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Grüne Anleihen-ETF-Studie: Diese Energieunternehmen haben den größten Impact
20.01.22 09:55
Franklin Templeton
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Pro 10 Mio. Euro Investitionssumme führt der im Bereich Energie investierte Anteil grüner Anleihen-ETFs zu Emissionseinsparungen in Höhe von 898 Tonnen CO2-Äquivalent, was dem jährlichen Stromverbrauch von 653 europäischen Haushalten entspricht, so Marcus Weyerer, Senior ETF Investment Strategist bei Franklin Templeton Investments.
Die CO2-Emissionen im Stromsektor seien im Jahr 2019 um 1,3% gesunken, würden jedoch nach wie vor 41% aller energiebezogenen CO2-Emissionen und somit die Hauptquelle dieser Emissionen ausmachen (Quelle: Tracking Power 2020 - Analyse der IEA). Obwohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zunehme, seien zusätzliche Anstrengungen und Investitionen vonnöten, um eine anhaltende Ausrichtung am Ziel des Übereinkommens von Paris, die durchschnittliche Erderwärmung bis 2100 auf 2°C oder weniger zu begrenzen, sicherzustellen.
Eine Analyse der Mittelverwendungen bei Anleihen-ETFs habe die Teilsektoren innerhalb des Energiebereichs verglichen - erneuerbare Energien, Übertragung und Verteilung sowie Energieeffizienz. Als Bereich, auf den die meisten Investitionen im Fonds entfallen würden, hätten genug Anleihen zu den einzelnen Teilsektoren beigetragen, sodass zuverlässige Erkenntnisse aus den Daten hätten abgeleitet werden können.
Jeder Teilsektor sei in Bezug auf dessen Kohlenstoff-Auswirkungsgrad (Carbon Impact Ratio, CIR) beurteilt worden - d.h. die für jede ausgestoßene Tonne an CO2-Emissionen vermiedenen Emissionen. Diese Zahlen würden ein klares Bild darüber zeichnen, wie unterschiedlich die CO2-Einsparungen ausfallen könnten, und zwar je nachdem, in welcher Phase des Energieerzeugungsprozesses die Mittel investiert würden.
Erneuerbare Energien hätten mit 10,2 Tonnen den mit Abstand höchsten CIR aufgewiesen. Dies entspreche 10,2 Tonnen an vermiedenen Emissionen für jede Tonne an CO2, die bei einem erneuerbaren Energieprojekt anfalle. Dies sei der im Rahmen der Analysen mit Abstand wirkungsstärkste Teilsektor. An zweiter Stelle hätten Energieeffizienzprojekte gestanden, die Emissionseinsparungen von 1,9 Tonnen aufgewiesen hätten. Im Bereich Übertragung und Verteilung seien dagegen 0,1 Tonnen an Kohlenstoff eingespart worden. Es sei nicht sehr überraschend, dass der Ausbau der erneuerbaren Energiekapazitäten hier den klaren Gewinner darstelle, und es sei wichtig, anzumerken, wie bedeutend dieser Kapazitätsausbau sei.
Investoren, die Investitionen in Unternehmen mit hohem Impact anstreben würden, sollten sich bei Firmen engagieren, die in großem Umfang Kapazitäten im Bereich erneuerbare Energien aufbauen würden, wobei die Vorgehensweise der Unternehmen einer sorgfältigen Due Diligence zu unterziehen sei. Dieser Ansatz hebe den Grenzertrag jeder vermiedenen Tonne CO2 in dem Land hervor, in dem das Projekt angesiedelt sei. Andererseits werde dadurch die relative Bedeutung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Ländern mit kohlenstoffintensiveren Stromnetzen stärker hervorgehoben.
Die Elektrifizierung sei ein wichtiger Trend zur Unterstützung der Emissionsreduzierung in anderen Sektoren und erfordere eine Stärkung des Stromnetzes. Während erneuerbare Energien in der Regel kohlenstoffarm seien, sollten auch die Lebenszyklus-Emissionen aus dem Bau und dem Betrieb sowie die Frage berücksichtigt werden, wie widerstandsfähig die Technologie gegenüber dem Klimawandel sei. Einblicke in die Planung bezüglich Überschwemmungen oder Dürren sowie die Laufzeit der Anlage seitens Emittenten wären wünschenswert. Die installierte Gesamtkapazität an erneuerbaren Energieanlagen sei ein nützlicher Anhaltspunkt für den Gesamtbeitrag zu sauberer Energie.
