ESPA STOCK BIOTEC im Plus


15.05.06 15:16
DER FONDS.com

Ein Fondsmanager, den Unternehmensbilanzen nicht interessieren? Hans Leitner von der österreichischen Erste Sparinvest nimmt sich diese Freiheit, und der Erfolg gibt ihm Recht, so die Experten von "DER FONDS.com".

In der Vergleichsgruppe der Rating-Agentur Morningstar liege sein ESPA STOCK BIOTEC im 3-Jahres-Vergleich mit einem Plus von 64,9 Prozent auf Platz 2 von 46 Biotechnologiefonds. Leitner manage ihn seit seiner Auflegung am 17. April 2000.

Bei der Steuerung des 60 Mio. Euro schweren Fonds müsse er sich an keine Benchmark halten. "Wir können somit in Märkte investieren, die von anderen gar nicht beobachtet werden", habe Leitner zu "DER FONDS.com" gesagt. Benchmark-orientierte Fonds müssten sich dagegen an die wenigen vorhandenen Indices halten, weshalb die Depots auch größtenteils ähnlich gewichtet wären. In der Tat: Kaum ein Biotech-Fonds weise einen Korea-Anteil von 28 Prozent wie der ESPA STOCK BIOTEC auf. Vor sechs Jahren habe Leitner sogar 20 Prozent des Fondsvermögens in Australien investiert. "Das war, als viele noch nicht einmal wussten, dass es dort solche Werte gibt", habe sich der Querdenker erinnert.

In seinem Portfolio setze er ausschließlich auf innovative Unternehmen aus der Biotech-Branche. "Ein Wert wird erst dann für mich interessant, wenn mehr als die Hälfte, am besten sogar 70 Prozent, des Firmenbudgets in Forschung und Entwicklung investiert werden", so der Fondsmanager. Firmen, die ihre Kosten um jeden Preis reduzieren würden, hätten sich damit somit selbst disqualifiziert. Leitner: "So etwas geht meist zulasten der Innovationskraft und der Kapazitäten aber stets zugunsten des Managements." Die Produktpipeline sollte dagegen immer mehrere Projekte in verschiedenen Entwicklungsstufen enthalten, weil dadurch das Risiko eines Medikamentenflops zurückgehe.

Dass die Biotech-Aktienkurse sich seit knapp drei Monaten in einer Korrektur befinden würden, sehe Leitner hingegen gelassen: "Jedes Medikament hat Nebenwirkungen, trotzdem kann es ein Verkaufsschlager werden." Ein Beispiel sei Viagra - ein Verkaufsknüller, obwohl es genau in der Zielgruppe der älteren Männer Herzinfarkte verursache. "Nebenwirkungen werden die Entwicklung nicht aufhalten", so der ESPA-Manager zu "DER FONDS.com". In den kommenden Jahren sei daher mit Renditen im zweistelligen Bereich zu rechnen.

Zudem sei davon auszugehen, dass die künftige Entwicklung viele Anleger nach Asien führen werde, so Leitner weiter. Dort würden die Regierungen die Biotech-Infrastruktur derzeit mit Hochdruck ausbauen. Ein erster Effekt: "Die US-Unternehmen bekommen Probleme, asiatische Biotech-Spezialisten anzuwerben." Weil die asiatischen Unternehmen von westlichen Investoren bislang weitgehend unbehelligt geblieben seien, gebe es sie derzeit noch zum Sonderpreis mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Zum Vergleich: Die DAX-Werte würden derzeit bei einem durchschnittlichen KGV von 13 notieren.

Neben seiner Korea-Position habe Leitner trotzdem 57 Prozent seines Fondsvermögens in US-Werten angelegt, "weil dieser Markt einfach der größte ist." Die drittgrößte Position seien australische Titel mit einem Anteil von rund 6 Prozent. Insgesamt verteile Leitner das Fondsvermögen auf etwa 65 Werte. Um in den ESPA STOCK BIOTEC einzusteigen, müsse keine Mindestanlagesumme beachtet werden. Sparpläne seien grundsätzlich möglich, ihre Höhe hänge jedoch vom jeweiligen Vertriebsunternehmen ab. Der Ausgabeaufschlag betrage 4 Prozent; die jährliche Verwaltungsvergütung liege bei 1,8 Prozent.

Hans Leitner (36) arbeite seit 1998 für die Erste Sparinvest. Zuvor sei er seit 1996 bei der Bank Austria unter anderem für Spezialfonds verantwortlich gewesen. Seine Karriere habe Leitner 1995 mit der Ausbildung zum Börsenhändler gestartet. Danach sei er zum Bankhaus Schellhammer & Schatterer gewechselt, wo er in das Fondsmanagement eingestiegen sei.






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