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Unternehmensgewinne besser als erwartet
09.05.14 14:55
GECAM
Wangen (www.fondscheck.de) - Die Erwartungen zum Jahreswechsel waren groß: Die Wirtschaft in den USA wird 2014 um 3 Prozent wachsen, Deutschland um 2 Prozent und selbst Euroland wächst wieder um 1 Prozent, so die Experten von GECAM.
In der Folge würden auch Aktienmärkte und selbst Rohstoffe weiter gewinnen und die Zinsen ansteigen.
Doch zunächst hätten die in den letzten zehn Jahren für die Dynamik in der Welt verantwortlichen Schwellenländer einen Strich durch die Heile-Welt-Rechnung gemacht, indem sich von der Türkei über Thailand und Brasilien bis hin zu der Ukraine strukturelle bzw. politische Unzufriedenheiten in Aufstände verwandelt hätten.
Darüber hinaus habe Nordamerika einen der härtesten Winter der letzten 50 Jahre erlebt, was zum Teil zu starken Einbrüchen bei diversen Konjunkturindikatoren geführt und das BIP-Wachstum im ersten Quartal auf Null gedrückt habe.
Zuletzt seien durch die Entwicklungen in der Ukraine und den damit zusammenhängenden geopolitischen Interessen der USA und Russlands wieder Ängste vor einem (kalten) Krieg erwacht, wie sie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr für möglich gehalten worden seien.
Doch dies seien alles politische bzw. saisonale Einflüsse auf die Stimmung an den Märkten. Langfristig entscheide nur ein Parameter über die Entwicklung des Aktienkurses: Die Gewinnentwicklung bzw. die Gewinnperspektive.
Die Erwartungen an die US-Berichtssaison zum 1. Quartal hätten unmittelbar vor Beginn unter dem Ergebnis des 4. Quartals 2013 gelegen. Für Nicht-Finanzunternehmen hätten Analysten gar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent befürchtet. Die niedrigen Erwartungen hätten die Basis dafür gesetzt, dass die führenden US-Unternehmen die Erwartungen mit einem Gewinnanstieg von 4,3 Prozent übertreffen könnten.
In Summe lägen die bisher veröffentlichten Zahlen um 9,7 Prozent über dem ersten Quartal 2013, würden damit aber das Gewinn-Niveau des 4. Quartals 2013 um 3,3 Prozent verfehlen. Damit würden die führenden US-Unternehmen die an sie gestellten Erwartungen nun schon zum 21. Mal in Folge übertreffen.
Vergleiche man noch die Gewinnausweise mit der Umsatzentwicklung, so klaffe im ersten Quartal 2014 eine Lücke. Einer Quote positiver Gewinn-Überraschungen von 62 Prozent stehe eine besser als erwartete Umsatzquote von nur 47 Prozent gegenüber, was auf geringere Kosten und nicht mehr Neugeschäft hinweise.
Die bisher vorgelegten Ergebnisse der europäischen Unternehmen würden ein ambivalentes Bild abgeben. Ein wesentlicher Grund für die noch verhaltene fundamentale Entwicklung lasse sich auf den starken Euro und die Nachfrageschwierigkeiten in einzelnen Schwellenländern zurückführen. Auch hier seien im Vorfeld die Erwartungen an die Gewinne zurückgenommen worden. In Summe würden die Analysten im Vergleich zum Vorjahr einen Nettogewinnrückgang um 6,7 Prozent erwarten.
Auch ein Blick auf die Sektoren zeige, dass der Gewinnpfeil nur partiell nach oben zeige. Dabei habe der starke Euro über fast alle Sektoren hinweg zu Belastungen geführt. Im Branchenvergleich würden nur 6 der 18 Branchen Zuwächse erwarten lassen. Vornehmlich zyklische Titel aus den Sektoren Chemie, Bau, Automobil, Technologie und Industrie könnten Verbesserungen vermelden.