In ihren Impact Reports würden Emittenten jedoch nicht immer zwischen verschiedenen Arten erneuerbarer Energien unterscheiden. Dadurch könnten einige der wichtigen Erwägungen in Bezug auf den Lebenszyklus und die lokale Umwelt außer Acht gelassen werden, vor allem bei Biokraftstoffen und Wasserkraft. Auch die Planung zur Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel werde in den Berichten nicht abgedeckt. Obwohl es schwieriger sei, diese Faktoren zu erfassen, sollten Nutzer von Impact-Daten darauf drängen, mehr Einblick in diesen Bereich zu erhalten.
Die Auswirkungen des Aufbaus neuer erneuerbarer Energiekapazitäten könnten nicht stark genug hervorgehoben werden und Investoren sollten die Emittenten zu hohen Standards anhalten. Investoren müssten versuchen, sicherzustellen, dass die erneuerbaren Energiekapazitäten tatsächlich ausgebaut und nicht einfach nur bestehende Anlagen refinanziert würden.
Die lokale Umwelt und der lokale Stromnetzfaktor müssten berücksichtigt werden, um ein akkurates Bild der Emissionseinsparungen zu erhalten. Die Lebenszyklus-Emissionen aus dem Bau, dem Betrieb und den Biokraftstoff-Rohmaterialien sowie die Auswirkungen auf die lokale Umwelt seien für Anleger wichtig zu verstehen und müssten daher von den Emittenten offengelegt werden. Die Widerstandsfähigkeit von Infrastruktur gegenüber dem Klimawandel müsse eingeplant werden. Seien Energieanlagen in der Lage, Dürren und extremen Temperaturen standzuhalten? Sollten diese Anlagen die nächsten 30 bis 40 Jahre bestehen, müssten diese Punkte berücksichtigt werden.
Iberdrola, EDF, ERG und EDP hätten im Hinblick auf ihre Umweltauswirkungen am besten abgeschnitten. Zudem hätten sie durch eine äußerst transparente Berichterstattung geglänzt. Der dänische Energiekonzern Ørsted weise ein Rahmenwerk für grüne Finanzierungen auf, das den Übergang des Unternehmens von fossilen Brennstoffen zu erneuerbarer Energie fördere. Ørsted lege den Fokus auf Offshore-Windkraft und arbeite zusammen mit Lieferanten an der Emissionsreduzierung und Berichterstattung zu Lebenszyklus-Emissionen. (20.01.2022/fc/n/e)
Die CO2-Emissionen im Stromsektor seien im Jahr 2019 um 1,3% gesunken, würden jedoch nach wie vor 41% aller energiebezogenen CO2-Emissionen und somit die Hauptquelle dieser Emissionen ausmachen (Quelle: Tracking Power 2020 - Analyse der IEA). Obwohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zunehme, seien zusätzliche Anstrengungen und Investitionen vonnöten, um eine anhaltende Ausrichtung am Ziel des Übereinkommens von Paris, die durchschnittliche Erderwärmung bis 2100 auf 2°C oder weniger zu begrenzen, sicherzustellen.
Eine Analyse der Mittelverwendungen bei Anleihen-ETFs habe die Teilsektoren innerhalb des Energiebereichs verglichen - erneuerbare Energien, Übertragung und Verteilung sowie Energieeffizienz. Als Bereich, auf den die meisten Investitionen im Fonds entfallen würden, hätten genug Anleihen zu den einzelnen Teilsektoren beigetragen, sodass zuverlässige Erkenntnisse aus den Daten hätten abgeleitet werden können.
Jeder Teilsektor sei in Bezug auf dessen Kohlenstoff-Auswirkungsgrad (Carbon Impact Ratio, CIR) beurteilt worden - d.h. die für jede ausgestoßene Tonne an CO2-Emissionen vermiedenen Emissionen. Diese Zahlen würden ein klares Bild darüber zeichnen, wie unterschiedlich die CO2-Einsparungen ausfallen könnten, und zwar je nachdem, in welcher Phase des Energieerzeugungsprozesses die Mittel investiert würden.
