die oberflächlichen Fakten über die Böwe US-Tochter Bell & Howell sein. Viel mehr weiß man nicht.
Aber und jetzt kommt ein ganz großes Aber, denn man weiß ja nicht wie hoch die Verbindlichkeiten bei Bell & Howell sind (sehr wahrscheinlich sehr hoch - dreistelliger Mio. € wohl sicher) und man weiß nicht wie die aktuelle Auftragslage bei Bell & Howell ist. Das sind dann schon zwei ganz entscheidende Faktoren über die man nichts weiß. Es ist aber anzunehmen, dass die Auftragslage nicht allzu gut sein dürfte. In den USA lahmt die Konjunktur nach wie vor und teure Postsortmaschinen werden wohl in diesen unsicheren Wirtschaftszeiten nicht allzu häufig bestellt werden. Dann kommt für Bell & Howell hinzu, dass der wieder erstarkte US-Dollar Exporte nach Europa teurer machen. Zumal bei den Postsortiermaschinen Siemens recht gut aufgestellt ist mit ihrer Produktion am Bodensee. Dann kommt noch hinzu, dass Kunden aufgrund der Insolvenz von der Mutter Böwe sicher vorsichtig sind bei Bell & Howell.
Insgesamt gesehen ist die US-Tochter Bell & Howell eine Black Box und nichts anderes. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und spekuliere, dass Bell & Howell über kurz oder lang in Chapter 11 gehen wird. Ich denke, dass gerade Bell & Howell dafür gesorgt hat, dass kein Investor bei Böwe eingestiegen ist und deshalb der Insoverwalter die "alte" Böwe inkl. dem ehemaligen Joint Venture Lasermaxx in eine GmbH überführt hat. Somit haben die interessierten Investoren nicht auch noch die ungeliebte Bell & Howell am Hals. ----------- Ananas ist meine Lieblingsfrucht |