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ETF-Handel: Gewinnmitnahmen bei Tech-Aktien
05.07.23 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach kräftigen Kursgewinnen für die meisten Aktien-Indexfonds im ersten Halbjahr herrscht derzeit Zurückhaltung im ETF-Handel, dabei ist die Kursdelle der vergangenen Woche längst wieder wettgemacht, so die Deutsche Börse AG.
"Der Umsatz lag unter dem der Vorwoche", berichte Holger Heinrich von der Baader Bank. "Und obwohl die Aktienindices durch die Bank weg deutlich zulegen konnten, hatten wir nur rund 20 Prozent mehr Käufe als Verkäufe." Am Dienstagmittag stehe der DAX bei 16.066 Punkten nach 15.800 Zählern vor einer Woche. Aktuell würden allerdings die Impulse fehlen: Wegen des Unabhängigkeitstags in den USA am Dienstag und dem schon am Montag verkürzten Handel gehe es derzeit ruhig zu an den Börsen.
Fabian Wörndl von Lang & Schwarz melde überwiegend Käufe für die großen ETFs auf europäische oder US-amerikanische Indices. "Der Investitionsschwerpunkt hat sich wieder Richtung USA verlagert", berichte Holger Heinrich. Im Blickpunkt stünden die breiten Indices, gekauft würden etwa der iShares S&P 500 ESG EUR Hedged (ISIN IE000CR7DJI8 / WKN A3DMKV) und der iShares MSCI USA ESG Screened. Ebenfalls gesucht seien Value-Aktien, konkret mit dem Ossiam Shiller Barclays CAPE US Sector Value.
Auch bei den globalen Indexfonds sei der Zuspruch für ESG- und SRI-Produkte groß, wie Heinrich ergänze, ebenso gefragt seien aber auch der Standard. "Das Interesse an europäischen Aktien hat im Vergleich zur Vorwoche etwas nachgelassen", erkläre der Händler außerdem. Auch hier seien ESG-Varianten beliebt, beispielsweise der BNP Paribas Easy MSCI Europe ESG Filtered und der Amundi Index MSCI Europe SRI PAB (ISIN LU2059756598 / WKN A2PTYY).
Mehr Interesse sehe Wörndl aktuell für die lange im Schatten stehenden Emerging Markets-Tracker, etwa den iShares Core MSCI EM IMI und den iShares Asia Pacific Dividend. Ebenfalls auf den Einkaufslisten: Türkische (ISIN IE00B1FZS574 / WKN A0LEW5) und brasilianische Aktien (ISIN IE00B0M63516 / WKN A0HGWA). "Wir sehen vermehrt Zuflüsse." Die Emerging Markets hätten zuletzt zwar etwas zulegen können, würden den Industrieländern aber immer noch hinterherhinken. Während der S&P 500 und auch der DAX im ersten Halbjahr auf ein Plus von rund 16 Prozent gekommen seien, seien es beim MSCI Emerging Markets nur gut 3 Prozent gewesen.
Laut UBS würden sich Portfolios mit Emerging Markets- und China-A-Aktien-ETFs robuster diverzifizieren lassen. Analysen der Bank zufolge hätte in den vergangenen 25 Jahren ein reines Investment in den MSCI EM höhere Renditen gebracht als ein Investment in den MSCI World, allerdings bei viel höherer Volatilität. Die niedrigste Volatilität hätte sich bei einer Portfolioaufteilung von 70 Prozent MSCI World und 30 Prozent MSCI EM ergeben. "Seiner wichtigen Rolle in der Weltwirtschaft zum Trotz ist China in globalen Indices meist unterrepräsentiert", erkläre Dag Rodewald, Leiter UBS ETF Deutschland & Österreich, in seinem aktuellen Kommentar.
So habe 2021 der Anteil Chinas am globalen BIP 18,1 Prozent betragen, das Land sei aber nur mit 3,6 Prozent im MSCI ACWI vertreten, dem globalen Industrie- und Schwellenländerindex. "China-A-Aktien, sogenannte Inlandsaktien, stellen einen Großteil des chinesischen Aktienmarkts dar und sollten in keiner Allokation fehlen."
Was Branchen-ETFs angehe, hätten Technologie-ETFs im ersten Halbjahr einen echten Lauf gehabt. Der NASDAQ 100 sei auf knapp 39 Prozent gekommen - das sei das beste erste Halbjahr seiner Geschichte gewesen. Nun würden sich einige Anleger*innen von ihren Positionen trennen, wie Wörndl von Lang & Schwarz beobachte. Verkauft werde etwa der iShares S&P 500 Information Technology Sector. "Das dürften Gewinnmitnahmen sein."
