wenn man sich die Wahlen historisch mal anschaut, so fällt auf, dass auf Bundesebene gut ein Drittel konservativ-liberal, ein weiteres Drittel viel Wert auf soziale Werte legt und linkslastig ist und ein letztes Drittel sich zwischen beiden Lagern hin- und her gerissen fühlt. Am Ende hast du dann zumeist eine Konstellation von 40:60 bis 60:40, momentan 55:45 für die linksorientierte Seite.
In den neuen Bundesländern kommt noch hinzu, dass das Vertrauen in der SPD an vielen Stellen relativ gering ausfällt und die linksorientierte Wählerschaft lieber die Linken wählt. Klar was will man auch erwarten, hat u.a. gerade die SPD in Punkto soziale Werte die letzten zwei Jahrzehnte keine Glanzleistung vollbracht und eher liberale als soziale Politik betrieben. Sicherlich mag dieser Weg so falsch nicht gewesen sein, doch wenn man sich vor allem Dinge wie Mindestlohn, Leiharbeit, Werkverträge, Dumpinglöhne, usw. anschaut, da hat man von einer SPD eben mehr erwartet als dem Treiben einfach nur zuzuschauen.
Ich sehe dies nicht kritisch, wenn ein linker Ministerpräsident eines Landes die Regierungsgeschäfte leitet, denn dann können die Linken endlich mal zeigen, inwieweit sie so manche Versprechen umsetzen können. Oppositionsgetöße zu machen ist eben immer wesentlich einfacher als dann das harte Brot der Realität mühsam kauen zu müssen.
Wiegesagt, die Linken haben nun die Chance zu zeigen inwieweit sie eine moderne und kompetente Linke sind. Wenn sie nix von dem erreichen was sie angekündigt haben, so werden die Linken auch sehr schnell wieder ihre Stimmen verlieren, die Erwartungen der Wähler an die Linken sind jedenfalls enorm hoch.
|