Fakt ist zunächst, dass nach der Kapitalherabsetzung im Verhältnis 4:1 die Anzahl der von der Pyramid Gruppe gehaltenen Aktien auf 5,77 Mio Stück reduziert ist. Das Management sieht sich nun aus Gründen, die es nicht nennt, veranlasst oder gezwungen, die Anzahl der gehaltenen Aktien auf 11,54 Mio Stück zu verdoppeln. Das ist nur möglich, indem man das Bezugsverhältnis für die Ausgabe der neuen Aktien im Maßstab 1:1 festlegt. Der Shareholder hat also die Möglichkeit, über sein Bezugsrecht den Bestand zu verdoppeln. Damit ihm der Erwerb finanziell leichter fällt, bedarf es eines besonders attraktiven Ausgabepreises. Und da kam man im Management auf die vermeintlich grandiose Idee, die neuen Aktien zu einem absoluten Dumpingpreis von 1,38 EUR anzudienen. Das ist sage und schreibe 114 Prozent über dem im Tagesverlauf gestern höchsten Aktienkurs auf XETRA von 2,95 EUR. Was man dabei offenbar bewusst zu Ungunsten des Shareholders billigend in Kauf nimmt, ist der Umstand, dass an der Börse die mit der Ausgabe der neuen Aktien zu erwartende massive Verwässerung sofort vorweg genommen wurde und wird. Soll mir keiner erzählen, dass das nicht vorhersehbar war. Der Aktienkurs stand gestern wie gesagt in der Spitze bei ca. 2,95 EUR auf XETRA. Nach Bekanntgabe der Modalitäten für die KE fiel er am späten Nachmittag auf ein Niveau um die 2,20 EUR - und bewegt sich aktuell im Schnitt um die 2,10 EUR pro Aktie. Wer es also gestern nicht rechtzeitig geschafft hat, seine Altaktien zu einem gerade noch akzeptablen Preis abzustoßen – weil er z.B. das Bezugsrecht für die neuen Aktien nicht wahrnehmen kann oder will - der hält seine Aktien und sitzt heute – je nach Einstandspreis - auf noch viel höheren Buchverlusten als eh schon zuvor. Das Perfide daran ist: Der Shareholder ist praktisch dazu verdammt, von seinem Bezugsrecht für die neuen Aktien in vollem Umfang Gebrauch zu machen, um wenigstens die Chance zu haben, später aus der Nummer noch einigermaßen unbeschadet rauszukommen. Immer vorausgesetzt, es kommen demnächst endlich die mit Fakten unterlegten good news zum operativen Geschäft, die den Aktienkurs antreiben.
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