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Währungsfonds im Blickpunkt
19.05.08 12:52
Morningstar
München (aktiencheck.de AG) - Die Renditen der jungen Währungsfonds können noch nicht überzeugen, so die Experten von "Morningstar".
Auf Jahressicht hätten diese Currency-Fonds allerdings Risiken globaler Rentenfonds abfangen können.
Der US-Dollar habe im Oktober 2000 seinen Höchststand gegenüber der europäischen Einheitswährung markiert. Ein Euro sei zu diesem Zeitpunkt nur noch 0,85 US-Dollar wert gewesen. Heute zahle man für einen Euro 1,55 US-Dollar. Gegenüber dem Yen habe der Euro eine ähnliche Entwicklung durchgemacht. Fonds der Kategorie US-Standardwerte hätten in den letzten fünf Jahren in Euro 2,7% pro Jahr zugelegt. In US-Dollar hätten diese Fonds eine Rendite von 9,5% pro Jahr geliefert. Die Differenz sei der Abwertung des US-Dollars geschuldet.
Es habe sich aber auch Geld mit Währungen verdienen lassen. Die Währungen der Schwellenländer hätten ihren Wert gegenüber den Währungen aus den Industrieländern gesteigert. Als Gründe würden besonders fundamentale Faktoren angeführt: rasantes Wachstum, Rohstoffboom, Schuldenabbau und positive Leistungsbilanzen.
Banken und Fondshäuser wollten ihre Kunden an dieser Entwicklung teilhaben lassen. Es seien Investmentvehikel aufgelegt worden, die in Devisen anlegen sollten. In diesem Zusammenhang werde oft auf Ineffizienzen am Devisenmarkt hingewiesen. Unterschiedliche Zinsniveaus in den Währungsregionen könnten zugunsten des Anlegers ausgenutzt werden, so das Produktversprechen. Von den Machern der Währungsfonds werde auch ebenso oft wie beharrlich das Risikodiversifikationsargument ins Feld geführt. Denn der Devisenmarkt sollte sich unabhängig von den Aktien- und Rentenmärkten entwickeln.
Mittlerweile seien in Deutschland 26 Währungsfonds für den Privatanleger erhältlich. Die Fonds seien teilweise noch recht jung und deshalb seien die Performancedaten nicht aussagekräftig. Die meisten Strategien seien vor allem institutionellen Anlegern vorbehalten gewesen. In der Morningstar Europa Datenbank gebe es drei Fonds, die älter als drei Jahre seien (ABN Amro Currency (ISIN LU0282694396/ WKN A0ML6H) und DWS Foreign Exchange Strategy (ISIN/ WKN nicht bekannt)). Einer davon habe jedoch eine Mindestanlagesumme von 50.000 Euro (J.P. Morgan Managed Currency (ISIN LU0177035440/ WKN 249911)). Die Zielrendite dieser Fonds sei meist der 3-Monats Euribor Satz plus 200 Basispunkte und mehr.
Auf ein Jahr seien die Renditen sehr unterschiedlich. Die Performance reiche von minus 14% bis plus 6%. Nur zwei Fonds hätten im letzten Jahr eine Rendite über dem Geldmarktsatz liefern können. Das sei auch den steigenden Geldmarktzinsen im Zuge der Subprimenkrise geschuldet. Banken würden sich nicht gegenseitig über den Weg trauen, deshalb seien die Sätze zwischen den Banken stark angestiegen. Der 3-Monats Euribor habe vor einem Jahr noch bei 4,05% gelegen, heute befinde er sich bei 4,85%. Dieser Zinssatz gebe an, zu welchem Zins sich europäische Banken gegenseitig Kredit geben würden. Ebenso reiche das Risiko auf Jahressicht von 1% bis 14%. Die meisten Fonds würden sich hier zwischen 4% und 8% bewegen.
