GAMAX Funds Junior: Gaming-Branche auf der Überholspur - Zu spät für den Einstieg?


21.10.20 11:30
Mediolanum International Funds

Dublin (www.fondscheck.de) - "Play apart together", lautete das Motto in Lockdown-Zeiten, so Tommaso Tabacchi, Fondsspezialist bei Mediolanum International Funds, der auch für die GAMAX-Fonds verantwortlich ist.

Die Weltgesundheitsorganisation habe zusammen mit großen Spieleherstellern erfolgreich dazu aufgerufen, mit Freunden online gegen die Einsamkeit zu zocken. Während der Corona-Krise habe aufgrund der ausgerufenen Shut- und Lockdowns weltweit ein regelrechter Run auf Videospiele stattgefunden. Die Vertriebsplattform Steam habe im April beispielsweise mit 24,5 Millionen Mitgliedern so viele Nutzer wie nie zuvor gezählt. Auch die durchschnittliche Bildschirmzeit habe sich nach oben entwickelt: Seit Pandemie-Beginn würden Gamer laut einer Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners mindestens fünf Stunden pro Woche mit Videospielen verbringen.

Auch die Börsen seien im Gaming-Fieber gewesen: Nach einem kurzzeitigen Kursabsturz zu Beginn der Pandemie, habe die Branche seit Anfang des Jahres stärkere Ergebnisse erzielen können als die weltweiten und US-Aktienmärkte. Die Aktie des US-Marktführers Activision Blizzard zum Beispiel sei seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent gestiegen. Wettbewerber Electronic Arts (EA) habe um 15 Prozent zugelegt. Im Gegensatz dazu habe der S&P 500 sich nur um 1,8 Prozent steigern können, während der MSCI World sogar minus 0,5 Prozent verzeichnet habe. Über einen Zeitraum von zehn Jahren seien ihre jeweiligen Aktienkurse im Wert um mehr als das Achtfache gestiegen.

"Die Gaming-Branche scheint ein klarer Gewinner der Restriktionen in der Corona-Krise zu sein. Die Pandemie war allerdings nur ein Energizer, die Branche boomte schon vorher und gilt inzwischen als eine der erfolgreichsten Unterhaltungsindustrien. Für Anleger stellt sich deshalb die Frage, ob sie den besten Einstiegszeitpunkt eventuell bereits verpasst haben", habe Tabacchi gesagt. Der GAMAX Funds Junior ziele auf ein Investment in starke Marken, deren Produkte und Dienstleistungen besonders jüngere Generation ansprechen und dadurch von den globalen demographischen Wachstumstrends und höheren verfügbaren Einkommen profitieren würden.

Im Lockdown hätten sogenannte Casual Games, intuitive, leicht zugängliche Spiele wie "Candy Crush" oder "FarmVille", kurzfristig viele Spieler angezogen, die Nutzungskurve sei dann jedoch deutlich abgeflacht. Nachhaltigerer Beliebtheit würden sich dagegen Multiplayer-Spiele wie "World of Warcraft" und "Hearthstone" von Blizzard Entertainment oder "League of Legends" von Riot Games erfreuen, die auf langfristige, komplexe soziale Interaktionen ausgelegt seien. Zuletzt habe Activision Blizzard mit Call of Duty Warzone mit über 75 Millionen Nutzern Rekordspielerdaten verbuchen und damit dem sehr beliebten Spiel Fortnite Paroli bieten können.

Ebenfalls interessant: Obwohl es sich bei Multiplayer-Spielen wie "World of Warcraft" oftmals um Angebote im Vollpreissegment handle oder zusätzliche Features gekauft werden müssten, habe der finanzielle Aspekt wenig Einfluss auf das Nutzerverhalten. Die meisten neuen Gamer seien der jeweiligen Plattform auch nach dem Lockdown treu geblieben.

Nicht nur der Lockdown, sondern auch der aufkommende Retrotrend sorge für neue Impulse. Für die Hersteller sei er lukrativ, denn vor allem ältere, kaufkräftigere Zielgruppen würden die Nostalgie und Erinnerungen an die Spiele ihrer Jugendzeit schätzen. Nintendo zum Beispiel bediene sich eines Klassikers und bringe im Vorweihnachtsgeschäft "Game&Watch" auf den Markt. Die Serie sei 1980 bis Ende 1991 produziert worden, ihre Ikonen wie Super Mario, Donkey Kong und Link aus The Legend of Zelda seien heute Bestandteil der Popkultur. Konkurrent Activision habe mit der Wiederauflage des Klassikers "Tony Hawks Pro Skater" gepunktet.

