Julius Bär Northern Africa Anlagetipp der Woche


09.08.10 08:54
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Euro fondsxpress" empfehlen den Julius Bär Northern Africa Fund (EUR) B als Anlagetipp der Woche.

In den Köpfen vieler Menschen gebe es zwei Bilder von Afrika. Ein idyllisches, bei dem sie an Serengeti und Weinberge in Südafrika denken würden. Ein abstoßendes, wo sie Bürgerkriege und Hunger vor Augen hätten. Ein drittes Bild von Afrika etabliere sich gerade erst. Jenes, wo der Wohlstand der Menschen wachse und sie mit Mobiltelefonen Einkäufe bezahlen würden. Die Zahl der Afrika-Fonds sei indes noch überschaubar, viele davon seien erst zwei bis drei Jahre alt. Nur Südafrika-Fonds seien meist schon länger am Markt.

Nordafrika decke bislang nur ein Fonds ab: der Julius Bär Nothern Africa Fund. Manager des Fonds sei Andrzej Blachut. Der gebürtige Pole investiere vorrangig in Ägypten, Marokko und Tunesien. Der nordafrikanische Teil mache rund 60 Prozent seines Portfolios aus. Den Rest bestücke er mit Werten der Sub-Sahara, also Ländern wie Ghana, Kenia und Nigeria. Südafrika meide er jedoch. Das Land würde seinen Fonds dominieren, fürchte er. "Wir bevorzugen kleinere Börsen", habe er gesagt. "Diese versprechen mehr Wachstum."

Seine Lieblingsthese: "Nordafrika wird zum Mexiko Europas." Denn europäische Firmen würden ihre Produktion immer stärker in diese Region auslagern. In der Chemie- und Ölindustrie sei dies schon der Fall. "Die geografische Nähe und die geringen Lohnkosten sprechen dafür", betone Blachut. So betrüge ein Monatslohn in Ägypten nur 70 Euro.

Religiöse Konflikte fürchte er nicht, wenn westliche Firmen in eine muslimische Region vordringen würden. "In Ägypten leben rund 80 Mio. Menschen. Jedes Jahr kommen 600.000 Menschen auf den Arbeitsmarkt", erkläre er. "Die Regierung muss Jobs schaffen, sonst verliert sie die Kontrolle."

Neben Outsourcing setze Blachut in Ägypten, Marokko und Tunesien auf die Binnenwirtschaft. "Das Anlagethema lautet dort Konsum statt Export", so der in Zürich arbeitende Fondsmanager. Sein hoffnungsvolles Resümee: "Nordafrika bietet eine Chance wie Mittel- und Osteuropa vor einigen Jahren", erkläre der ehemalige Leiter eines Osteuropa-Fonds.

Die Länder Nordafrikas würden sich wirtschaftlich immer enger an Europa binden. Aber noch würden sich Ägypten, Marokko und Tunesien nicht im Gleichtakt mit der Weltwirtschaft bewegen.

Der Julius Bär Northern Africa Fund bietet daher eine Chance auf unkorrelierte Erträge zu globalen Aktien, so die Experten von "Euro fondsxpress". (Ausgabe 31 vom 06.08.2010) (09.08.2010/fc/a/f)