NZDGLE0001S3 - Delegat Group
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neuester Beitrag: 24.04.26 15:02
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| eröffnet am: | 24.04.26 13:57 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 8 |
| neuester Beitrag: | 24.04.26 15:02 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 325 |
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Leider kann dieser Thread keinem Wertpapier zugeordnet werden, da die Daten für Delegat nicht an Ariva geliefert werden. Ich eröffne ihn trotzdem, da ich die Aktie interessant finde, auch wenn momentan noch keine konkrete Kaufabsicht besteht.
Delegat Group ist kein breit aufgestellter Getränkekonzern, sondern ein fokussierter Premium-Weinproduzent. Genau darin liegt die Stärke des Unternehmens, aber auch seine Verwundbarkeit. Die Gesellschaft wurde 1947 in Neuseeland gegründet, ist mehrheitlich familiengeführt, seit dem 27. Juli 2004 börsennotiert und firmiert seit dem 11. Juli 2014 als Delegat Group Limited statt Delegat’s Group Limited. Die Aktie ist an der NZX unter dem Ticker DGL gelistet, die ISIN lautet NZDGLE0001S3; in deutschen Kursdiensten wird sie üblicherweise unter der WKN A1C5BB geführt. (Delegat)
Das Sortiment ist klar auf Super-Premium-Weine ausgerichtet. Das Zugpferd ist Oyster Bay, also neuseeländische Weine wie Sauvignon Blanc, Pinot Grigio, Chardonnay, Pinot Noir, Merlot, Rosé und Schaumweine. Dazu kommt Barossa Valley Estate mit australischen Rotweinen, vor allem Shiraz, Cabernet Sauvignon, Grenache Shiraz Mourvèdre und Malbec. Die kleinere Marke Delegat ergänzt das Portfolio mit Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Noir und Merlot aus Marlborough und Hawke’s Bay. Historisch ist vor allem Oyster Bay wichtig: Der erste Jahrgang 1990 gewann direkt Gold und die Marquis-de-Goulaine-Trophäe für den besten Sauvignon Blanc bei der London International Wine and Spirit Competition. Das ist bis heute der Kern der Markenstory. (Delegat)
Finanziell war das Geschäftsjahr 2025 durchwachsen, aber nicht kaputt. Delegat erzielte 349,6 Mio. NZ$ Umsatz, 51,1 Mio. NZ$ Operating NPAT, 49,0 Mio. NZ$ ausgewiesenen Nettogewinn und 116,5 Mio. NZ$ Operating EBITDA; die weltweiten Kistenverkäufe gingen auf 3,188 Mio. zurück, der operative Cashflow sprang jedoch auf 105,7 Mio. NZ$, und die Nettoverschuldung sank auf 328,6 Mio. NZ$. Im Halbjahr bis 31. Dezember 2025 sah es wieder etwas besser aus: 179,6 Mio. NZ$ Umsatz, 29,7 Mio. NZ$ Operating NPAT, 22,8 Mio. NZ$ Reported NPAT und 1,688 Mio. verkaufte Kisten; der Vorstand bestätigte für FY2026 eine Operating-NPAT-Guidance von 50 bis 55 Mio. NZ$. Auf Basis des Schlusskurses von 4,15 NZ$ am 20.04.2026 ergibt sich grob eine Marktkapitalisierung von rund 420 Mio. NZ$, ein KGV von etwa 8,6 auf Basis des FY25-EPS von 48,49 Cent, ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 0,7 und – auf Basis der zuletzt angekündigten Dividende von 0,20 NZ$ je Aktie – eine Rendite von rund 4,8 %. Das sieht bilanziell und bewertungstechnisch eher günstig als teuer aus. (Delegat)
Bei den Dividenden ist das Bild solide, aber nicht spektakulär. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde erneut eine voll angerechnete Dividende von 20,0 NZ-Cent je Aktie beschlossen; im Abschluss steht ausdrücklich, dass die Gesellschaft im laufenden Geschäft die Ausschüttung auf dem Vorjahresniveau gehalten hat und das mit der operativen Performance sowie den starken Cashflows begründet. Für Einkommensinvestoren ist das ordentlich. Man sollte Delegat aber nicht als klassischen Dividendenwachstumswert lesen, sondern eher als Unternehmen, das zwischen Investitionen in Weinberge, Kellereien und Ausschüttung abwägt. (Delegat)