Erneuerbare Energien hätten mit 10,2 Tonnen den mit Abstand höchsten CIR aufgewiesen. Dies entspreche 10,2 Tonnen an vermiedenen Emissionen für jede Tonne an CO2, die bei einem erneuerbaren Energieprojekt anfalle. Dies sei der im Rahmen der Analysen mit Abstand wirkungsstärkste Teilsektor. An zweiter Stelle hätten Energieeffizienzprojekte gestanden, die Emissionseinsparungen von 1,9 Tonnen aufgewiesen hätten. Im Bereich Übertragung und Verteilung seien dagegen 0,1 Tonnen an Kohlenstoff eingespart worden. Es sei nicht sehr überraschend, dass der Ausbau der erneuerbaren Energiekapazitäten hier den klaren Gewinner darstelle, und es sei wichtig, anzumerken, wie bedeutend dieser Kapazitätsausbau sei.
Die Elektrifizierung sei ein wichtiger Trend zur Unterstützung der Emissionsreduzierung in anderen Sektoren und erfordere eine Stärkung des Stromnetzes. Während erneuerbare Energien in der Regel kohlenstoffarm seien, sollten auch die Lebenszyklus-Emissionen aus dem Bau und dem Betrieb sowie die Frage berücksichtigt werden, wie widerstandsfähig die Technologie gegenüber dem Klimawandel sei. Einblicke in die Planung bezüglich Überschwemmungen oder Dürren sowie die Laufzeit der Anlage seitens Emittenten wären wünschenswert. Die installierte Gesamtkapazität an erneuerbaren Energieanlagen sei ein nützlicher Anhaltspunkt für den Gesamtbeitrag zu sauberer Energie.
In ihren Impact Reports würden Emittenten jedoch nicht immer zwischen verschiedenen Arten erneuerbarer Energien unterscheiden. Dadurch könnten einige der wichtigen Erwägungen in Bezug auf den Lebenszyklus und die lokale Umwelt außer Acht gelassen werden, vor allem bei Biokraftstoffen und Wasserkraft. Auch die Planung zur Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel werde in den Berichten nicht abgedeckt. Obwohl es schwieriger sei, diese Faktoren zu erfassen, sollten Nutzer von Impact-Daten darauf drängen, mehr Einblick in diesen Bereich zu erhalten.
Die Auswirkungen des Aufbaus neuer erneuerbarer Energiekapazitäten könnten nicht stark genug hervorgehoben werden und Investoren sollten die Emittenten zu hohen Standards anhalten. Investoren müssten versuchen, sicherzustellen, dass die erneuerbaren Energiekapazitäten tatsächlich ausgebaut und nicht einfach nur bestehende Anlagen refinanziert würden.
Die lokale Umwelt und der lokale Stromnetzfaktor müssten berücksichtigt werden, um ein akkurates Bild der Emissionseinsparungen zu erhalten. Die Lebenszyklus-Emissionen aus dem Bau, dem Betrieb und den Biokraftstoff-Rohmaterialien sowie die Auswirkungen auf die lokale Umwelt seien für Anleger wichtig zu verstehen und müssten daher von den Emittenten offengelegt werden. Die Widerstandsfähigkeit von Infrastruktur gegenüber dem Klimawandel müsse eingeplant werden. Seien Energieanlagen in der Lage, Dürren und extremen Temperaturen standzuhalten? Sollten diese Anlagen die nächsten 30 bis 40 Jahre bestehen, müssten diese Punkte berücksichtigt werden.
Iberdrola, EDF, ERG und EDP hätten im Hinblick auf ihre Umweltauswirkungen am besten abgeschnitten. Zudem hätten sie durch eine äußerst transparente Berichterstattung geglänzt. Der dänische Energiekonzern Ørsted weise ein Rahmenwerk für grüne Finanzierungen auf, das den Übergang des Unternehmens von fossilen Brennstoffen zu erneuerbarer Energie fördere. Ørsted lege den Fokus auf Offshore-Windkraft und arbeite zusammen mit Lieferanten an der Emissionsreduzierung und Berichterstattung zu Lebenszyklus-Emissionen. (20.01.2022/fc/n/e)


