Gibich, Ich bin in großer Verlegenheit, denn ich sah erst kürzlich Deinen Beitrag auf den ich Dir jetzt in aller Schnelle antworten möchte.
Die dem König Salomo von der Königin von Saba gestellten Rätsel sind ein Rätsel geblieben, ebenso wie die Legenden, die sich um die Königin ranken. Die Einschätzung der Person schwankt, ähnlich wie bei der badenden Susanna, zwischen der Braut Christi-weltentsagende Gläubige- und der teuflischen Verführerin -dämonische Beischläferin-. Sie wurde im Laufe der Jahrtausende also sowohl verklärt als auch verteufelt. Die aus der Rätselhaftigkeit hervorgegangene Ambivalenz beider „Fälle“ wirkte, in ihrer Legendenbildung, äußerst fantasiefördernd auf Komponisten (hier Händel), Literaten (u.a. Brecht, der die Wanderlegende des salomonischen Urteils aufgriff) und vielfach auf die bildende Kunst. König Salomon, der auch als der „Herr der Tiere“ galt, die er-ähnlich wie Orpheus- um sich versammelte, wurde nicht nur als außergewöhnlich weise ( salomonisches Urteil im Streit der beiden „Dirnen“ um ein Kind) angesehen, sondern er soll auch der Erbauer des Tempels in Jerusalem (ca. 950 v. Chr.), dessen beide Säulen, die für Stabilität stehen, als Grundpfeiler der Humanität gelten, sein. Die Freimaurer haben sich hier angelehnt. Der Wiedehopf war der königliche Botenvogel, der die Nachricht von der Ankunft der reichen Königin übermittelt.
In beiden Erzählungen geht es um Rechtsprechung. In der älteren wird Recht auf den Grundpfeilern der Humanität und durch die, von Gott verliehene Weisheit, eines weltlichen Herrschers gesprochen, Susanna wird durch den Einfluss des auf Daniel einwirkenden „Heiligen Geist“ durch „Zeugenbefragung“ gerettet. So knapp es war: Es waren weder die Eiche noch die Zeder.
Soweit meine unmaßgeblichen Assoziationen. Zur Beweihräucherung wird das schwerlich hinreichen und dafür ist es auch nicht gedacht.
Ob die maßlose Vielweiberei Salomons auch unter die berühmte Weisheit fällt, darüber lasse ich mich hier nicht aus. Das würde wohl den Rahmen sprengen und es gehört auch nicht zum Thema. ----------- "Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht." |