Weltwirtschaft zyklischer Aufschwung ist intakt


09.07.10 15:05
Erste Sparinvest

Wien (aktiencheck.de AG) - Der zyklische Aufschwung der Weltwirtschaft ist intakt, die Dynamik wird sich aber im zweiten Halbjahr deutlich abschwächen, so die Experten von ERSTE-SPARINVEST.

Fallende Frühindikatoren, die Staatsrisiken (Stichwort Griechenland) und ein nur leicht verbesserter Arbeitsmarkt würden andeuten, dass sich die Erholung in der Eurozone und in den USA verlangsamen werde. Die positive Seite der Medaille: Die Inflation bleibe in allen drei großen Wirtschaftsräumen (USA, Japan, Europa) durch die erforderliche Sanierung der Staatsfinanzen auf einem niedrigen Niveau. Leitzinserhöhungen in Europa seien aus Sicht der ERSTE-SPARINVEST das ganze Jahr 2011 "kein Thema". Die Weltwirtschaft stütze sich nach wie vor auf die Dynamik in den Schwellenländern: Allen voran China, Indien, Russland und Türkei, würden der Wachstumsmotor bleiben, prognostiziere die ERSTE-SPARINVEST in ihrem Investmentausblick für das zweite Halbjahr.

In Ihrer Anlagestrategie für das zweiten Halbjahr favorisiere die ERSTE-SPARINVEST schwerpunktmäßig: Unternehmensanleihenfonds, vorwiegend im Hochzinsbereich (z.B.: ESPA BOND EUROPE-HIGH YIELD), Schwellenländeranleihenfonds bevorzugt in Hartwährung, sowie Aktiv gemanagte Asset-Allocation Fonds (z.B: ESPA PORTFOLIO BALANCED 50.

"Der Weg ist holpriger geworden, die Chancen werden selektiver", bringe Heinz Bednar, Vorsitzender der Geschäftsführung der ERSTE-SPARINVEST, die Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten auf den Punkt. Für das zweite Halbjahr erwarte er ein moderates Wachstum der Fondsbranche, wenngleich nicht im Ausmaß des Vorjahres, als die Investoren außergewöhnliche Chancen vorgefunden hätten.

Die globalen Wirtschaftsindikatoren seien zwar nach wie vor im Einklang mit dem "zyklischen Aufschwung", der im Frühjahr 2009 begonnen habe. Der Rückgang bei einigen Frühindikatoren deute allerdings auf eine nachlassende Dynamik hin. Zudem hätten die zugenommenen Staatenrisiken (vor allem in Europa) und der schwache Arbeitsmarkt die Unsicherheit erhöht, erkläre Alexander Fleischer, Anleihenfonds-Leiter bei der ERSTE-SPARINVEST. Diese Faktoren würden auf absehbare Zeit für niedrige Inflationsraten in den USA und in der Europäischen Wirtschaftsunion sorgen.

Aufgrund der anstehenden Konsolidierung der Staatshaushalte in einigen großen Ländern würden die Geldpolitiken der betreffenden Zentralbanken (FED, BoE, EZB, BoJ) sehr expansiv bleiben. Das gelte vor allem für die EZB, die das Bankensystem kräftig mit Liquidität versorge. Fleischer: "Die EZB wird jetzt sicher nicht das labile Gleichgewicht aus dem Lot bringen, indem sie einen Zinsschritt macht." Im "Rest" der Welt würden die Leitzinsen früher aber dennoch graduell zurückgeführt.

Der Anleihenmarkt bleibe daher im zweiten Halbjahr gut unterstützt. In den letzten Monaten habe die Attraktivität von Hochzins- und Schwellenländeranleihen zugenommen. Die Unsicherheiten über die Länderbonitäten bei hoch verschuldeten Staaten hätten zu höheren Risikoprämien geführt, d.h. niedrigeren Kursen von risikobehafteten Wertpapieren und höheren Kursen von kredit-sicheren Staatsanleihen (Deutsche und US-Staatsanleihen). Gleichzeitig sei der Risikoappetit der Investoren gesunken.

