ESG kompakt: Baby-Boom bei Nachhaltigkeitsfonds - Fondsnews


05.05.21 15:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein neuer Klima- oder Green-Bond-Fonds auf den Markt kommt oder ein ETF-Spezialist seine ESG-Palette erweitert, so die Experten von "FONDS professionell".

FONDS professionell ONLINE stelle die Produktneuheiten der letzten Wochen kurz und bündig vor.

Unter den neu aufgelegten Produkten würden sich ein neuer Wasserstoff-ETF, die ESG-Variante eines multimilliardenschweren Rentenfonds und mehrere Produkte finden, die auf die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens abzielen würden. Fündig werde auch, wer in Green Bonds investieren möchte.

FONDS professionell ONLINE habe die Fondsneuheiten der vergangenen Wochen übersichtlich aufbereitet. Welche ESG-Fonds seien "frisch" auf der Welt?

Deka lanciere nachhaltigen Mischfonds mit Aktienfokus
Die Deka erweitere ihr Produktangebot um den Mischfonds Deka-Nachhaltigkeit Dynamisch. Das Portfolio werde benchmarkfrei gemanagt und könne weltweit und flexibel in unterschiedliche Anlageklassen investieren, mit einem deutlichen Fokus auf Aktien. Die Aktienquote betrage bis zu 100 Prozent, könne zeitweise aber auch auf bis zu 25 Prozent gesenkt werden. "Für das Portfolio des Fonds kommen nur Wertpapiere in Frage, die zuvor einen Nachhaltigkeitsfilter mit einem strengen Ausschlussmechanismus durchlaufen haben", teile das Wertpapierhaus der Sparkassen mit. Die nach dem Ausschlussprozess verbleibenden Unternehmen und Staaten würden hinsichtlich der drei Nachhaltigkeitskategorien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bewertet.

PIMCO bringe ESG-Variante des Income-Flaggschiffs
Der kalifornische Anleihespezialist PIMCO habe den PIMCO GIS ESG Income aufgelegt. "Dieser investiert ausschließlich in Wertpapiere mit starken ESG-Kennzahlen und zielt gleichzeitig darauf ab, für die Anleger hohe und regelmäßige Erträge zu generieren", teile der Anbieter mit. Der Fonds dürfe gewissermaßen als nachhaltig investierende Variante des rund 69 Milliarden US-Dollar schweren PIMCO GIS Income Fund gelten. Im Team der Portfoliomanager finde sich unter anderem PIMCO-Chefanlagestratege Dan Ivascyn.

LFDE starte zweiten Impact-Fonds
Der französische Vermögensverwalter La Financière de l'Echiquier (LFDE) lege mit dem Echiquier Climate Impact Europe seinen zweiten Impact-Fonds auf. Verwaltet werde er von Adrien Bommelaer, Luc Olivier und Paul Merle. Zum Einsatz komme unter anderem ein eigens entwickelter "Klimareife"-Score, um die Unternehmen im Anlageuniversum zu bewerten. "Wir sind überzeugt, dass Impact-Investing einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, indem Kapital gezielt in verantwortungsbewusste Unternehmen geleitet wird, die ihren klimabedingten Wandel eingeleitet haben", sage LFDE-Chefanlagestratege Olivier de Berranger.

Neuer Bluebay-Rentenfonds setze auf sieben Nachhaltigkeitsthemen
Der Asset Manager Bluebay habe einen Fonds aufgelegt, der es Anleiheinvestoren ermöglichen solle, durch Investments in liquide und öffentlich handelbare Schuldtitel positive Effekte zu erzielen. Der Bluebay Impact-Aligned Bond Fund "setzt auf Emittenten, die einen positiven Beitrag für Mensch und Natur leisten und zugleich attraktive Renditen erzielen wollen", heiße es in einer Pressemitteilung. Dabei stünden sieben Nachhaltigkeitsthemen im Mittelpunkt, drei soziale Aspekte (integrative Gesellschaft; Wissen und Fähigkeiten aufbauen; Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden gewährleisten) und vier Umweltthemen (Kreislaufwirtschaft; sauberes Wasser; saubere und sichere Energien; nachhaltige Mobilität und Infrastruktur). "Letztlich konzentrieren wir uns darauf, Unternehmen zu finden, die Lösungen zu unseren Nachhaltigkeitsthemen bieten und gleichzeitig gute Bewertungen aufweisen", erläutere Tom Moulds, der den Fonds gemeinsam mit My-Linh Ngo und Harrison Hill manage.

