Der Markt für Mais dümpelte in diesem Jahr lange vor sich hin. Hauptgrund war die Aussicht auf eine Rekordernte. Erst Ende Juni änderte sich die Lage, als Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums zeigten, dass amerikanische Landwirte deutlich weniger angepflanzt hatten als erwartet. Auch die Lagerbestände sind niedriger als angenommen und dürften sich bis Ende der laufenden Saison weiter verringern. Die USA bestimmen den Markt als weltgrößter Produzent, Exporteur und Verbraucher maßgeblich. Der Preis kletterte auf 4 Dollar je Scheffel (35,239 Liter), nachdem er zuvor zeitweise auf 3,35 Dollar gefallen war. Experten erwarten, dass der Preis weiter anziehen wird. "Wir glauben, dass die vorherrschende pessimistische Stimmung am Markt zu Ende ist, und dass die Tiefststände von Ende Juni sich als die niedrigsten für das ganze Jahr 2010 herausstellen könnten", schreibt Emmanuel Jayer von Société Générale. Analysten von Morgan Stanley sehen den Preis auf 4,55 je Scheffel steigen. Gierige Volksrepublik Ein Grund sind unerwartet hohe Importe nach China. Die Produktion in der Volksrepublik in der Saison 2009/2010 wird vom US-Landwirtschaftsministerium auf 155 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Minus von sieben Prozent zum Vorjahr entspräche. Der Verbrauch ist um eine Million auf 156 Millionen Tonnen gestiegen. China verzeichnet damit das erste Defizit seit dem Erntejahr 2004/2005. Erntejahre beginnen bei Mais im September. Hinzu kommt die hohe Ethanol-Produktion in den USA. Rohstoffexperten von Barclays Capital erwarten, dass die amerikanische Umweltschutzagentur im Herbst den Ethanol-Anteil an Biotreibstoff von derzeit zehn Prozent anheben könnte, auf zwölf oder fünfzehn Prozent. Ein solcher Schritt werde den Maispreis stützen.
Quelle: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/rohstoffe/...hstoffe/50152476.html
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