iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF: Auf dem Holzweg - ETF-Analyse


18.01.16 10:44
Euro fondsxpress

München (www.fondscheck.de) - Die Experten von "Euro fondsxpress" stellen in der aktuellen Ausgabe den iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF (ISIN DE000A0NA0H3 / WKN A0NA0H) vor.

Die Stiftungen der US-Eliteuniversitäten Yale und Harvard etwa hätten viele Millionen US-Dollar in Wald investiert. Das wichtigste Finanzbarometer für US-Wald, der NCREIF-Timberland-Index, habe seit 1987 jährlich um rund 15 Prozent zugelegt. Der Index messe die Erträge von großen privaten Waldportfolios in den USA. Die attraktive Rendite lasse sich neben gestiegenen Landpreisen durch die Natur selbst erklären. Zudem steige der Marktwert des Holzes mit dem Alter der Bäume stetig an.

Während Gelbkiefern nach 13 Jahren Wachstum rund sieben Euro die Tonne bringen würden, erhöhe sich der Wert nach 19 Jahren auf 18,50 Euro und nach 24 Jahren auf 28 Euro. Der Grund: Je dicker die Stämme, desto hochwertiger und vielfältiger könne das Holz verkauft werden. Wegen seiner Eigenschaft, Kohlendioxid zu speichern, sei es zudem als CO2-neutrale Energiequelle (Stichwort: Holzpellets) und für "grüne" Produkte wie Biosprit zweiter Generation oder Biokunststoffen im Kommen.

Nicht zuletzt seien Wälder enorm wichtig zur Eindämmung des Klimawandels. Mittelfristig dürfte sich ihr Schutz etwa über speziell handelbare Zertifikate auch ökonomisch immer mehr rechnen. Waldbesitzer zu werden sei also eine ökonomisch und ökologisch attraktive Option. Aber: Für Privatanleger sei das nicht einfach. Oft seien die Flächen in öffentlicher Hand oder würden Beteiligungen nur Großinvestoren wie Harvard und Yale gewähren.

Aber es gebe Alternativen: Börsennotierte Unternehmen, ETFs oder Fonds. Wer vor allem auf die Wertbeständigkeit der Bäume setzen wolle, sei mit Einzeltiteln gut beraten, die über einen hohen Waldbesitz verfügen würden. Die meisten wie Weyerhaeuser, Plum Creek Timber oder Rayonier würden sich in den USA befinden und seien auch die größten Werte im iShares Global Timber & Forestry ETF. Allen sei eigen, dass ihre Wälder einen höheren Wert hätten, als ihre Börsenkapitalisierung. Laut Experten lägen die Abschläge bei 20 bis 30 Prozent. Hier bestehe also Aufholpotenzial. Allerdings seien die Firmen auch in der Weiterverarbeitung tätig und damit anderen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt.

Zu den reinsten Waldwerten zähle Weyerhaeuser - das größte private Forstunternehmen der Welt. Die Firma unterhalte nach Einschätzung von Analysten die produktivsten Wälder in den USA. Das heiße, sie würden so schnell neue Biomasse wie kaum ein anderer schaffen. Allerdings seien nicht alle Titel im S&P Global Timber & Forestry Waldbesitzer, sondern es werde die gesamte Wertschöpfungskette - von Wäldern über Papier bis zur Holzverarbeitung und der Bauindustrie abgebildet. Aus der Papierbranche seien etwa UPM Kymmene oder Stoira Enso unter den Top Ten des S&P Global Timber & Forestry Index. Damit sei der ETF anfälliger für Konjunkturschwankungen.

Neben dem aktiv gemanagten Pictet Timber Fonds sei der iShares Global Timber & Forestry Index eine der wenigen Möglichkeiten, in Wald zu investieren. Wer sein Depot breit diversifizieren möchte, für den sei der Holz-ETF eine gute Möglichkeit dazu. (Ausgabe 2 vom 15.01.2016) (18.01.2016/fc/a/e)