Im Handel mit Krypto-ETNs sei der Bitcoin-Anstieg über 30.000 US-Dollar spürbar. "Wir sehen wieder mehr Geschäft, aber in beide Richtungen", erkläre Wörndl. Die meisten Umsätze melde er für den ETC Group Physical Bitcoin. Hintergrund für den jüngsten Kursanstieg sei die Meldung gewesen, dass BlackRock in den USA einen Antrag für einen sogenannten Spot-Bitcoin-ETF bei der US-Börsenaufsicht gestellt habe. Doch die Anträge seien abgewiesen worden, wie das "Wall Street Journal" nun melde. "Hier hat sich das nicht ausgewirkt", bemerke Wörndl. Am Dienstagmorgen sei der Bitcoin knapp unter 31.000 US-Dollar gehandelt worden. (Ausgabe vom 04.07.2023) (05.07.2023/fc/a/e)
"Der Umsatz lag unter dem der Vorwoche", berichte Holger Heinrich von der Baader Bank. "Und obwohl die Aktienindices durch die Bank weg deutlich zulegen konnten, hatten wir nur rund 20 Prozent mehr Käufe als Verkäufe." Am Dienstagmittag stehe der DAX bei 16.066 Punkten nach 15.800 Zählern vor einer Woche. Aktuell würden allerdings die Impulse fehlen: Wegen des Unabhängigkeitstags in den USA am Dienstag und dem schon am Montag verkürzten Handel gehe es derzeit ruhig zu an den Börsen.
Fabian Wörndl von Lang & Schwarz melde überwiegend Käufe für die großen ETFs auf europäische oder US-amerikanische Indices. "Der Investitionsschwerpunkt hat sich wieder Richtung USA verlagert", berichte Holger Heinrich. Im Blickpunkt stünden die breiten Indices, gekauft würden etwa der iShares S&P 500 ESG EUR Hedged (ISIN IE000CR7DJI8 / WKN A3DMKV) und der iShares MSCI USA ESG Screened. Ebenfalls gesucht seien Value-Aktien, konkret mit dem Ossiam Shiller Barclays CAPE US Sector Value.
Auch bei den globalen Indexfonds sei der Zuspruch für ESG- und SRI-Produkte groß, wie Heinrich ergänze, ebenso gefragt seien aber auch der Standard. "Das Interesse an europäischen Aktien hat im Vergleich zur Vorwoche etwas nachgelassen", erkläre der Händler außerdem. Auch hier seien ESG-Varianten beliebt, beispielsweise der BNP Paribas Easy MSCI Europe ESG Filtered und der Amundi Index MSCI Europe SRI PAB (ISIN LU2059756598 / WKN A2PTYY).
Laut UBS würden sich Portfolios mit Emerging Markets- und China-A-Aktien-ETFs robuster diverzifizieren lassen. Analysen der Bank zufolge hätte in den vergangenen 25 Jahren ein reines Investment in den MSCI EM höhere Renditen gebracht als ein Investment in den MSCI World, allerdings bei viel höherer Volatilität. Die niedrigste Volatilität hätte sich bei einer Portfolioaufteilung von 70 Prozent MSCI World und 30 Prozent MSCI EM ergeben. "Seiner wichtigen Rolle in der Weltwirtschaft zum Trotz ist China in globalen Indices meist unterrepräsentiert", erkläre Dag Rodewald, Leiter UBS ETF Deutschland & Österreich, in seinem aktuellen Kommentar.
So habe 2021 der Anteil Chinas am globalen BIP 18,1 Prozent betragen, das Land sei aber nur mit 3,6 Prozent im MSCI ACWI vertreten, dem globalen Industrie- und Schwellenländerindex. "China-A-Aktien, sogenannte Inlandsaktien, stellen einen Großteil des chinesischen Aktienmarkts dar und sollten in keiner Allokation fehlen."
Was Branchen-ETFs angehe, hätten Technologie-ETFs im ersten Halbjahr einen echten Lauf gehabt. Der NASDAQ 100 sei auf knapp 39 Prozent gekommen - das sei das beste erste Halbjahr seiner Geschichte gewesen. Nun würden sich einige Anleger*innen von ihren Positionen trennen, wie Wörndl von Lang & Schwarz beobachte. Verkauft werde etwa der iShares S&P 500 Information Technology Sector. "Das dürften Gewinnmitnahmen sein."
Im Handel mit Krypto-ETNs sei der Bitcoin-Anstieg über 30.000 US-Dollar spürbar. "Wir sehen wieder mehr Geschäft, aber in beide Richtungen", erkläre Wörndl. Die meisten Umsätze melde er für den ETC Group Physical Bitcoin. Hintergrund für den jüngsten Kursanstieg sei die Meldung gewesen, dass BlackRock in den USA einen Antrag für einen sogenannten Spot-Bitcoin-ETF bei der US-Börsenaufsicht gestellt habe. Doch die Anträge seien abgewiesen worden, wie das "Wall Street Journal" nun melde. "Hier hat sich das nicht ausgewirkt", bemerke Wörndl. Am Dienstagmorgen sei der Bitcoin knapp unter 31.000 US-Dollar gehandelt worden. (Ausgabe vom 04.07.2023) (05.07.2023/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 8,214 € | 8,206 € | 0,008 € | +0,10% | 17.04./11:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| IE000CR7DJI8 | A3DMKV | 8,25 € | 6,01 € | |
Werte im Artikel




