Und wenn ich dann schon gackere mit “einen Blick nach vorne schmeißen“, dann will ich auch damit beginnen. Fangen wir mal mit Japan an – einem Land, das aus der Ferne irgendwie so ähnlich, wie Deutschland wirkt, auf der anderen Seite auch wieder sehr fremd…
Auch wenn ich ein optimistischer Mensch bin, sehe ich für Japan schwarz. Vor einigen Tagen erwachte mein Antizyklikerherz und ich dachte, dass es eine naheliegende Idee wäre, in Japan Bauaktien, Stahlwerte zu kaufen… Denn es wird bald massiv aufgebaut werden. Und es wie eine Sonderkonjunktur geschaffen, wie in Deutschland damals nach der Wiedervereinigung – keine Ahnung, wie hoch das die Wirtschaft führen wird – aber diese isolierte Sonderkonjunktur wird den Blick Japans auf sich selbst richten… und nicht mehr in die Welt, zum Wettbewerb… Die komparative Wettbewerbsfähigkeit wird sinken - ihr merkt, im Herzen bin ich Klassiker.
Und durch die atomare Katastrophe legt sich ein diffuses, schlechtes Image auf japanische Produkte – ob das nicht verstrahlt ist?! Und das in einer Zeit, in der Produkte gekauft, weil sie cool sind…
Weiterhin wird die japanische Technologiegläubigkeit abnehmen. Ich sehe nichts, was dieses Vakuum in den japanischen Köpfen ersetzen mag.
Und dann die Währung. Dazu hat man viel lesen können, in beide Richtungen. Und beide Seiten haben recht – derzeit verkauft Japan massiv, dass zu steigendem Yen führt, aber wenn dieser Verkauf zum Abschluss kommt – oder vom Volumen her nachlässt, wird der Yen nachgeben. Ich werde jedes signifikante Yen-Hoch nutzen, das Währungspaar EUR/JPY zu verbilligen.
Was bedeutet das für den Aktienmarkt? - Kurzfristig short - Mittelfristig long - Langfrsitig short ----------- Die tödliche Krankheit des Menschen ist seine Meinung, er wisse. Michel de Montaigne |