Deutliche Gewinnrückgänge würden aufgrund der warmen Witterung für Versorger und angesichts schwacher Raffineriemargen für Öltitel prognostiziert. Unter einer rückläufigen Dynamik würden auch Nahrungsmittel- und Konsumwerte leiden. Auch die Mehrheit der Ausblicke sei angesichts von Währungsbelastungen und der weiter schwelenden Krise in der Ukraine verhalten ausgefallen. Insgesamt hätten jedoch die meisten Unternehmen ihre Aussichten bestätigt.
Im europäischen Vergleich würden sich die DAX-Unternehmen besser präsentieren - und das nicht erst im letzten Quartal. Seit den Tiefs während der Finanzkrise hätten sich die Gewinne im DAX deutlich besser entwickelt, als in allen anderen Regionen des EURO STOXX 50.
Durch die niedrigen Erwartungen hätten viele Unternehmen positiv überraschen können. Jedoch dürfe nicht übersehen werden, dass insbesondere amerikanische Aktien mit einem KGV von 16 mittlerweile recht teuer seien. Wohingegen europäische Dividendentitel bei rund 13,5 noch im langfristigen Durchschnitt lägen.
Weiteres signifikantes Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte könne nur entstehen, wenn sich die Gewinnperspektiven merklich verbessern würden. Vor dem Hintergrund einer nunmehr fast dreijährigen Stagnation bei wachsender Weltwirtschaft, seien die bisherigen Ausweise enttäuschend gewesen.
Dennoch sollte ein Weltwirtschaftswachstum von 3,5 bis 4 Prozent in 2014 sowie historisch hohe Liquiditäts-Quoten der Unternehmen in der westlichen Welt, die wiederum einen Investitionsboom auslösen könnten, zu überdurchschnittlichen Gewinnperspektiven für 2015 führen. In Ermangelung renditeträchtiger Anlagealternativen (Rendite 5-jährige Staatsanleihen Deutschland bei 0,54 Prozent) sollten Dividendenrenditen von 2,9 Prozent (DAX) bzw. 3,66 Prozent (EURO STOXX 50) aber trotzdem ausreichen, um für stabile bis positive Aktienmarktrenditen zu sorgen - selbst bei weiterer Stagnation der Unternehmensgewinne. (09.05.2014/fc/a/m)
In der Folge würden auch Aktienmärkte und selbst Rohstoffe weiter gewinnen und die Zinsen ansteigen.
Doch zunächst hätten die in den letzten zehn Jahren für die Dynamik in der Welt verantwortlichen Schwellenländer einen Strich durch die Heile-Welt-Rechnung gemacht, indem sich von der Türkei über Thailand und Brasilien bis hin zu der Ukraine strukturelle bzw. politische Unzufriedenheiten in Aufstände verwandelt hätten.
Darüber hinaus habe Nordamerika einen der härtesten Winter der letzten 50 Jahre erlebt, was zum Teil zu starken Einbrüchen bei diversen Konjunkturindikatoren geführt und das BIP-Wachstum im ersten Quartal auf Null gedrückt habe.
Zuletzt seien durch die Entwicklungen in der Ukraine und den damit zusammenhängenden geopolitischen Interessen der USA und Russlands wieder Ängste vor einem (kalten) Krieg erwacht, wie sie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr für möglich gehalten worden seien.
Doch dies seien alles politische bzw. saisonale Einflüsse auf die Stimmung an den Märkten. Langfristig entscheide nur ein Parameter über die Entwicklung des Aktienkurses: Die Gewinnentwicklung bzw. die Gewinnperspektive.
Die Erwartungen an die US-Berichtssaison zum 1. Quartal hätten unmittelbar vor Beginn unter dem Ergebnis des 4. Quartals 2013 gelegen. Für Nicht-Finanzunternehmen hätten Analysten gar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent befürchtet. Die niedrigen Erwartungen hätten die Basis dafür gesetzt, dass die führenden US-Unternehmen die Erwartungen mit einem Gewinnanstieg von 4,3 Prozent übertreffen könnten.