NN IP lanciere "grünen" Staatsanleihen-Fonds
Der Asset Manager NN Investment Partners runde mit dem NN (L) Sovereign Green Bond (ISIN LU2280235313) sein Angebot an Green-Bond-Fonds ab. "Dieser Fonds ist der erste Staatsanleihenfonds, der durch die von ihm finanzierten Projekte einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben will", teile der Anbieter mit. Er wende den gleichen Investmentansatz wie der NN Green Bond an, jedoch mit einem speziellen Fokus auf Staatsanleihen und anderen Papieren öffentlicher Anbieter. "Während in der Vergangenheit die Nachfrage nach Green Bonds vor allem von Impact-Investoren kam, sehen wir jetzt, dass auch mehr typische Fixed-Income-Investoren in Green Bonds allokieren", sage der leitende Portfoliomanager Bram Bos. Ihnen wolle man eine breite Palette bieten.

Nordea AM lege Green-Bond-Fonds auf
Nordea Asset Management habe sein Angebot an ESG-Lösungen um den Nordea 1 - Global Green Bond Fund erweitert. Der Fonds, der von Anton Nykvist und Sascha Stallberg verwaltet werde, erfülle unter anderem die "Green Bond Principles" des Branchenverbandes ICMA sowie den Green-Bond-Standard der Europäischen Union, teile der Anbieter mit. Um als "grüne Anleihe" eingestuft zu werden, dürften die Erlöse einer Emission ausschließlich zur Finanzierung oder Refinanzierung von Projekten oder Aktivitäten verwendet werden, die eine positive Wirkung auf die Umwelt hätten. Mindestens 70 Prozent des Portfoliovermögens sollten in Green Bonds fließen, die im Einklang mit den Zielen der EU-Taxonomie stünden. Emittenten, die die ESG-Standards von Nordea AM nicht erfüllen würden, würden aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen, so der Fondsanbieter.

Vaneck bringe Wasserstoff-ETF an die Börse
Vaneck habe Ende März den Vaneck Vectors Hydrogen Economy UCITS ETF an der Deutschen Börse listen lassen. Der ETF investiere weltweit in Unternehmen, die ihren Umsatz hauptsächlich in der Wasserstoffbranche generieren würden, darunter Wasserstoffproduzenten, Brennstoffzellenhersteller und Unternehmen aus dem Elektrolysebereich. "Zusammen mit unseren Indexteam von MVIS haben wir daran gearbeitet, die zielgerichtetste Investmentlösung im Bereich Wasserstoff zu entwickeln, die sich von den bisher breiteren Lösungen unterscheiden", erkläre Vaneck-Europachef Martijn Rozemuller. Im ETF würden sich dem Anbieter zufolge nur Unternehmen finden, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes in der Wasserstoffindustrie generieren oder die diese Quote bald erreichen würden.

BlackRock erweitere Angebot an nachhaltigen iShares-ETFs
Der US-Vermögensverwalter BlackRock habe mehrere iShares-ETFs auf den Markt gebracht, die einen ESG-Ansatz verfolgen würden. Zwei Produkte seien darauf ausgerichtet, dass Anleger ihre Portfolios mit den Zielen des Pariser Klimaabkommen in Einklang bringen könnten: Der iShares S&P 500 Paris-Aligned UCITS ETF (ISIN IE00BMXC7V63 / WKN A2QQYY) und der iShares MSCI World Paris-Aligned UCITS ETF seien so konzipiert, dass Anleger weniger physische Klimarisiken und weniger Risiken beim Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft eingehen würden, teile der Anbieter mit. Bereits Ende März habe BlackRock zwei nachhaltige Renten-ETFs lanciert, den iShares EUR Green Bond UCITS ETF und den iShares Global Govt Bond Climate UCITS ETF.

