Südossetien-Krise eskaliert
Krieg im Kaukasus
Tiflis (RPO). Die Krise im Kaukasus eskaliert: Georgische Truppen haben in der Nacht eine Offensive gegen die abtrünnige Provinz Südossetien gestartet. Die Regierung in Tiflis rief alle Soldaten zu den Waffen. Auch Moskau mischt sich in den Konflikt ein. Russlands Ministerpräsident Putin droht mit Vergeltung. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili kündigte eine vollständige Mobilmachung an. General Mamuka Kuraschwili sagte im russischen Fernsehsender Rustawi 2, die georgischen Truppen hätten begonnen, die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen. Schon zuvor gab es Berichte über heftige Gefechte, bei denen mindestens 15 Menschen getötet wurd Putin droht mit Vergeltung Auch Russland mischt sich jüngsten Meldungen zufolge in den Konflikt ein. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin kündigte Vergeltung an. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili erklärte, russische Kampfflugzeuge hätten georgische Orte und Einrichtungen bombardiert. Dabei seien Menschen verletzt worden. "Einer der Kampfflieger warf zwei Bomben nahe der Polizeistation in Kareli ab", teilte ein Sprecher des georgischen Innenministeriums am Freitag in Tiflis mit. Kareli liegt auf georgischem Gebiet nahe der Grenze zu Südossetien. Das russische Außenministerium wies diese Berichte jedoch zurück. "Das ist Unsinn", sagte ein Sprecher des Ministeriums in Moskau. "Die Information, dass russische Flugzeuge nach Georgien geflogen sind und dass ein russisches Flugzeug abgeschossen wurde, entsprechen nicht der Realität." UN-Sicherheitsrat kommt zusammen Auf Dringen Russlands kam der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Auf eine Erklärung konnten sich die Vereinten Nationen aber offenbar noch nicht verständigen. Der Sicherheitsrat sei noch nicht in der Lage, zu der Situation Stellung zu nehmen, erklärte der belgische UN-Botschafter Jan Grauls, der in diesem Monat den Sicherheitsrat leitet. In einer von Russland vorgeschlagenen Erklärung sollten Georgien und die abtrünnige Region aufgefordert werden, ihre Kampfhandlungen sofort zu beenden. Die USA, Großbritannien und andere Länder hatten sich aber dagegen ausgesprochen, dass beide Seiten aufgefordert werden, Gewalt zurückzuweisen. Die USA wollten auch verhindern, dass Russland Soldaten in diesen Konflikt entsendet. Die Europäische Union erwartet von den Konfliktparteien laut Diplomaten eine sofortige Einstellung der Gewalt. Die EU sei über die "dramatische Entwicklung" der Lage "sehr beunruhigt", sagte ein europäischer Diplomat am Freitag in Brüssel. Die Gemeinschaft sei in Kontakt mit allen Parteien und verfolge die Entwicklung sehr genau. Konsultationen mit der französischen EU-Ratspräsidentschaft und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seien im Gange. Die EU wiederhole den Appell des EU-Außenbeauftragten Javier Solana vom Vortag an die Adresse aller Parteien, die Gewalttätigkeiten umgehend zu beenden.
http://www.rp-online.de/public/article/politik/...eg-im-Kaukasus.html
CH ----------- Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.
Konfuzius |