Bei Kurszielen muss man nüchtern bleiben: Die Analystenabdeckung ist dünn. Stockopedia meldete zum 20.04.2026 ein Konsens-Kursziel von 5,95 NZ$, während MarketScreener um den Stichtag herum im Wesentlichen nur ein aktives Analystenziel von 6,30 NZ$ ausweist. Das ist kein breiter, belastbarer Konsens, sondern eher ein grober Hinweis darauf, dass die wenigen Beobachter den fairen Wert über dem damaligen Börsenkurs sahen. Ich würde solche Kursziele hier deshalb nur als Nebeninformation behandeln, nicht als harte Entscheidungsgrundlage. (Stockopedia)
Die eigentliche Investmentthese für die nächsten 5 bis 15 Jahre ist simpel: Delegat lebt von Markenstärke, vertikaler Integration und der Fähigkeit, aus drei anerkannten Weinregionen konstant Premiumqualität in globale Märkte zu liefern. Das Unternehmen selbst bezeichnet Nordamerika als wichtigsten Markt und größte Chance; zugleich ist Oyster Bay in China inzwischen die volumenstärkste neuseeländische Weinmarke. Dazu kommt, dass Delegat weiter in Weinberge und Kellereikapazitäten investiert hat und der 2025er Jahrgang laut Unternehmen qualitativ stark und mengenmäßig deutlich besser ausfiel als 2024. Das spricht dafür, dass 2025 eher ein schwächeres Zwischenjahr als ein struktureller Bruch gewesen sein könnte. (Delegat)
Die Gegenseite ist aber klar. Delegat ist kein defensiver Konsumtitel im Sinn eines langweiligen Dauersiegers. Das Geschäft hängt an Ernten, Währung, Vertriebsausführung und Preisdurchsetzung. Im Geschäftsjahr 2025 sah man bereits, wie Konkurrenzrabatte und schwächere Volumina in wichtigen Märkten auf Absatz und Marge drücken können; in H1 2026 blieb Nordamerika trotz Gesamtverbesserung sogar rückläufig. Dazu kommt eine immer noch spürbare Nettoverschuldung. Meine Einschätzung ist deshalb: Delegat ist zum Stand 20.04.2026 eine interessante, eher günstig bewertete Qualitätsaktie mit realen Vermögenswerten, guten Marken und brauchbarer Dividende, aber kein Selbstläufer. Wer 5 bis 15 Jahre Zeit mitbringt, bekommt hier aus meiner Sicht eher einen substanziellen Value- und Dividendentitel mit ordentlichem Aufholpotenzial als einen explosiven Wachstumswert. (Delegat)
Autor: ChatGPT
Ein Punkt ist für deutsche Anleger hier wichtiger als bei vielen anderen Aktien: selbst wenn die Bewertung passt, können Marktengigkeit, FX und Steuerdetails den Fall schnell unattraktiv machen.
Delegat ist ein kleiner, marktenger NZX-Wert. Auf der NZX lag DGL zuletzt bei 4,09 NZ$, mit nur 8 Trades und gerade einmal 1.247 gehandelten Aktien an dem erfassten Tag; die Marktkapitalisierung lag bei rund 413,6 Mio. NZ$. Das ist für einen Auslandswert aus deutscher Sicht wenig Liquidität und bedeutet praktisch: breitere Spreads, schlechtere Ausführung und im Zweifel schwereres Verkaufen. (nzx.com)
Operativ ist Delegat nicht schlecht. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe 349,6 Mio. NZ$ Umsatz, 3,188 Mio. verkaufte Kisten, 51,1 Mio. NZ$ Operating NPAT und 116,5 Mio. NZ$ Operating EBITDA. Die Nettoverschuldung sank zum 30. Juni 2025 auf 328,6 Mio. NZ$, der operative Cashflow lag bei 105,7 Mio. NZ$. Im Halbjahr bis 31. Dezember 2025 stieg das Operating NPAT auf 29,7 Mio. NZ$, und der Vorstand bestätigte für FY2026 weiter 50 bis 55 Mio. NZ$ Operating NPAT. Das ist ordentlich und spricht gegen ein kaputtes Geschäftsmodell. (Delegat)
Auch die Bewertung sieht auf dem Papier nicht teuer aus. Bei 4,09 NZ$ Kurs und 48,49 NZ-Cent Gewinn je Aktie aus FY2025 liegt das KGV grob nur im hohen einstelligen Bereich. Die zuletzt beschlossene Dividende betrug wieder 20,0 NZ-Cent je Aktie, also rechnerisch knapp 5 % Rendite auf diesem Kursniveau. (nzx.com)
