Israel will die 1952 mit der Bundesrepublik Deutschland geschlossenen Wiedergutmachungsverträge nachverhandeln. Das kündigte der israelische Minister für Rentenangelegenheiten, Rafi Eitan, in einem Gespräch mit der Tageszeitung "Haaretz" an. Er wolle diesen Wunsch Israels während des geplanten Besuches des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück ansprechen. Eitan begründete den Wunsch damit, dass in den Verträgen viele Aspekte der Holocaust-Überlebenden nicht berücksichtigt worden seien.
Die Bundesrepublik Deutschland hatte am 10. September 1952 mit Israel und der Jewish Claims Conference (JCC) das sogenannte Luxemburger Abkommen geschlossen. Darin verpflichtete sich Bonn, jüdischen Nazi-Opfern Entschädigungen zu leisten. Nach Angaben Eitans hat Israel zwischen 1954 und 2004 mit 3,5 Milliarden Dollar (2,38 Milliarden Euro) mehr als viermal soviel an die Betroffenen ausgezahlt, als von der Bundesrepublik Deutschland überwiesen worden sei.
"Wir sehen Deutschland als Verantwortlichen für die Holocaust-Überlebenden", sagte Eitan. Die Verträge mit Deutschland hätten viele Löcher gehabt. Niemand habe beispielsweise die hohen Lebenskosten und die um zehn Jahre höhere Lebenserwartung voraussehen können, sagte der Minister. Niemand habe auch mit der Einwanderung von 175.000 Holocaust-Überlebenden aus der früheren Sowjetunion rechnen können.
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