So viel Geld steckt schon in Rüstungs-ETFs - ETF-News


27.03.25 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Auf den Rüstungssektor spezialisierte ETFs mit Vertriebszulassung in Europa verwalten mittlerweile rund 7,2 Milliarden US-Dollar (6,7 Mrd. Euro), so die Experten von "FONDS professionell".

Das gehe aus einer Auswertung der Volumina von Indexfonds mit dem Namensbestandteil "Defence" oder "Defense" durch "FONDS professionell ONLINE" hervor.

Die Zahl zeige, welche Relevanz die Aufrüstung als Investmentthema mittlerweile in vielen Kundendepots habe. Allein der jüngst lancierte Wisdom Tree Europe Defence ETF (ISIN IE0002Y8CX98/ WKN A40Y9K), der sich auf die europäische Verteidigungsindustrie fokussiere, habe dem Anbieter zufolge in den ersten beiden Handelswochen netto 554 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Von einer auf vier Milliarden Dollar in gut einem halben Jahr

Ebenso eindrücklich sei die Entwicklung des Van Eck Defense ETF (ISIN IE000YYE6WK5/ WKN A3D9M1), der bei seiner Auflage vor knapp zwei Jahren der erste in Europa verfügbare "Pure Play"-Indexfonds für Rüstungsinvestments gewesen sei: Im August 2024 habe das verwaltete Vermögen die Marke von einer Milliarde Dollar geknackt - nun, nur rund sieben Monate später, habe er sein Fondsvolumen vervierfacht.

"Die globalen Spannungen und zunehmenden Unsicherheiten führen seit einigen Jahren spürbar dazu, dass die Staaten der eigenen Verteidigungsfähigkeit wieder einen deutlich höheren Stellenwert einräumen", sage Van-Eck-Europachef Martijn Rozemuller. "In den letzten zwei Jahren haben die europäischen Nato-Mitglieder ihre Ausgaben für die Modernisierung ihrer militärischen Fähigkeiten um 100 Milliarden US-Dollar erhöht", ergänze Produktmanager Roel Houwer. Er verweise zudem auf die jüngst beschlossene Reform der Schuldenbremse in Deutschland, um künftig deutlich mehr Geld für die Verteidigung ausgeben zu können. Dieser Richtungswechsel habe zu einem deutlichen Kursanstieg von Rüstungsaktien geführt, so Houwer.

Der Trend rufe jedoch auch Kritiker hervor. Hadewych Kuiper, die Chefin von Triodos Investment Management, argumentiere beispielsweise, das Engagement privater Investoren in der Rüstungsindustrie berge Fehlanreize. (27.03.2025/fc/n/e)