Auch preislich bleibe der Gaming-Markt weiter in Bewegung. Zwar würden viele Anleger eine weltweite Rezession mit deutlich mehr Arbeitslosen und prekären Beschäftigungsverhältnissen fürchten. Bisher gebe es in der Gaming-Branche allerdings kein Trading Down. Im Gegenteil: Große Hersteller wie Activision würden sich das erste Mal seit Jahren trauen, die Preise für ihre Flaggschiffprodukte mit der Einführung der neuen Konsolengeneration zu erhöhen.

Die Nutzer schrecke das nicht ab. Im Gegenteil: Sie würden seit der Corona Pandemie sogar deutlich tiefer in die Tasche greifen und trotz großem Free-to-Play-Angebot in Form von neuen Spielekonsolen oder Microtransactions in ihr Hobby investieren. Insgesamt 39 Prozent mehr würden Gamer weltweit laut Simon-Kucher & Partners für Videospiele zahlen. Ohnehin sei der Markt für die Zahlungsbereitschaft der Kunden weniger anfällig. "Der Markt ist mit Free to Play Games auf der einen Seite und den Vollpreistiteln auf der anderen Seite aber ohnehin schon gut gerüstet, um auch mit einer schwankenden Zahlungsbereitschaft der Kunden umzugehen", so Tabacchi.

Zusätzlichen Rückenwind bekämen die Spieleanbieter kurz vor Weihnachten mit den neuen Spielekonsolen von Sony und Microsoft, die mit einer steigenden Medienaufmerksamkeit einhergehen würden. Bereits jetzt hätten die Hersteller mit ausverkaufen Vorbestelllisten Schlagzeilen gemacht. Dies betreffe auch die Playstation 5 in beiden lieferbaren Varianten, ebenso wie das Topmodell der neuen Microsoft Konsole X-Box Series X. Die Kaufbereitschaft der Mehrheit der Gamer sei groß, laut Piper Sandler würden 63 Prozent von ihnen in den nächsten zwei Jahren eine neue Konsole erwerben wollen. Dies komme den Spieleanbietern, wie Activision, EA und Take-Two Interactive Software zugute.

So würden Analysten damit rechnen, dass die Verkäufe sowohl von EA als auch von Activision im laufenden Geschäftsjahr einen bedeutenden Anstieg verzeichnen würden. Die Aktie von Take-Two Interactive könnte ebenfalls gegen Ende des Jahres Aufwind erhalten, wenn Anfang November die Quartalszahlen verkündet würden. Der Grund für den Optimismus: Im September habe das Unternehmen veröffentlicht, das bei der breiten Masse vor allem durch den Erfolg von "Grand Theft Auto" bekannt geworden sei, gleich drei neue Spiele, von denen eines bereits zum Kassenschlager avanciert habe: Borderlands 3 habe sich in den ersten fünf Tagen bereits fünf Millionen Mal verkauft.

"Die gut gefüllte Produkt- und Innovationspipeline der Hardware- und Spielehersteller zeigt, dass die Zeichen in der Gaming-Welt immer noch auf Wachstum stehen", so Tabacchi. Der aktuelle Newzoo Report bestätige diese Einschätzung: Der Spielemarkt solle in diesem Jahr ein Volumen von 159,3 Milliarden US-Dollar erreichen und bis 2023 auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Ein Wachstumstreiber sei die sich stetig vergrößernde Zielgruppe. Während einst junge Männer die Zocker-Welt dominiert hätten, würden Online- und Videospiele heute als eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen über Alters- und Geschlechterklassen hinweg gelten. 47 Prozent der Gamer in Deutschland, die zumindest gelegentlich spielen würden, seien laut dem Bundesverband der deutschen Games-Branche 2018 Frauen. In den USA seien es nach Informationen von Statista bereits 46 Prozent, in Asien 38 Prozent.

Anleger müssten folglich keinen kurzfristigen Boom befürchten, sondern könnten mit Gaming-Aktien in ein langfristig interessantes Segment investieren, das auch nach Corona noch gute Einstiegsgelegenheiten biete. (21.10.2020/fc/a/f)





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