Trotzdem würde ich als deutscher Anleger hier nur dann kaufen, wenn ich ganz bewusst genau so einen Wert suche: kleiner Auslands-Nebenwert, geringe Aufmerksamkeit, enge Liquidität, Währungsrisiko NZD und zusätzliche steuerliche Komplexität. Neuseeland erhebt auf Dividenden an Ausländer grundsätzlich NRWT; bei voll imputierten Dividenden kann der Satz nach neuseeländischem Recht auf 0 % sinken, aber die tatsächliche Behandlung im Depot und die Anrechenbarkeit in Deutschland hängen an der konkreten Ausgestaltung und Brokerabwicklung. Das ist kein Ausschlussgrund, aber zusätzlicher Reibungsverlust. (Inland Revenue)
Meine Einschätzung: Ich würde Delegat eher beobachten als kaufen. Nicht weil die Firma schlecht wäre, sondern weil es für mich als deutscher Anleger zu viele praktische Nachteile für zu wenig Zusatznutzen gibt. Für dieselbe Grundidee „qualitativer Konsum-/Getränkewert mit Dividende“ finde ich als Deutscher normalerweise liquide Aktien in Europa oder Nordamerika attraktiver. Wenn überhaupt, dann nur als kleine Beimischung und nicht als normale Kernposition.
Autor: ChatGPT
„Imputiert“ bedeutet hier: mit Steuergutschrift versehen.
Bei neuseeländischen Dividenden heißt das konkret:
Die Gesellschaft hat auf ihre Gewinne in Neuseeland schon Körperschaftsteuer gezahlt. Wenn sie dann eine Dividende ausschüttet, kann sie dieser Dividende sogenannte imputation credits anhängen. Diese Gutschriften zeigen, dass auf Unternehmensebene bereits Steuer gezahlt wurde.
Praktisch heißt das:
Eine „voll imputierte“ Dividende ist eine Dividende, bei der die maximal anrechenbare neuseeländische Unternehmenssteuer hinterlegt ist.
Für einen deutschen Anleger ist diese Gutschrift meist nicht so nützlich wie für einen neuseeländischen Anleger. In Neuseeland hilft sie, eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. In Deutschland bringt sie in der Regel keinen gleichwertigen Vorteil. Relevant für deutsche Investoren ist eher, ob und in welcher Höhe in Neuseeland zusätzlich Quellensteuer auf die Dividende einbehalten wird und wie Dein Broker das abrechnet.
Autor: ChatGPT
Öffentlich greifbar ist bei Delegat vor allem der Kern der Familie: die Geschwister Jakov „Jim“ Delegat und Rosamari „Rose“ Delegat. Die Firma geht auf ihre Eltern Nikola und Vidosava Delegat zurück, kroatische Einwanderer, die 1947 in Henderson bei Auckland einen kleinen Weinbetrieb aufbauten. Nach dem Tod des Vaters 1973 übernahmen Jim und Rose den Ausbau des Unternehmens. (nzwine.com)
Mit Blick auf das Unternehmen ist die Rollenverteilung der Geschwister ziemlich klar. Rose war die Exporttreiberin: Laut Delegat-Biografie stieß sie die Expansion in Auslandsmärkte in den 1980ern an und spielte später eine wichtige Rolle beim Aufbau der Exportaktivitäten im Vereinigten Königreich. Jim war stärker der Strategie-, Produkt- und Branchenmann; er saß über viele Jahre in wichtigen Branchenorganisationen und beschreibt sich selbst als Business Builder. Der große gemeinsame Wurf war Oyster Bay: Die erste Marlborough-Sauvignon-Blanc-Ernte 1990 gewann direkt eine internationale Top-Auszeichnung, und genau damit begann der globale Aufstieg der Marke. (Delegat)
Wichtig ist auch: Die Familie Delegat ist nicht nur historisch prägend, sondern hält das Unternehmen bis heute fest in der Hand. Die offizielle Unternehmensseite beschreibt Delegat ausdrücklich als mehrheitlich im Besitz der Familie. Im Geschäftsbericht 2025 stehen 66,857,142 Aktien beziehungsweise 66,11 % bei Jakov Nikola Delegat, Rosamari Suzan Delegat und BPM Trustees (DSPT) Limited. Gleichzeitig erklärt derselbe Bericht, dass Jim und Rose diese Aktien treuhänderisch, also nicht wirtschaftlich für sich selbst, als Trustees des Delegat Share Protection Trust halten. Die Takeovers-Regulierung in Neuseeland beschreibt diesen Trust als Familientrust zugunsten von Jim Delegats Familie; eine spätere Ausnahmegenehmigung spricht außerdem von einer Reorganisation eines privaten Familientrusts. (Delegat)