Vergleiche man noch die Gewinnausweise mit der Umsatzentwicklung, so klaffe im ersten Quartal 2014 eine Lücke. Einer Quote positiver Gewinn-Überraschungen von 62 Prozent stehe eine besser als erwartete Umsatzquote von nur 47 Prozent gegenüber, was auf geringere Kosten und nicht mehr Neugeschäft hinweise.
Die bisher vorgelegten Ergebnisse der europäischen Unternehmen würden ein ambivalentes Bild abgeben. Ein wesentlicher Grund für die noch verhaltene fundamentale Entwicklung lasse sich auf den starken Euro und die Nachfrageschwierigkeiten in einzelnen Schwellenländern zurückführen. Auch hier seien im Vorfeld die Erwartungen an die Gewinne zurückgenommen worden. In Summe würden die Analysten im Vergleich zum Vorjahr einen Nettogewinnrückgang um 6,7 Prozent erwarten.
Auch ein Blick auf die Sektoren zeige, dass der Gewinnpfeil nur partiell nach oben zeige. Dabei habe der starke Euro über fast alle Sektoren hinweg zu Belastungen geführt. Im Branchenvergleich würden nur 6 der 18 Branchen Zuwächse erwarten lassen. Vornehmlich zyklische Titel aus den Sektoren Chemie, Bau, Automobil, Technologie und Industrie könnten Verbesserungen vermelden.
Deutliche Gewinnrückgänge würden aufgrund der warmen Witterung für Versorger und angesichts schwacher Raffineriemargen für Öltitel prognostiziert. Unter einer rückläufigen Dynamik würden auch Nahrungsmittel- und Konsumwerte leiden. Auch die Mehrheit der Ausblicke sei angesichts von Währungsbelastungen und der weiter schwelenden Krise in der Ukraine verhalten ausgefallen. Insgesamt hätten jedoch die meisten Unternehmen ihre Aussichten bestätigt.
Im europäischen Vergleich würden sich die DAX-Unternehmen besser präsentieren - und das nicht erst im letzten Quartal. Seit den Tiefs während der Finanzkrise hätten sich die Gewinne im DAX deutlich besser entwickelt, als in allen anderen Regionen des EURO STOXX 50.
Durch die niedrigen Erwartungen hätten viele Unternehmen positiv überraschen können. Jedoch dürfe nicht übersehen werden, dass insbesondere amerikanische Aktien mit einem KGV von 16 mittlerweile recht teuer seien. Wohingegen europäische Dividendentitel bei rund 13,5 noch im langfristigen Durchschnitt lägen.
Weiteres signifikantes Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte könne nur entstehen, wenn sich die Gewinnperspektiven merklich verbessern würden. Vor dem Hintergrund einer nunmehr fast dreijährigen Stagnation bei wachsender Weltwirtschaft, seien die bisherigen Ausweise enttäuschend gewesen.
Dennoch sollte ein Weltwirtschaftswachstum von 3,5 bis 4 Prozent in 2014 sowie historisch hohe Liquiditäts-Quoten der Unternehmen in der westlichen Welt, die wiederum einen Investitionsboom auslösen könnten, zu überdurchschnittlichen Gewinnperspektiven für 2015 führen. In Ermangelung renditeträchtiger Anlagealternativen (Rendite 5-jährige Staatsanleihen Deutschland bei 0,54 Prozent) sollten Dividendenrenditen von 2,9 Prozent (DAX) bzw. 3,66 Prozent (EURO STOXX 50) aber trotzdem ausreichen, um für stabile bis positive Aktienmarktrenditen zu sorgen - selbst bei weiterer Stagnation der Unternehmensgewinne. (09.05.2014/fc/a/m)


