FR0000121014 - LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton
|
Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 17.04.26 17:38
|
||||
| eröffnet am: | 17.04.26 17:34 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 3 |
| neuester Beitrag: | 17.04.26 17:38 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 120 |
| davon Heute: | 120 | |||
| bewertet mit 0 Sternen |
||||
|
|
||||
|
--button_text--
interessant
|
|
witzig
|
|
gut analysiert
|
|
informativ
|
LVMH ist für mich am 17.4.2026 eines der besten Qualitätsunternehmen Europas, aber derzeit keine einfache Aktie. Das Unternehmen wurde 1987 aus der Fusion von Moët Hennessy und Louis Vuitton geschaffen; Bernard Arnault kontrolliert den Konzern seit 1989. Heute umfasst LVMH 75 Maisons in sechs Sparten und ist damit der mit Abstand breiteste Luxuskonzern der Welt. Genau diese Breite ist die größte Stärke: LVMH ist nicht nur Louis Vuitton und Dior, sondern auch Tiffany, Bulgari, Sephora, Moët, Veuve Clicquot, Hennessy und viele weitere Marken mit echter globaler Strahlkraft. (LVMH)
Die Geschichte von LVMH ist im Kern die Geschichte einer klugen Konsolidierung des Luxusmarkts. Arnault hat nicht einfach Marken gesammelt, sondern ein System gebaut: starke kreative Identitäten bleiben erhalten, während Einkauf, Immobilien, Distribution, Kapitalallokation und internationale Expansion auf Konzernebene professionell skaliert werden. Wichtige Schritte waren der Ausbau des Mode- und Lederwarengeschäfts in den 1990er Jahren, der Aufbau der Uhren- und Schmucksparte ab 1999 und später die Stärkung des US- und Jewelry-Geschäfts durch Tiffany. Allein die 2019 angekündigte Tiffany-Übernahme hatte einen Gegenwert von rund 16,2 Milliarden US-Dollar bzw. 14,7 Milliarden Euro und sollte genau diese Positionierung in Schmuck und in den USA stärken. (LVMH)
Fundamental ist LVMH trotz der aktuellen Schwächephase immer noch außergewöhnlich stark. 2025 erzielte der Konzern 80,8 Milliarden Euro Umsatz, 17,8 Milliarden Euro Gewinn aus wiederkehrenden Geschäften, 10,9 Milliarden Euro Nettogewinn nach Anteilen, 21,86 Euro Gewinn je Aktie und 11,3 Milliarden Euro operativen Free Cashflow. Die Nettoverschuldung lag bei nur 6,9 Milliarden Euro, das Eigenkapital bei 68,9 Milliarden Euro; die Dividende für 2025 wurde mit 13,00 Euro je Aktie vorgeschlagen. Besonders wichtig: Fashion & Leather Goods brachte 37,8 Milliarden Euro Umsatz und 13,2 Milliarden Euro operativen Gewinn, also rund drei Viertel des gesamten operativen Ergebnisses. Das ist einerseits ein enormer Beweis für die Profitabilität von Louis Vuitton, Dior, Celine, Fendi oder Loro Piana, andererseits auch eine Konzentrationsgefahr. Regional kamen 2025 jeweils 26 Prozent des Umsatzes aus den USA und aus Asien ohne Japan, 18 Prozent aus Europa ohne Frankreich. (lvmh-com.cdn.prismic.io)
Diese Zahlen zeigen zweierlei zugleich. Erstens bleibt das Geschäft auf hohem Niveau hochprofitabel: Aus den 2025er Zahlen ergibt sich eine operative Marge von knapp 22,0 Prozent, eine Nettomarge von rund 13,5 Prozent und eine Verschuldung von nur etwa 9,9 Prozent des Eigenkapitals. Zweitens war 2025 trotzdem kein gutes Jahr: Der Umsatz sank berichtet um 5 Prozent, organisch um 1 Prozent; Wines & Spirits fiel organisch um 5 Prozent, Fashion & Leather Goods organisch ebenfalls um 5 Prozent. Die operative Schwäche kam also nicht aus der Bilanz, sondern aus der Nachfrage und aus einzelnen Häusern bzw. Kategorien. (lvmh-com.cdn.prismic.io)
Genau das sieht man auch im laufenden Jahr. Im ersten Quartal 2026 setzte LVMH 19,1 Milliarden Euro um; organisch wuchs der Konzern nur um 1 Prozent. Das klingt zunächst stabil, ist aber schwächer, als man sich nach der langen Luxusflaute erhofft hatte. Der Konflikt im Nahen Osten belastete das Quartal laut LVMH um rund einen Prozentpunkt organisches Wachstum; Reuters berichtet dazu von stark rückläufiger Nachfrage in der Golfregion, niedrigerem Tourismus in Europa und einem bereits siebten Quartal in Folge mit rückläufigem organischem Umsatz in Fashion & Leather Goods. Positiv waren Watches & Jewelry mit plus 7 Prozent organisch, Selective Retailing mit plus 4 Prozent und ein guter Start in den USA; Asien ohne Japan zeigte ebenfalls wieder stärkere Tendenzen. (LVMH)
