WisdomTree Emerging Markets Equity Income UCITS ETF: Währungskrieg in Asien? - ETF-Analyse


21.08.15 14:21
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Die Abwertung des Chinesischen Yuan dürfte kein Startschuss für einen bevorstehenden Wettlauf von Währungsabwertungen in Asien sein, so die Experten von WisdomTree Europe.

Es treffe zwar zu, dass der Schritt eindeutig aufgrund von Kräften der Realwirtschaft notwendig geworden sei, aber die Experten würden nicht davon ausgehen, dass dies der Beginn weiterer Abwertungen durch China sei. Warum? Die Experten seien davon überzeugt, dass eines der übergeordneten Ziele der chinesischen Regierung die Etablierung des Yuan als anerkannte bevorzugte Reservewährung für Asien werde. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse sie glaubhaft belegen, dass sie die eigene Währung gegen die Versuchung verteidige, Abwertungen nach dem "Beggar-my-Neighbour-Prinzip" vorzunehmen.

Auf mittlere bis lange Sicht scheine den Experten dies plausibel zu sein. Allerdings würden die Kapitalmärkte kurzfristig testen wollen, ob die Regierung zu ihren Aussagen stehe. Seit mehr als einem Jahr erlebe China kontinuierliche Kapitalabflüsse. Der stetige Schwund der Währungsreserven lasse auf erhebliche US-Dollar-Verkäufe durch die chinesische Notenbank schließen, um den Yuan gegenüber dem US-Dollar zu stabilisieren. Mit der Abwertung dürfte sich der Abstand zwischen dem Markt und den täglichen Fixings durch die Notenbank verengen. Sollte jedoch in den nächsten Wochen der Spotmarkt weiterhin am schwächeren Ende der festgelegten Kursspanne handeln, werde sich das Risiko einer weiteren Abwertung sicher deutlich erhöhen.

Die zentrale Frage sei, ob die Abwertung tatsächlich zu einem Rückgang der Kapitalabflüsse führen werde. Sie könnte nämlich fatalerweise genau das Gegenteil auslösen: Die Kapitalflucht könnte sich beschleunigen, wenn die chinesischen Privathaushalte und Institutionen den Schritt als einen weiteren Beweis für eine steigende Unsicherheit in der Wirtschaftspolitik deuteten. Das Gleiche gelte für den Fall, dass internationale Investoren ihre Investitionen in China zurückschrauben würden (was sich indirekt gegen die Regierung richten würde, weil dadurch die globale Nachfrage nach dem Yuan geschwächt würde).

Zusätzlicher Druck komme aus der steigenden Wahrscheinlichkeit eines ausgewachsenen Abstimmungsmangels in der Währungspolitik zwischen den USA und China. Der Schritt belege, dass just zu dem Zeitpunkt, wenn die US-Notenbank (FED) ihre Geldpolitik zu straffen beginne, die chinesischen Währungsbehörden nach weiteren Instrumenten suchen würden, um die Geldpolitik zu lockern.

Im Klartext: Aus Sicht der Experten sei es unvermeidbar, dass die Spannung zwischen der chinesischen Regierung und den Akteuren am globalen Kapitalmarkt auf hohem Niveau verharren werde. Deshalb dürften die Risikoprämien in Asien, einschließlich Japan, weiter steigen, bis die Währungsbehörden das Ruder übernehmen und das Vertrauen der Kapitalmärkte wieder gewinnen würden.

Interventionen am Währungsmarkt - durch den Kauf von Yuan und dem Verkauf von US-Dollars - wäre eine Sofortmaßnahme, um den Prozess erträglich zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre es den Experten unter fundamentalen Aspekten lieber, entweder ein überzeugendes Anspringen des Wirtschaftswachstums in China oder einen neuen Schwung für eine deutliche Ausweitung der öffentlichen Ausgaben zu sehen (wodurch Anreize geschaffen würden, das inländische Sparvermögen im Lande selbst statt im Ausland zu investieren).

Aus Sicht der Experten gebe es einen bedeutenden Faktor für die Überzeugung, dass die chinesische Regierung keinen Währungskrieg in Asien anzetteln werde. Er liege auf der politischen und weniger auf der wirtschaftlichen Ebene. Es handele sich um das faktisch erklärte mittel- bis langfristige Ziel Chinas, dass der Yuan in Zukunft die bevorzugte Reservewährung Asiens werde. Wenn dies zutreffe, müsse der Yuan als eine solide und stabile Währung verteidigt werden, ähnlich wie es Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren getan habe. Aus Sicht der Experten wäre der Beginn einer Reihe von Währungsabwertungen extrem kontraproduktiv für Chinas Ansehen und Vertrauen in Asien und der Welt.

Dieses politische Ziel werde selbstverständlich durch die Realität im Inland auf die Probe gestellt. Sollte sich die Wirtschaft so stark abschwächen, dass die Arbeitslosigkeit in China ansteige, würde sich der Druck, schnell wirkende stimulierende Maßnahmen umzusetzen, als unumgänglich erweisen. Bislang halte sich die Arbeitslosenquote in China bemerkenswert stabil bei rund 4%.

Soweit man den Daten trauen könne, lasse wenig darauf schließen, dass die chinesische Job-Maschine nicht so laufe, dass die Kommunistische Partei sich unwohl gefühlt habe. Anzeichen dafür, dass sich dies ändere, würden die Experten sehr alarmieren, denn ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in China würde die Wahrscheinlichkeit von bevorstehenden wettbewerbsbedingten Abwertungen in Asien deutlich erhöhen.

In diesem Sinne unterstreiche der in dieser Woche vollzogene Schritt den Wunsch Chinas, seiner Währung mehr Flexibilität zu gestatten und sie an die konjunkturelle Realität der chinesischen Wirtschaft anzupassen. Er markiere jedoch nicht den Beginn einer grundlegenden Änderung bei den politischen Prioritäten - das Ziel, eine stabile und solide asiatische Währung aufzubauen, die in der Lage sei, eine Prämie als Reservewährung zu beanspruchen, stehe aus Sicht der Experten überhaupt nicht in Frage.

Anleger, die derselben Meinung seien, könnten sich möglicherweise auch für folgende ETFs interessieren: Den WisdomTree Emerging Markets Equity Income UCITS ETF (DEM) (ISIN DE000A14NDZ0 / WKN A14NDZ) und den WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend UCITS ETF (DGSE) (ISIN DE000A14ND04 / WKN A14ND0). (21.08.2015/fc/a/e)





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