Das heißt nüchtern: Die Familie kontrolliert Delegat nicht bloß kulturell, sondern ganz real über die Eigentümerstruktur. Für Außenstehende ist das der zentrale Punkt. Solange dieser Trust steht, gibt es bei Delegat keinen echten Machtwechsel gegen den Willen der Familie. Das ist der eigentliche Grund, warum die Gesellschaft wie ein familienkontrollierter Wert wirkt, obwohl sie börsennotiert ist. (Delegat)
Für das operative Tagesgeschäft ist die Lage heute aber anders als früher. Die Familie steht nicht mehr so sichtbar in der laufenden Geschäftsführung wie in früheren Jahren. Jim war 2022 noch Executive Chairman und ging dann im Zuge der Governance-Nachfolge einen Schritt zurück; heute führt er den Vorsitz als Non-Executive Chair, Rose ist Non-Executive Director. Operativ wird die Gesellschaft aktuell von Murray Annabell als CEO geführt. Das spricht dafür, dass Delegat heute eher ein familienkontrolliertes als ein familiengemanagtes Unternehmen im engen Sinn ist. (Delegat)
Was man der Familie Delegat unternehmerisch klar zugutehalten muss: Sie hat aus einem kleinen West-Auckland-Betrieb einen globalen Premium-Weinanbieter gemacht. Die Linie war dabei erstaunlich konsequent: frühe Fokussierung auf Qualitätswein, Ausbau von Hawke’s Bay, dann Marlborough, dann Oyster Bay als internationale Premium-Marke, später starke vertikale Integration mit eigenen Weinbergen, Kellereien und eigenen Vertriebsteams in Schlüsselmärkten. Das ist keine zufällige Erfolgsgeschichte, sondern wirkt wie eine über Jahrzehnte durchgezogene Familienstrategie. (nzwine.com)
Zur Einordnung gehört aber auch die andere Seite. Familienkontrolle ist nicht automatisch gut für Minderheitsaktionäre. Positiv ist die lange Perspektive, die Markenpflege und die geringe Gefahr eines hektischen Strategieschwenks. Negativ ist die geringe Einflussmöglichkeit freier Aktionäre. Der aktuelle Geschäftsbericht zeigt zwar ein Board mit sechs Non-Executive Directors, davon vier unabhängig. Aber gegen einen 66%-Kontrollblock bleibt der Machtmittelpunkt trotzdem bei der Familie. Das ist kein Skandal, sondern schlicht die Realität dieses Titels. (Delegat)
Öffentlich sichtbar sind im Unternehmen derzeit vor allem Jim und Rose. Zu einer operativ relevanten dritten Generation im börsennotierten Unternehmen finde ich keine verlässliche öffentliche Bestätigung. Es gibt also öffentlich kein klares Bild einer bereits installierten Familiennachfolge auf Managementebene. Genau deshalb würde ich die Familie Delegat heute so einordnen: starke Eigentümerdynastie, starke Prägung der Unternehmenskultur, aber operativ zunehmend professionalisiert und nicht mehr als klassischer Familienbetrieb mit Familien-CEO an der Spitze. (NZX)
Mein Urteil: Die Familie Delegat ist für das Unternehmen eher ein Stabilitäts- als ein Modernisierungsrisiko. Ohne diese Familie gäbe es die Marke Oyster Bay in dieser Form sehr wahrscheinlich nicht. Für einen Aktionär ist die Familie deshalb zugleich Stärke und Begrenzung: Stärke, weil sie das Unternehmen aufgebaut und diszipliniert geführt hat; Begrenzung, weil sie die Gesellschaft faktisch kontrolliert und damit die Aktie auf Dauer ein kontrollierter Nebenwert bleibt.
Autor: ChatGPT
Noch ein paar Quellen:
- Marketscreener
- DivvyDiary
- Neuseeländische Börse NZX


