SEB Aktienfonds neutral


21.02.07 08:39
FC Research

Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von FC Research, der Analystenabteilung von fondscheck.de, stufen den SEB Aktienfonds mit "neutral" ein.

Das neue Börsenjahr 2007 habe für den DAX so begonnen, wie das alte aufgehört habe - mit steigenden Kursen (+4,5 Prozent). Wie an der Schnur gezogen laufe der Aktienindex für die deutschen Blue Chip-Werte nach oben. Dabei habe sich der Index weder vom zuletzt wieder leicht anziehenden Ölpreis noch vom nach wie vor - für exportorientierte Unternehmen ungünstig - hohen Währungskursverhältnis des EUR/USD aus der Ruhe bringen lassen. Möglicherweise würden viele Anleger momentan eher auf die Charttechniker hören - hier würden Experten derzeit noch grünes Licht geben. Spannend werde es aber sicherlich, ob der DAX die 7.000 Punkte-Marke überwinden könne oder ob sich hier ein Widerstand bilden werde.

Ein Fonds, der auf deutsche Werte spezialisiert sei, sei der SEB Aktienfonds. Das Produkt aus dem Hause SEB sei schon seit August 1988 auf dem Markt und werde seit Mitte 2006 von Jürgen Meyer gemanagt. Gemäß dem Fondsprospekt dürfe das Produkt zu mindestens 51 Prozent in Aktien deutscher Aussteller investieren. Dabei würden die Titel nach dem Prinzip der Risikostreuung unter Beachtung ihrer Zukunftsaussichten sowie ihrer Börsenkapitalisierung und Marktliquidität ausgewählt. Das Management behalte sich allerdings auch vor, bis zu 20 Prozent in verzinsliche Wertpapiere zu investieren und maximal 30 Prozent als Bankguthaben zu halten. Das sei besonders in Baisse-Zeiten, wenn die Fondsverwalter schnell genug reagieren würden, von Vorteil. Man behalte sich zudem vor, Mittel des Fonds in Geldmarktinstrumente, Investmentanteile, Derivate und sonstige Anlageinstrumente anzulegen. Allerdings dürfe das Marktpotenzial des Fondsvermögens beim Einsatz von Derivaten höchstens verdoppelt werden. Befürchtungen, dass die Fondsmanager auf hochspekulative Derivate setzen und das Fondsvermögen unnötig in Gefahr bringen würden, sollten demnach unbegründet sein.

Betrachte man sich das Portfolio ein wenig genauer, verdeutliche sich, dass der Aktienfonds seinen Fokus klar auf dem DAX habe. Laut der Fondsgesellschaft könne das Portfolio des momentan 1,17 Mrd. EUR schweren Fonds (Stand Ende Januar 2007) zwar stark von seinem Index - dem DAX - abweichen, allerdings sei der überwiegend ähnliche Kursverlauf des Fonds im Vergleich zu dem Deutschen Aktienindex nicht von der Hand zu weisen. Stark im Fokus des Fonds würden hauptsächlich die Finanzwerte stehen, welche derzeit 25 Prozent des Fondsvolumens ausmachen würden. Nicht verwunderlich sei daher auch, dass sich mit der Allianz-Aktie (Anteil 10 Prozent) ein Finanzwert in der Top-Ten der größten Einzelwerte befinde. Insgesamt würden die größten zehn Einzelwerte auf einen Gesamtanteil am Fondsvermögen von gut 65 Prozent kommen. Damit mache das Produkt zunächst einen recht ungestreuten Eindruck, was eine Risikoquelle sei. Allerdings sei eine derart geringe Diversifikation für einen Länderfonds nicht ungewöhnlich und somit vertretbar.

So gut wie der Leitindex sei der SEB Aktienfonds leider nicht ins neue Jahr gestartet. Seit Jahresbeginn weise der SEB-Fonds ein Kursplus von 1,9 Prozent auf, während 19 - von FC Research zum Vergleich ausgewählte - Konkurrenzfonds auf eine Durchschnittsperformance von 4,6 Prozent gekommen seien. Ein Grund könnte sein, dass sich die Top-Positionen im SEB-Fonds (vorausgesetzt, hier habe sich an der Portfolioaufteilung kurzfristig nichts geändert) Allianz (+/-0 Prozent) und Telekom (-2 Prozent) zu Beginn des Jahres recht bescheiden entwickelt hätten. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass das Management den liquiden Vermögensteil aus Sicherheitsgründen erhöht habe, was ebenfalls eine Erklärung dafür sei, dass der Fonds dem Index momentan etwas hinterherhinke. Längerfristig betrachtet relativiere sich der Ausreißer allerdings ein wenig. So habe der Fonds in den vergangenen drei Jahren ein Plus von über 62 Prozent erzielt. Das sei leicht unter dem Durchschnitt des DAX (+70 Prozent) und unter dem Schnitt der Konkurrenzprodukte (68 Prozent). Insgesamt sei die Performance des SEB-Fonds also als neutral zu bezeichnen.

Als neutral könne man auch die Risikoneigung des Fonds bezeichnen. Mit einer Standardabweichung von 11,7 Prozent in den letzten 36 Monaten, bewege man sich im Vergleich zum Durchschnitt von 11,6 Prozent genau im Rahmen. Für den Anleger bedeute das, dass der Aktienfonds aus dem Hause SEB seine leicht unterdurchschnittliche Performance mit einem durchschnittlichen Risiko erzielt habe.

Die Ratingagentur Morningstar habe den SEB-Fonds bereits unter die Lupe genommen. Das Ergebnis sei ein neutrales Rating - drei von fünf möglichen Sternen habe der Deutschland-Fonds ergattert. Deutliche Pluspunkte gebe es dafür auf der Gebührenseite. Mit einem möglichen Ausgabeaufschlag von bis zu 4 Prozent und einer jährlichen Verwaltungsvergütung von 0,9 Prozent mache das Produkt einen recht günstigen Eindruck. Vergleichbare Fonds würden schon mal gerne 5 Prozent beim Ausgabeaufschlag und 1,5 Prozent für die Verwaltungsaufwendungen nehmen.

Unter dem Strich sollten aber günstige Kosten nicht das alleinige Entscheidungskriterium für die Wahl eines Fonds sein. Auf Grund der bisherigen Performance und Risikoneigung dränge sich nämlich ein Investment in den SEB-Fonds nicht unbedingt auch. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass der Fondsmanager Jürgen Meyer erst seit Mitte letzten Jahres das Ruder in der Hand habe und der Fonds nun eine neue Richtung einschlagen könnte. Immerhin bringe Meyer die Expertise von seinem alten Arbeitgeber, Julius Bär, mit. Hier habe er unter anderem erfolgreich den JB German Value Stock Fund und den Santander Deutsche Aktien-Fonds durch gute und schlechte Börsenjahre gesteuert. Ausgezeichnet mit einem A-Rating durch die Agentur Standard & Poor's (lediglich 20 Prozent der Fonds würden überhaupt ein derartiges Rating bekommen) sei Meyer möglicherweise der richtige Manager, wenn nach den zuletzt super gelaufenen Börsen auch mal wieder schlechte Zeiten einkehren würden.

Unter dem Strich empfehlen die Analysten von FC Research daher den SEB Aktienfonds im Depot neutral zu gewichten. (21.02.2007/fc/a/f)