Das Diversifikationsargument treffe zumindest innerhalb der letzten 12 Monate auf die globalen Bondmärkte zu. Für den Zeitraum gelte: Wenn der globale Rentenmarkt (gemessen am Lehman Brothers Global Aggregate) um 1% steige, würden das die Währungsfonds mit dem Faktor minus 0,2 nachvollziehen. Damit hätten die von den Experten in einer 26er Gruppe zusammengefassten Fonds eine leicht negative Korrelation zu globalen Anleihefonds gehabt. Auf Dreijahressicht dampfe die Gruppe zu drei Mitgliedern zusammen. Die Korrelation zu globalen Bonds werde mit 0,2 leicht positiv.
Das Diversifikationsargument greife nur bedingt für den Aktienmarkt. Würden die globalen Börsen um 1% steigen, würden die Währungsfonds dies im Einjahreszeitraum mit 0,6 nachvollziehen. Auf drei Jahre liege die Korrelation bei 0,4.
Die durchschnittlichen Verwaltungskosten würden 1,17% pro Jahr betragen. Für den Durchschnittswert habe man nur die für Privatanleger zugänglichen Fonds einbezogen. Im Vergleich: Ein globaler Aktienfonds habe im Schnitt eine Verwaltungsgebühr von 1,45% pro Jahr. Anleihefonds würden zwischen 0,7% und 1% belasten. Die hohen Kosten der Währungsfonds erscheinen uns kein gutes Angebot, so die Experten von "Morningstar".
Für eine abschließende Beurteilung sei es zu früh. Der Erfolg dieser Fonds falle bisher dennoch bescheiden aus. Die Fonds würden den Beweis bislang schuldig bleiben, ihre Zielrenditen zu erreichen. In einem Marktumfeld steigender und hoher Geldmarktzinsen sollte dies auch ein schwieriges Unterfangen bleiben. Auch das Diversifikationsargument treffe bei näherem Blick nur eingeschränkt zu: Insgesamt eine eher magere Bilanz.
Die Währungsfonds würden ganz bewusst auf kurzfristige Engagements setzen. Dafür würden sie zwar die fundamentale Einschätzung einer Währung nutzen, aber sich nur selten entsprechend langfristig positionieren. Wenn Privatanleger in Aktien oder Anleihen aus anderen Währungsräumen investieren würden, würden sie bereits an der Auf- oder Abwertung des jeweiligen Währungsraums teilnehmen.
Es sei ein Unterschied, den fairen Wert einer Aktie oder einer Währung gegenüber einer anderen zu bestimmen. Die Währung werde durch makroökonomische Entwicklung und politische Faktoren bestimmt. Das möge den Markt auf der einen Seite ineffizient machen, auf der anderen Seite bleibe der Devisenmarkt unberechenbar. (Ausgabe vom 13.05.2008) (19.05.2008/fc/a/f)
Auf Jahressicht hätten diese Currency-Fonds allerdings Risiken globaler Rentenfonds abfangen können.
Der US-Dollar habe im Oktober 2000 seinen Höchststand gegenüber der europäischen Einheitswährung markiert. Ein Euro sei zu diesem Zeitpunkt nur noch 0,85 US-Dollar wert gewesen. Heute zahle man für einen Euro 1,55 US-Dollar. Gegenüber dem Yen habe der Euro eine ähnliche Entwicklung durchgemacht. Fonds der Kategorie US-Standardwerte hätten in den letzten fünf Jahren in Euro 2,7% pro Jahr zugelegt. In US-Dollar hätten diese Fonds eine Rendite von 9,5% pro Jahr geliefert. Die Differenz sei der Abwertung des US-Dollars geschuldet.
Es habe sich aber auch Geld mit Währungen verdienen lassen. Die Währungen der Schwellenländer hätten ihren Wert gegenüber den Währungen aus den Industrieländern gesteigert. Als Gründe würden besonders fundamentale Faktoren angeführt: rasantes Wachstum, Rohstoffboom, Schuldenabbau und positive Leistungsbilanzen.
