Mischfonds im Leistungstief


17.05.16 10:42
Euro Advisor Services GmbH

München (www.fondscheck.de) - Mischfonds sind bei Anlegern nach wie vor beliebt, doch 2016 legt die Peegroup einen holprigen Start hin, so die Experten der Euro Advisor Services GmbH.

2015 sei es soweit gewesen: Mischfonds hätten Rentenfonds als zweitgrößte Fondsgruppe ablösen können, so der Branchenverband BVI. Damit würden Mischfonds bei Anlegern immer beliebter. Ufuk Boydak, Vorstand der LOYS AG, zweifle jedoch daran, dass das so bleiben werde: "Die Lage an den Anleihemärkten wird es klassischen Mischfonds künftig erschweren, ihre Leistungen der Vergangenheit zu wiederholen." In den vergangenen Jahren seien mit den fallenden Zinsen die Anleihekurse gestiegen. Das habe den Anlegern Kursgewinne beschert und die Kursverluste an den Aktienmärkten immer wieder wettgemacht. "Dieser Effekt wird künftig ausbleiben, da die Zinsen schon so weit gefallen sind, dass die Anleihekurse kaum steigen können", glaube der Fondsmanager.

Ein Großteil der Performance müsse daher von der Aktienseite kommen. "Und wenn die Zinsen steigen, gibt es sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite ein hohes Risiko. Das ist quasi ein doppeltes Risiko für nur einmal Rendite", betone Boydak. Das Multi-Asset-Prinzip werde künftig nicht mehr so funktionieren, wie es sich viele Investoren erhoffen würden.

Vor den volatilen Märkten zum Jahresauftakt 2016 hätten auch Mischfonds nicht schützen können. Im laufenden Jahr liege die Kategorie Mischfonds Aktien und Anleihen/Welt des FINANZEN FundAnalyzers (FVBS) mit einem Minus von 1,2 Prozent nur im Mittelfeld aller Kategorien. 2015 habe sie mit einem Plus von 3,4 Prozent zwar im grünen Bereich beenden können, doch alleine im Dezember 2015 würden die bei Anlegern beliebten Fonds rund drei Prozent einbüßen. Aktienfonds International treffe der misslungene Jahresstart noch härter. Sie würden im laufenden Jahr 3,5 Prozent verlieren. In den vergangenen sechs Monaten gehe es um 4,8 Prozent in den Keller. Nichtsdestotrotz, 2015 könne die Peergroup mit rund acht Prozent im Plus abschließen.

Ganz anders sehe das Bild an der Spitze der Fondskategorien aus: Aktienfonds Gold würden im laufenden Jahr bereits 69 Prozent hinzulegen - allein im April kämen 23,9 Prozent. 2015 habe hier noch ein Verlust von 15,9 Prozent zu Buche gestanden. Ein ähnliches Bild ergebe sich für die Kategorien Aktienfonds Brasilien und Türkei. Beide hätten 2015 im zweistelligen Minus-Bereich abgeschlossen, 2016 würden sie dafür bisher 28,9 Prozent und 16,8 Prozent zulegen. Das reiche für Platz zwei und drei im Vergleich.

Der ASVK Substanz & Wachstum schaffe im laufenden Jahr ein Plus von 61,7 Prozent. Zu rund 40 Prozent investiere der Fonds in Luxemburg, zu 33,7 Prozent in Deutschland und zu 3,6 Prozent in die Russische Föderation. Der Fonds sei seit 2007 auf dem Markt, sammle bis heute aber nur 6,15 Millionen Euro ein. Seit seiner Auflegung erwirtschafte der Fonds ein Minus von 25,2 Prozent. Alleine 2015 verliere er 20,7 Prozent. Auch mit einer TER von 2,35 Prozent gehöre der Fonds zu den etwas teureren Produkten.

