PANDEMIE - Triage in sächsischem Krankenhaus erregt Aufsehen
Berlin - Die Zahl der binnen eines Tages erfassten Toten nach Corona-Infektionen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch 952 weitere Todesfälle. Außerdem kamen 27 728 Neuinfektionen hinzu. Vergangenen Mittwoch waren 20 815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Allerdings meldete Sachsen nun 153 Todesfälle vom Vortag nach. Mehrere sächsische Landkreise weisen derzeit sehr hohe Infektionszahlen auf. Die Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle bundesweit steigt schon seit einiger Zeit an, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der Tod von Covid-19-Patienten wird häufig nachgemeldet.
Wirbel haben unterdessen Triage-Äußerungen eines Mediziners des Oberlausitzer Bergland-Klinikums im sächsischen Zittau ausgelöst. Triage bedeutet, dass angesichts einer begrenzten Zahl von Betten und Beatmungsgeräten das medizinische Personal notfalls unter Zeitdruck entscheiden muss, wer eine lebensrettende Behandlung erhält und wer nicht.
Der Ärztliche Direktor des Oberlausitzer Bergland-Klinikums in Zittau, Mathias Mengel, erklärte: "Wir waren in den vergangenen Tagen schon mehrere Male in der Situation, dass wir entscheiden mussten, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht." Es werde versucht, die Patienten, für die es keine Versorgung gibt, in eine andere Klinik zu verlegen. "Aber wir sind im Epizentrum, manche Häuser nehmen gar nicht mehr auf." Die Entscheidung könne auch bedeuten, dass es für einen nicht verlegungsfähigen Patienten dann keine entsprechende Hilfe mehr gebe.
... aus der Printausgabe der "Frankfurter Neuen Presse" vom 17.12.2020
Mittlerweile wird dem Bericht widersprochen... https://www.fnp.de/deutschland/...tscheidung-aktuell-zr-90133080.html |