ETC EUWAX Gold: So sehen Banken Gold in 2013


18.01.13 09:38
Rohstoff-Report

München (www.fondscheck.de) - Wie alles auf der Welt gibt es vermutlich auch die Krisenprogramme nicht frei Haus, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Gold- und Rohstoff-Report".

Welcher Preis zu zahlen sein werde, werde wohl erst die Zukunft zeigen. Steve Barrow, Währungsstratege bei der Standard Bank, befürchte, dass der USD an Wert verlieren werde. Das bedeute steigendes Gold im Umkehrschluss. Das sei auch die Befürchtung von Bill Gross, der mit dem Edelmetall eigentlich wenig am Hut habe. Denn er sei der Chef des weltgrößten Anleihenfonds Pimco. Seit einiger Zeit warne er davor, dass die Inflationsgefahren gestiegen seien. "Die Zukunft wird zeigen, dass ein Preis in Form von Inflation und der Abwertung der Währungen zu bezahlen ist", habe Gross gesagt. Dieser zu zahlende Preis könne sich beispielsweise im Verhältnis zu nicht unbegrenzt vorhandenen Rohstoffen wie Öl oder Gold zeigen.

Viele Anleger habe da eine Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs überrascht. In dieser Studie habe sie das Ende des Goldbullenmarktes ausgerufen. Dieses Jahr werde einen durchschnittlichen Goldpreis um 1.800 USD/Unze bringen, im Jahr 2014 sinke das Potenzial auf 1.750 USD/Unze. Dabei sei insgesamt ein "wachsendes Abwärtsrisiko" zu erkennen, würden die Analysten betonen.

Die Kollegen bei Morgan Stanley würden sich pessimistisch zeigen. Der Aussage, dass der Bullenmarkt schon ganz vorbei sei, würden sie sich dann aber doch nicht ganz anschließen wollen. Sie würden zwar die Gefahr einer Korrektur sehen, denn die Zahl der Falken, also jener, die innerhalb der US-Notenbank gegen eine Fortführung der Anleihenkäufe seien, sei zuletzt größer geworden. Außerdem würden die Morgan-Stanley-Analysten infrage stellen, ob sich der USD wirklich abwerten werde, wenn die Zuversicht in die US-Wirtschaftsentwicklung weiter wachse. Das Ende des Bullenmarktes beim Gold sei dadurch aber nicht gekommen. Angesichts der anhaltenden Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank und der physischen Goldkäufe anderer Notenbanken sei der Preis auf der Unterseite "gut gestützt".

Unverändert guten Mutes seien Analysten von Bank of America Merrill Lynch: Sie würden nach wie vor mit einem Anstieg auf 2000 USD/Unze rechnen - und zwar noch in der ersten Jahreshälfte 2013 - und im Jahr 2014 sei ein Anstieg um weitere 400 USD pro Unze möglich. "Diese Ziele reflektieren unsere Erwartung, dass die FED ihre Aufkäufe fortsetzen wird", würden die Analysten schreiben.

Und auch die jüngste Stärke im USD könnte im Sande verlaufen, was für Gold spräche - das würden zumindest die Analysten von Credit Suisse meinen: "Die aktuelle Stärke im USD wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich wieder revidiert." So stehe im Februar erneut eine Debatte um die Anhebung des Schuldenlimits durch den US-Kongress an, ohne den die Obama-Regierung ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können werde. Vor diesem Hintergrund und angesichts der hohen Neuverschuldung durch die US-Regierung sei nicht an ein baldiges Ende der Anleihenkäufe der US-Notenbank zu denken, ergo: Die USD-Stärke seit Jahresbeginn sei kein Indiz für den weiteren Jahresverlauf der US-Valuta, schreibe Credit Suisse.

Es scheine also ganz so zu sein, als bliebe alles wie gehabt: Wie im Jahr 2012 dürften die Notenbanken auch 2013 die Zügel in der Hand behalten. Sich da für eine Richtung im Gold zu entscheiden, dürfte vielen Anlegern schwer fallen.

Charttechnisch sei die Lage am Goldmarkt zwischen 1.525 USD/Unze auf der Unterseite und 1.804,40 USD/Unze auf der Oberseite rein theoretisch bullisch zu beurteilen, da dieser Seitwärtsspanne ein dynamischer Aufwärtsimpuls vorangehe, womit die aktuelle Seitwärtsspanne einen "Flagge" ergebe; das sei eine Formation, die weiter ansteigende Notierungen ankündige. Von einer oberen Wende oder gar einem Ende des Bullenmarktes könne derzeit aus charttechnischer Sicht nicht gesprochen werden.

Die Befürchtungen der Analysten von Goldman Sachs dürften sich erst dann bewahrheiten, wenn Gold per Wochenschlusskurs unterhalb der zentralen Unterstützung von 1.525 USD/Unze schließe. Solange dies nicht geschehe, dürfte sich der mittlerweile zwölf Jahre währende Bullenmarkt bei dem Edelmetall weiter fortsetzen.

Auf Grün würden die Ampeln am Goldmarkt bei einem Wochenschlusskurs oberhalb von 1.804,40 USD/Unze schalten. Dann dürfte sich die Kraft aus dem alten Impuls, der den Goldmarkt von Oktober 2008 bis August 2011 von 681 auf 1917 USD/Unze getragen habe, nach oben verlängern.

Wer auf einen steigenden Goldpreis setzen möchte, könne das etwa mit der Xetra-Gold-Anleihe (ISIN DE00A0S9GB0/ WKN A0S9GB) oder dem ETC EUWAX Gold tun. Beide Inhaberschuldverschreibungen seien mit physischem Gold besichert, könnten also auf Anfrage gegen eine Goldlieferung per Post umgewandelt werden. Dann habe man im Krisenfall auch Rückgriffsrecht auf sein Gold, während man im Falle einer Korrekturausdehnung auch schnell und liquide wieder an der Börse verkaufen könne. (Ausgabe 2 vom 17.01.2013) (18.01.2013/fc/a/e)






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