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Unsicherheit siegt - Wie europäische ETFs auf den ersten Platz gelangten


22.04.26 14:28
Vanguard

London (www.fondscheck.de) - Nach zwei Rekordmonaten und vor dem Hintergrund steigender Volatilität gingen die Mittelzuflüsse am europäischen ETF-Markt im März auf 12,8 Milliarden US-Dollar zurück - dem niedrigsten Stand seit März 2024. Nichtsdestotrotz investierten Anleger im ersten Quartal 2026 insgesamt 124,9 Milliarden US-Dollar in europäische ETFs, so David Hsu, Head of Index Equity und ETF Product Specialism, Vanguard Europe.

Damit hätten diese ihren bisherigen Rekord vom dritten Quartal 2025 um 20,1 Milliarden US-Dollar übertroffen.

Der wichtigste Grund für die steigende Risikoaversion sei wohl die hohe Unsicherheit, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten. US-amerikanische und globale Aktien seien im März um 5,0 beziehungsweise 7,3% gefallen, globale Anleihen hätten mit 2,0% im Minus gelegen. Insgesamt sei die Nachfrage nach ETFs jedoch uneinheitlich gewesen: Aktien-ETFs hätten ein Nettoneuvermögen von 10,8 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, wobei erneut Core ETFs und hier vor allem globale und Euroraum-Strategien besonders gefragt gewesen seien. Smart-Beta- und Themen-ETFs hätten ebenfalls relativ deutlich im Plus gelegen.

Parallel hätten Anlegerinnen und Anleger 1,1 Milliarden US-Dollar in Anleihe-ETFs investiert. ETFs auf Anleihen mit sehr kurzer Laufzeit hätten mit 5,5 Milliarden US-Dollar die höchsten Mittelzuflüsse seit Anfang 2024 ausgewiesen, und auch ETFs auf inflationsgebundene Anleihen hätten zulegen können. Unter den regionalen Exposures hätten Anlegerinnen und Anleger eine klare Präferenz für globale und japanische Anleihen gezeigt. Rohstoff- und Multi-Asset-ETFs hätten den Monat im Plus beendet, Alternative ETFs hätten dagegen Abflüsse ausgewiesen.

Aktien: Globale Strategien besonders gefragt

Mit einem Nettoneuvermögen in Höhe von 10,7 Milliarden US-Dollar hätten Core Equity ETFs erneut an der Spitze gestanden, Smart Beta- und Themen-ETFs seien mit 4,0 beziehungsweise 1,1 Milliarden US-Dollar auf den Plätzen zwei und drei gefolgt. Schlusslichter seien Sektor- und Segment-ETFs mit Nettoabflüssen in Höhe von 2,1 und 1,7 Milliarden US-Dollar gewesen. Mit Nettozuflüssen in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar hätten ETFs auf globale Aktien das Feld erneut angeführt, gefolgt von Strategien für den Euroraum und die Schweiz mit 2,7 beziehungsweise 1,9 Milliarden US-Dollar. Mehrere Länder-ETFs hätten dagegen Abflüsse ausgewiesen, darunter ETFs auf Chinesische (-1,0 Milliarden US-Dollar), Deutsche (-927 Millionen US-Dollar) und US Aktien (-900 Millionen US-Dollar).

Anleihen: Ultrakurze Laufzeiten auf Platz 1

ETFs auf ultrakurzfristige Anleihen hätten im März netto 5,5 Milliarden US-Dollar einsammeln können und hätten damit alle anderen Anleihekategorien abgehängt, ETFs auf inflationsgebundene Anleihen seien mit großem Abstand auf Platz zwei (+1,0 Mrd. USD) gelandet. High-Yield-ETFs hätten Abflüsse in Höhe von 3,3 Milliarden US-Dollar ausgewiesen und hätten damit das Schlusslicht gebildet. Doch auch Strategien für variabel verzinsliche Anleihen (-778 Millionen US-Dollar), Staatsanleihen (-574 Millionen US-Dollar) und Unternehmensanleihen (-527 Millionen US-Dollar) hätten im Minus gelegen. (22.04.2026/fc/a/e)