Quelle: hanseatischer Börsendienst (http:www.hwd-ag.de)
Ein äußerst unglückliches Timinig haben wir bei unserem Zukauf von Magix (ISIN DE0007220782, Euro 2,85) zu 3,80 Euro erwischt. Der Produzent von Multimediasoftware schockte die Börse kurze Zeit später mit sehr schwachen Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 und mit einem sehr enttäuschenden Ausblick. Der Umsatz sackte in den Monaten Januar bis März 2012 um 19% auf 6,7 Mio. Euro ab. Besonders brutal ist das Geschäft von Magix mit dem Einzelhandel eingebrochen (Umsatzeinbruch um 48%), während das Direktgeschäft im abgelaufenen Quartal mit den knapp 14 Millionen registrierten Nutzern um 7% auf 3,73 Mio. Euro zulegte. Der operative Gewinn (EBIT) sackte mit 0,48 Mio. Euro tief in die roten Zahlen ab. Damit rutschte der operative Gewinn (EBIT) im ersten Halbjahr mit -0,2 Mio. Euro in die Verlustzone. Der Gewinn je Aktie ist nach unseren Berechnungen im zweiten Quartal von 0,08 auf -0,03 Euro je Aktie eingeknickt. Ein negatives Ergebnis hält der Vorstand jetzt auch für das Gesamtjahr für möglich. Zudem wurde die Umsatzprognose reduziert. Die Aktie brach nach dieser Umsatz- und Gewinnwarnung auf unter 3 Euro ein. Wir haben zwar absolut nicht mit einer derart schwachen Entwicklung gerechnet, doch dieser Kurseinbruch sieht für uns nach einer Überreaktion aus. Immerhin sieht der Vorstand mittelfristig beträchtliches Wachstumspotential. Diese Einschätzung halten wir für realistisch, da sich das aus unserer Sicht deutlich zukunftsträchtige Geschäft der Softwaredirektvermarktung weiterhin robust entwickelt. Auf dieses wichtige Standbein mit dem großen Bestand an registrierten Nutzern entfallen bereits mehr als die Hälfte der gesamten Umsätze. Dieser viel versprechende Online-Geschäftsbereich macht Magix bei der derzeit niedrigen Bewertung aus unserer Sicht zunehmend auch für Aufkäufer interessant. Zudem haben auch Produktverschiebungen für das schwache Ergebnis und die getrübten Perspektiven gesorgt. Wir erwarten hier Nachholeffekte im kommenden Geschäftsjahr. Insgesamt stellen wir das Geschäftsmodell trotz der äußerst enttäuschenden Entwicklung nicht in Frage und erwarten auch, dass Magix recht schnell wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren wird. Die Produktpipeline ist schließlich recht gut gefüllt. So drängt Magix derzeit beispielsweise mit Systemtools, die auf dem Computer für optimale Leistung, Stabilität und Sicherheit sorgen, in einen großen neuen Markt hinein. Finanziell sind die Berliner auch nach der jüngsten Sonderausschüttung (wir berichteten) sehr gut aufgestellt. Bei einer Eigenkapitalquote von 81 Prozent liegen gut 17 Mio. Euro in der Firmenkasse, was rund 1,65 Euro Cash je Aktie entspricht. Mehr als die Hälfte des Aktienkurses ist somit derzeit durch Liquidität abgedeckt. Wir stufen die Aktie als fundamental klar unterbewertet ein. ----------- Erfolg ist zu 10% Inspiration und zu 90% Transpiration |