Banken und Fondshäuser wollten ihre Kunden an dieser Entwicklung teilhaben lassen. Es seien Investmentvehikel aufgelegt worden, die in Devisen anlegen sollten. In diesem Zusammenhang werde oft auf Ineffizienzen am Devisenmarkt hingewiesen. Unterschiedliche Zinsniveaus in den Währungsregionen könnten zugunsten des Anlegers ausgenutzt werden, so das Produktversprechen. Von den Machern der Währungsfonds werde auch ebenso oft wie beharrlich das Risikodiversifikationsargument ins Feld geführt. Denn der Devisenmarkt sollte sich unabhängig von den Aktien- und Rentenmärkten entwickeln.
Mittlerweile seien in Deutschland 26 Währungsfonds für den Privatanleger erhältlich. Die Fonds seien teilweise noch recht jung und deshalb seien die Performancedaten nicht aussagekräftig. Die meisten Strategien seien vor allem institutionellen Anlegern vorbehalten gewesen. In der Morningstar Europa Datenbank gebe es drei Fonds, die älter als drei Jahre seien (ABN Amro Currency (ISIN LU0282694396/ WKN A0ML6H) und DWS Foreign Exchange Strategy (ISIN/ WKN nicht bekannt)). Einer davon habe jedoch eine Mindestanlagesumme von 50.000 Euro (J.P. Morgan Managed Currency (ISIN LU0177035440/ WKN 249911)). Die Zielrendite dieser Fonds sei meist der 3-Monats Euribor Satz plus 200 Basispunkte und mehr.
Das Diversifikationsargument treffe zumindest innerhalb der letzten 12 Monate auf die globalen Bondmärkte zu. Für den Zeitraum gelte: Wenn der globale Rentenmarkt (gemessen am Lehman Brothers Global Aggregate) um 1% steige, würden das die Währungsfonds mit dem Faktor minus 0,2 nachvollziehen. Damit hätten die von den Experten in einer 26er Gruppe zusammengefassten Fonds eine leicht negative Korrelation zu globalen Anleihefonds gehabt. Auf Dreijahressicht dampfe die Gruppe zu drei Mitgliedern zusammen. Die Korrelation zu globalen Bonds werde mit 0,2 leicht positiv.
Das Diversifikationsargument greife nur bedingt für den Aktienmarkt. Würden die globalen Börsen um 1% steigen, würden die Währungsfonds dies im Einjahreszeitraum mit 0,6 nachvollziehen. Auf drei Jahre liege die Korrelation bei 0,4.
Die durchschnittlichen Verwaltungskosten würden 1,17% pro Jahr betragen. Für den Durchschnittswert habe man nur die für Privatanleger zugänglichen Fonds einbezogen. Im Vergleich: Ein globaler Aktienfonds habe im Schnitt eine Verwaltungsgebühr von 1,45% pro Jahr. Anleihefonds würden zwischen 0,7% und 1% belasten. Die hohen Kosten der Währungsfonds erscheinen uns kein gutes Angebot, so die Experten von "Morningstar".
Für eine abschließende Beurteilung sei es zu früh. Der Erfolg dieser Fonds falle bisher dennoch bescheiden aus. Die Fonds würden den Beweis bislang schuldig bleiben, ihre Zielrenditen zu erreichen. In einem Marktumfeld steigender und hoher Geldmarktzinsen sollte dies auch ein schwieriges Unterfangen bleiben. Auch das Diversifikationsargument treffe bei näherem Blick nur eingeschränkt zu: Insgesamt eine eher magere Bilanz.
Die Währungsfonds würden ganz bewusst auf kurzfristige Engagements setzen. Dafür würden sie zwar die fundamentale Einschätzung einer Währung nutzen, aber sich nur selten entsprechend langfristig positionieren. Wenn Privatanleger in Aktien oder Anleihen aus anderen Währungsräumen investieren würden, würden sie bereits an der Auf- oder Abwertung des jeweiligen Währungsraums teilnehmen.
Es sei ein Unterschied, den fairen Wert einer Aktie oder einer Währung gegenüber einer anderen zu bestimmen. Die Währung werde durch makroökonomische Entwicklung und politische Faktoren bestimmt. Das möge den Markt auf der einen Seite ineffizient machen, auf der anderen Seite bleibe der Devisenmarkt unberechenbar. (Ausgabe vom 13.05.2008) (19.05.2008/fc/a/f)
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