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US-Wirtschaft im Fokus


09.04.08 14:20
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich ab, berichten die Experten von Swiss Life.

Nicht in einem Ausmaß, das deutlich eine Rezession anzeigen würde, aber die jüngsten Entwicklungen seien bedenklich. Die Zahl der Arbeitsstellen in der Privatwirtschaft sei drei Monate nacheinander geschrumpft. Der vorübergehende Rückgang der Arbeitslosenrate auf 4,8% schien auf den ersten Blick ermutigend zu wirken, allerdings war beim genaueren Hinsehen klar, dass einige Personen nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, weil sie die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben, so die Experten von Swiss Life. Dies beschönige die Relation zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen.

Die Unternehmen außerhalb der Finanzbranche scheinen eine abwartende Haltung angenommen zu haben, so die Experten von Swiss Life. Mit beiden Einkaufsmanagerindices knapp unterhalb der 50er Schwelle scheine Stagnation das wahrscheinlichste Szenario zu sein. Die verarbeitende Industrie profitiere weiterhin von der starken Auslandsnachfrage. Dies belege auch die monatlich publizierte Außenhandelsstatistik. Im Januar hätten die Exporte mit Ausfuhren im Wert von USD 148,2 Milliarden erneut die Rekordmarke geschlagen. Somit kristallisiere sich der Außenhandel immer mehr als der Hauptantriebsfaktor des Wachstums heraus.

Das große binnenwirtschaftliche Problem liege natürlich im Immobiliensektor und den damit verbundenen Privatinsolvenzen und Zwangsversteigerungen, die sowohl den Konsum als auch die darin verwickelten Finanzinstitutionen belasten würden. Ein Hoffnungsschimmer seien die Verkaufszahlen bereits bestehender Einfamilienhäuser im Februar. Sowohl restriktivere Bedingungen bei der Hypothekarvergabe als auch ein starkes Überangebot an Immobilien würden eine schnelle Erholung in diesem Sektor verhindern.

Während sich die Probleme im Finanzsektor von der Liquidität zur Solvenz verlagert hätten, habe die Zentralbank ihre Bereitschaft demonstriert, den betroffenen Institutionen aus der Patsche zu helfen. Die Diskussionen im Markt würden sich nun hauptsächlich um potenzielle Rettungsaktionen mit Regierungsgeldern drehen. Die Frage bleibe, ob diese Aktionen dazu dienen sollten, den Not leidenden Hauseigentümern unter die Arme zu greifen oder den Investoren, die sich schwindenden Anlagewerten gegenübersehen würden. Davon abgesehen werde das bereits verabschiedete Fiskalpaket zu einer Belebung im zweiten Halbjahr führen.

Sowohl die allgemeine Teuerung als auch die Kerninflationsrate hätten im Februar gegen unten überrascht. Die Energiepreise würden allerdings für einen starken Anstieg im März sorgen, womit der Höhepunkt dieses Jahr dann überschritten sein dürfte. Die Preissetzungsmacht der Unternehmen sei beschränkt und angesichts steigender Faktorkosten würden die Margen der Unternehmen unter Druck bleiben. Die Inflationserwartungen scheinen noch immer gut verankert und strafen die Stagflationsdiskussionen Lügen, so die Experten von Swiss Life. (Ausgabe April 2008) (09.04.2008/fc/a/m)