Wurden bereits 200.000 Euro Aktionärsgelder verschenkt?
https://www.welt.de/politik/article245147234/...ABC-V23.B_TRENDSCORE3
Die Letzte Generation hatte sich zuvor über die Aussicht, dass künftig eine Aktiengesellschaft alle Strafen ihrer Anhänger zahle, erfreut gezeigt. Mit der Übernahme der Geldstrafen wäre eine wichtige Hürde gefallen, sich an den Protesten zu beteiligen, hatte es in einer Mitteilung der Aktivisten an ihre Anhänger geheißen.
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Die Ökoworld AG aus Hilden in Nordrhein-Westfalen ist ein börsennotiertes Unternehmen im Bereich ethisch-ökologischer Kapitalanlagen. Das umfasst etwa Investmentfonds sowie betriebliche und private Altersversorgungen. Die Ökoworld AG ist zugleich der Mutterkonzern der Kapitalverwaltungsgesellschaft Ökoworld Lux S.A, die ihren Sitz in Luxemburg hat. Zum Portfolio gehören unterschiedliche Investmentfonds.
Einer davon ist der Ökoworld Ökovision Classic, der 2020 ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro hatte. Die Ökoworld selbst wies für das Jahr 2021 laut Geschäftsbericht einen Konzernjahresüberschuss von 56,8 Millionen Euro aus 19,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Laut Geschäftsbericht spendete der Konzern im vergangenen Jahr bereits 200.000 Euro für diverse Initiativen.
Strafrichter sieht gravierendes Problem Die Übernahme der Strafkosten hätte jedoch sowohl für die Letzte Generation als auch für das Unternehmen schwerwiegende Folgen haben können. Ein langjähriger Strafrichter, der anonym bleiben will, sieht in solchen Angeboten ein gravierendes Problem: Wenn ein Angeklagter weiß, dass Geldstrafen übernommen werden, dann wirkt ein solches Urteil weder general- noch spezialpräventiv, schreckt also weder die Allgemeinheit noch den Beschuldigten von weiteren Taten ab. Er erwarte, dass Gerichte vor diesem Hintergrund Geldstrafen als nicht mehr zweckmäßig ansehen könnten und vermehrt Freiheitsstrafen verhängen. |