Unter den Top-Ten-Perfomern 2016 finde sich auch der Schroder Wealth Preservation (ISIN LU0107768219 / WKN 934159). Er habe 2015 ebenfalls einen Verlust von 7,9 Prozent verkraften müssen, könne 2016 jedoch mit einem Zuwachs von 18,6 Prozent glänzen. Über vier Jahre erhalte der Fonds die FondsNote 4. Sie messe das Risiko-Rendite-Verhältnis in diesem Zeitraum. 2014 verliere der Schroders-Fonds 2,4 Prozent. 2013 könne er nur leicht um 0,4 Prozent zulegen. In drei Jahren verliere der Fonds in der Spitze 14,4 Prozent. Die längste Verlustphase dauere drei Monate. Der 29,8 Millionen Euro-Fonds sei 2000 aufgelegt worden. Investoren, die seit diesem Tag investiert seien, würden eine Wertentwicklung von 112,8 Prozent erreichen.

Die FondsNote 1 trage der Ampega Balanced 3. 2016 müsse der Fonds bisher mit einem Verlust von 5,2 Prozent jedoch Federn lassen. Über die vergangenen drei Monate könne er jedoch ein Plus von 2,3 Prozent erzielen. Seit seiner Auflegung 2007 erreiche der Fonds einen Zuwachs von 90,8 Prozent. Die vergangenen vier Jahre schließe er zudem im zweistelligen Bereich ab. Aktuell seien 92,4 Millionen Euro in den Fonds investiert. Mit einer TER von 0,74 Prozent sei der Fonds vergleichsweise günstig.

Einziger Fonds mit der FondsNote 1, der im laufenden Jahr kaum Verluste ertragen müsse, sei der WHC Global Discovery. Für den 71,9 Millionen Euro schweren Fonds gehe es nur um 0,09 Prozent runter. 2015 beende er mit 14,9 Prozent im Plus. Seit seiner Auflegung 2010 erreiche der Fonds eine Wertentwicklung von Plus 84 Prozent. 1,73 Prozent betrage die TER hier. In drei Jahren gehe es maximal um 4,9 Prozent abwärts. Die längste Verlustphase in diesem Zeitraum dauere fünf Monate.

Der größte unter den globalen Mischfonds sei der Carmignac Patrimoine. 23,9 Milliarden Euro seien aktuell in das Schwergewicht investiert. Doch auch für den Riesen gehe es im laufenden Jahr zunächst um 1,2 Prozent abwärts. Der Carmignac-Fonds sei zudem nicht nur groß, sondern auch alt: Seit seiner Auflegung 1989 erziele der Fonds eine Wertentwicklung von 708,2 Prozent. Mittelfristig werde er aber mit der FondsNote 3 bewertet. In drei Jahren dauere die längste Verlustphase 13 Monate. Der maximale Drawdown in diesem Zeitraum betrage 12,6 Prozent. Der Fonds insgesamt stelle eine Gebühr von 1,68 Prozent in Rechnung.

Die niedrigste TER weise mit 0,04 Prozent der Südinvest aus. In 2016 generiere der Fonds ein Minus von 0,2 Prozent. Mittelfristig trage er die FondsNote 3. Über 15 Jahren stehe der Fonds mit 13,9 Prozent im Minus. Aktuell betrage das Fondsvermögen 219,8 Millionen Euro.

Über fünf Jahre die Nase vorn habe der Crocodile Capital 1 Global Focus (ISIN LU0327738422 / WKN A0M57V). 104,8 Prozent erziele der Fonds in diesem Zeitraum. Auch das laufende Jahr verlaufe bisher mit einem Plus von rund 25 Prozent erfolgreich. Allein in den vergangenen sechs Monaten wachse der Fonds um 19,5 Prozent. Auch 2015 und 2014 habe der Fonds ein Plus von jeweils über 30 Prozent erzielen können. 2013 und 2012 habe er dagegen Verluste geschrieben. 77,5 Millionen Euro seien in das Produkt investiert.

Noch älter als der Carmignac-Fonds sei der Oppenheim Portfolio. Seit seiner Auflegung 1971 erwirtschafte er 958,6 Prozent. Mittelfristig, das heiße über vier Jahre, trage er jedoch die FondsNote 3. In 2016 verliere er aktuell 0,8 Prozent, 1,9 Prozent könne er jedoch in den vergangen drei Monaten hinzugewinnen. 47 Millionen Euro seien in den Fonds investiert. (Ausgabe Mai 2016) (17.05.2016/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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