Amundi liste Paris-konformen Renten-ETF
Europas größter Asset Manager Amundi habe einen ETF auf Euro-Unternehmensanleihen an der Frankfurter Börse listen lassen, der die Ziele des Pariser Klimaabkommens unterstütze. Der Amundi iCPR Euro Corp Climate Paris Aligned PAB - UCITS ETF DR (ISIN LU2300295396 / WKN A2QP8D) sei mit laufenden Kosten von 0,16 Prozent das aktuell günstigste Produkt auf diese Anlageklasse, das die "Paris Aligned Benchmark"-Vorgaben erfülle, teile der Anbieter mit. Die Unternehmen im Fonds würden im Vergleich zum Standardindex nur die Hälfte des Kohlenstoffs emittieren und eine Reduzierung der Emissionen um sieben Prozent pro Jahr anstreben. "Wir glauben, dass ETFs eine entscheidende Rolle beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft spielen", lasse sich Amundi-ETF-Chefin Fannie Wurtz in der Mitteilung zitieren.

AXA IM bringe "kohlenstoffarmen" US-High-Yield-Fonds
AXA Investment Managers schließe für den neuen AXA WF US High Yield Low Carbon Bonds Fund (ISIN LU2257473772) viele kohlenstoffintensive Sektoren wie Metall-, Bergbau- und Stahlkonzerne aus. "Darüber hinaus werden die ESG-Ratings der Unternehmen im Investmentprozess berücksichtigt", teile der Anbieter mit. "Zudem kommen Screening-Filter zum Einsatz, die Engagements in Unternehmen mit niedrigen ESG-Werten minimieren sollen." Innerhalb des verbleibenden Anlageuniversums würden die "Kohlenstoff- und Wasserintensitätswerte" der Emittenten analysiert.

So solle die Kohlenstoff- und Wasserintensität im Vergleich zur Benchmark um mindestens 20 Prozent reduziert werden. Die neue Anlagestrategie sei auch dank einer verbesserten Datenlage möglich geworden, erläutere Fondsmanager Carl 'Pepper' Whitbeck: "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Vermeidung von Emittenten mit hoher Kohlenstoffintensität sowohl für die Gesamtrendite als auch für die Volatilität von Vorteil ist." Damit werde der neue Fonds zu einer "attraktiven Ergänzung" des bestehendens US-High-Yield-Angebotes.

UBS AM lege mehrere "Klimaschutz-ETFs" auf
UBS Asset Management habe Ende März fünf ETFs aufgelegt, die die Mindeststandards für "Paris-Aligned Benchmarks" der EU übertreffen würden. "Die UBS MSCI Climate Paris Aligned UCITS ETFs zielen darauf ab, Aktienanleger bei der Reduzierung ihrer Klimarisiken zu unterstützen", teile die Asset-Management-Sparte der Schweizer Bank mit. Die zugrundeliegenden MSCI-Indices würden auf die Aktien von Unternehmen setzen, die eine Reihe von Kriterien rund um Risiken und Chancen des Klimawandels erfüllen würden. UBS AM wolle Anlegern die Lösungen bieten, die sie benötigen würden, "um ihre Portfolios auf den von ihnen gewählten Dekarbonisierungspfad auszurichten", lasse sich UBS-AM-Präsidentin Suni Harford in der Mitteilung zitieren. In den kommenden Monaten sollten zwei weitere "Klimaschutz-ETFs" folgen. Einer basiere auf dem ACWI (All Country World Index), der andere auf dem Schwellenländerindex von MSCI. (05.05.2021/fc/n/s)





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