Das Fortschreiten der wirtschaftlichen Erholung, wenn auch auf niedrigerem Niveau, die niedrige Inflation in der entwickelten Welt und die expansive Geldpolitik würden Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich sowie Emerging Markets-Anleihen begünstigen. Das Wirtschaftswachstum der Emerging Markets bleibe deutlich über jenem der entwickelten Märkte, auch wenn die Dynamik nachlasse. Die Inflationsrisiken seien zwar gesunken aber nach wie vor höher als in der entwickelten Welt. Damit sei auch das Zinsniveau im Durchschnitt höher. Die Bonität der Emittenten verbessere sich absolut und im Vergleich zu den entwickelten Märkten, die Emerging Markets (Hart-Lokalwährungs- und Unternehmensanleihen) würden attraktiv bleiben.

Der ESPA BOND EUROPE-HIGH YIELD investiere schwerpunktmäßig in Anleihen, die von europäischen Unternehmen in Hartwährungen begeben würden. Fremdwährungsrisiken würden gegenüber dem Euro permanent und vollständig abgesichert. Das Rating der Emittenten liege vorrangig im High-Yield-Bereich ("Ba" und niedriger). Das Portfolio sei breit gestreut, es würden sich über 100 Einzeltitel im Fonds befinden. Der Fonds überzeuge mit einer Performance von über 18% in den letzten fünf Jahren.

Auch auf der Aktienseite liege die Fantasie primär in den Emerging Markets. "Wenn man auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre überdurchschnittlich hohe Erträge erzielen möchte, dann muss man dort investieren", betone Paul Severin, Investmentstratege der ERSTE-SPARINVEST. Kurzfristig seien die Märkte zwar korrekturanfällig, doch langfristig führe kein Weg an ihnen vorbei. Im ersten Halbjahr hätten die meisten Aktienindices negativ abgeschnitten. Dank der überraschenden Dollar-Entwicklung sei für einige Indices (MSCI World: + 3,8%, MSCI Emerging Markets +9,5%) trotz der Griechenland-Turbulenzen ein Plus ausgegangen.

Aus Sicht der ERSTE-SPARINVEST seien Aktien mit einem geschätzten KGV von 13,1 (Jahr 2010, Basis MSCI World) günstig bewertet. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen gestalte sich seit drei Monaten überraschend positiv, die Eigenkapitalrendite sei deutlich im Steigen begriffen, so Severin. Negativ schlage sich derzeit die Markttechnik zu Buche, der langjährige Durchschnitt sei bei vielen lokalen Indices nach unten durchbrochen worden. Die Konsolidierung könnte während der Sommermonate aufrecht bleiben. Relativ betrachtet seien für die ERSTE-SPARINVEST die europäische Aktienmärkte und die Emerging Markets am attraktivsten, auch die Einschätzung für Japan habe sich verbessert. Auf der Branchenebene würden Industrietitel, Konsumwerte und der Pharmasektor Gefallen finden.

Insgesamt sei die Aktienquote in den von der ERSTE-SPARINVEST verwalteten gemischten Fonds derzeit auf neutralem Niveau. Rohstoffe sollten ihre Aufwärtstrends bei Klarheit über eine konjunkturelle Verbesserung weiter verfolgen.

Fondsempfehlung für Investoren, die Sommerkorrekturen für den Positionsaufbau von Aktien nützen wollten, sei der ESPA PORTFOLIO BALANCED 50. Dabei handle es sich um einen Absolute Return-Fonds, der zwischen 0 und 50% in Aktienfonds, zu 50 bis 100% in Anleihenfonds und bis zu 10% in alternativen Investmentstrategien veranlagt sei. Mit einer 5-Jahresperformance von 3% habe er den scharfen Einbruch während der Finanzkrise gut bewältigt. (09.07.2010/fc/a/m)






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