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Weshalb der Ölpreis unter dem von Anlegern erwarteten Niveau bleiben wird
21.04.17 07:58
Kames Capital
London (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise werden sich kaum von ihren aktuell niedrigen Niveaus erhöhen. Denn das große Angebot und der zunehmende Fortschritt von Extraktionsmethoden dürften den Preis für das "schwarze Gold" auf längere Sicht dämpfen, so Stephen Jones, Chief Investment bei Kames Capital.
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent habe sich in den letzten Wochen zwischen 50 und 60 USD bewegt. Vergangenen Monat sei der Ölpreis kräftig abgerutscht. Anschließend habe zwar wieder eine Erholung eingesetzt, doch seien die Gründe für die Korrektur wohl fundamentaler Natur.
Für diesen Preisrutsch von mehr als 10% würden der rasante Anstieg der Lagerbestände, verursacht durch die Ankurbelung der Förderung in den USA, und eine Neupositionierung von Hedgefonds verantwortlich gemacht. Einige Beobachter würden zwar anführen, dass diese kurzfristigen Faktoren verblassen würden, nach Ansicht von Jones habe sich das Umfeld für Öl sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite dramatisch gewandelt. Demzufolge gebe es seines Erachtens für den Ölpreis nur begrenzt Luft nach oben.
"US-Explorations- und Produktionsunternehmen - auch diejenigen, die auf die Förderung von Schieferöl und -gas spezialisiert sind - haben die Rezession in ihrer Branche überwunden und können nun in einem Umfeld niedriger Ölpreise erfolgreich operieren", so Jones.
"Die Kosten für die Förderung von neuen, nichtkonventionellen Erdölvorkommen sind folglich hauptsächlich dank erheblicher technischer Fortschritte gesunken. Daher wird der Preis niedriger bleiben als die meisten vermuten."
Das Angebot sei seit der Revolution in der US-Schieferölförderung in die Höhe geschossen. Als Reaktion habe sich der Preis für Öl der Sorte Brent gegenüber dem früheren Niveau von über 100 USD pro Barrel mehr als halbiert. Gleichzeitig halte die Nachfrage nicht mit dem steigenden Angebot Schritt. Sie habe sich zwar von den Tiefstständen Anfang 2016 erholt, die weltweite Nachfrage liege derzeit jedoch bei 97,89 Millionen Barrel pro Tag und damit unter dem globalen Angebot von 98,29 Millionen Barrel.
Der Nachfrage-Höhepunkt werde Prognosen zufolge zwar erst nach mehr als zehn Jahren erreicht, gleichzeitig werde er aber laut Jones durch den weltweit stärkeren Fokus auf Energieeinsparung gebremst.
"Wir leben in einer Welt, in der die aus Öl gewonnene Energie deutlich bewusster genutzt und nach Möglichkeit durch andere Energiequellen ersetzt wird." (Ausgabe vom 20.04.2017) (21.04.2017/fc/a/m)
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent habe sich in den letzten Wochen zwischen 50 und 60 USD bewegt. Vergangenen Monat sei der Ölpreis kräftig abgerutscht. Anschließend habe zwar wieder eine Erholung eingesetzt, doch seien die Gründe für die Korrektur wohl fundamentaler Natur.
Für diesen Preisrutsch von mehr als 10% würden der rasante Anstieg der Lagerbestände, verursacht durch die Ankurbelung der Förderung in den USA, und eine Neupositionierung von Hedgefonds verantwortlich gemacht. Einige Beobachter würden zwar anführen, dass diese kurzfristigen Faktoren verblassen würden, nach Ansicht von Jones habe sich das Umfeld für Öl sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite dramatisch gewandelt. Demzufolge gebe es seines Erachtens für den Ölpreis nur begrenzt Luft nach oben.
"Die Kosten für die Förderung von neuen, nichtkonventionellen Erdölvorkommen sind folglich hauptsächlich dank erheblicher technischer Fortschritte gesunken. Daher wird der Preis niedriger bleiben als die meisten vermuten."
Das Angebot sei seit der Revolution in der US-Schieferölförderung in die Höhe geschossen. Als Reaktion habe sich der Preis für Öl der Sorte Brent gegenüber dem früheren Niveau von über 100 USD pro Barrel mehr als halbiert. Gleichzeitig halte die Nachfrage nicht mit dem steigenden Angebot Schritt. Sie habe sich zwar von den Tiefstständen Anfang 2016 erholt, die weltweite Nachfrage liege derzeit jedoch bei 97,89 Millionen Barrel pro Tag und damit unter dem globalen Angebot von 98,29 Millionen Barrel.
Der Nachfrage-Höhepunkt werde Prognosen zufolge zwar erst nach mehr als zehn Jahren erreicht, gleichzeitig werde er aber laut Jones durch den weltweit stärkeren Fokus auf Energieeinsparung gebremst.
"Wir leben in einer Welt, in der die aus Öl gewonnene Energie deutlich bewusster genutzt und nach Möglichkeit durch andere Energiequellen ersetzt wird." (Ausgabe vom 20.04.2017) (21.04.2017/fc/a/m)