An der Börse ist diese Enttäuschung längst angekommen. Auf Euronext lag der Kurs am 16.4.2026 bei 484,90 Euro; Reuters schrieb am 13.4., die Aktie liege seit Jahresanfang rund 26 Prozent im Minus. Auf Basis des 2025er Gewinns je Aktie ergibt das ein KGV von etwa 22,2; die vorgeschlagene Dividende entspricht einer Rendite von rund 2,7 Prozent. Das ist für ein normales Konsumgüterunternehmen teuer, für ein Weltklasse-Luxusunternehmen mit dieser Markenqualität und Bilanz aber nicht überzogen. Ich würde die Aktie daher nicht billig nennen, aber nach dem Rücksetzer wieder vernünftig bewertet. (Euronext Live)
Meine Einschätzung ist: Die eigentliche Investmentthese bei LVMH lebt nicht von einem schnellen Rebound im nächsten Quartal, sondern von der Frage, ob der Konzern seine Begehrlichkeit über Jahrzehnte halten kann. Dafür spricht sehr viel. LVMH besitzt eine einmalige Sammlung an Marken, kontrolliert große Teile der Wertschöpfung, verfügt über enorme Finanzkraft, kann in schlechten Jahren weiter in Flagship-Stores, Handwerk, Marketing und Talente investieren und hat mit Sephora sowie Tiffany zusätzliche Wachstumstreiber außerhalb des klassischen Lederwarengeschäfts. Dass Tiffany im ersten Quartal 2026 exzellent lief und Sephora weiter Marktanteile gewann, ist dabei wichtig: LVMH ist heute breiter und widerstandsfähiger als vor zehn Jahren. (LVMH)
Die Risiken sollte man trotzdem nicht kleinreden. Das größte Risiko ist nicht die Konjunktur allein, sondern Markenführung. Wenn Dior, Louis Vuitton oder einzelne andere Kernhäuser kreativ an Zugkraft verlieren, trifft das wegen des hohen Gewinnbeitrags aus Fashion & Leather Goods sofort den ganzen Konzern. Das zweite Risiko ist die aktuelle Mischung aus schwächerem Tourismus, starkem Euro und geopolitischen Störungen, die 2026 bereits real auf Umsatz und Marge drückt. Das dritte Risiko ist Governance beziehungsweise Nachfolge: Die Arnault-Familie hielt Ende 2025 knapp 49,77 Prozent des Kapitals, aber 65,89 Prozent der Stimmrechte. Das sorgt für Stabilität und Langfristigkeit, heißt aber auch, dass Minderheitsaktionäre keinen echten Einfluss auf die strategische Linie haben. (Reuters)
Bei den Kurszielen trenne ich klar zwischen Fakt und Einschätzung. Meine Einschätzung für die nächsten 12 bis 18 Monate lautet: bear case 400 Euro, fairer Wert 560 Euro, bull case 680 Euro. Der bear case unterstellt, dass die Schwäche in Fashion & Leather Goods anhält, Dior langsamer als erwartet zurückkommt und der Markt LVMH nur noch mit einem Multiplikator von etwa 18 bis 19 auf gedrückte Gewinne bewertet. Der faire Wert setzt voraus, dass sich der Konzern ab 2027 wieder normalisiert, der Gewinn je Aktie wieder in Richtung mittlere 20-Euro-Region steigt und der Markt dafür etwa das 23- bis 24-fache zahlt. Der bull case verlangt mehr: eine klare Rückkehr zu organischem Wachstum im Kerngeschäft, anhaltende Stärke bei Tiffany und Sephora und wieder deutlich bessere Stimmung für Luxusaktien insgesamt. Diese Kursziele sind meine Schätzung, keine Tatsache.
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre bleibe ich klar positiv. Meine Einschätzung ist, dass LVMH in diesem Zeitraum sehr gute Chancen hat, den Umsatz wieder solide zu steigern und den Gewinn je Aktie über den Zyklus hinweg im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich pro Jahr wachsen zu lassen. Der Konzern ist groß, deshalb wird er keine Rakete mehr wie ein kleiner Luxuswert. Aber genau diese Größe, die Markenmacht und die Bilanz machen ihn für lange Horizonte attraktiv. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass LVMH in zehn Jahren deutlich größer, profitabler und wertvoller sein wird als heute, als dass der Konzern strukturell abrutscht. Die Aktie ist für mich daher kein spektakulärer Turnaround-Wert, sondern ein hochwertiger Langfristwert mit derzeit realen operativen Problemen, aber mit einem weiterhin sehr starken ökonomischen Burggraben. Wer nur auf das nächste Halbjahr schaut, kann mit LVMH falsch liegen. Wer den Blick auf die nächsten zehn Jahre richtet, kauft hier in meinen Augen noch immer einen der besten Luxuskonzerne der Welt. (LVMH)
Autor: ChatGPT
Luxusbranche hofft auf ein Rettungsseil
Hersteller von Uhren, Schmuck und Mode hoffen angesichts der Belastungen durch die Nahostkrise auf eine baldige Erholung. Gesunkene Bewertungen machen einige Aktien interessanter.
Marc Forster
Publiziert heute um 16:55 Uhr
https://www.fuw.ch/...branche-hofft-auf-ein-rettungsseil-176793388426


