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US-Wirtschaft Ausblick 2007


06.02.07 10:23
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Das Jahr 2006 war in den USA vom moderateren Stellenwachstum, von einer Abschwächung am Immobilienmarkt und tieferen Wachstumsbeiträgen des Privatkonsums geprägt, berichten die Experten von Swiss Life.

Die Veröffentlichung der Detailhandelszahlen für Dezember habe aber Befürchtungen gedämpft, dass die Konsumenten angesichts der Schwäche am Immobilienmarkt ihre Ausgaben erheblich senken würden. Die positiven Daten im vierten Quartal seien jedoch von günstigen Wetterbedingungen, fallenden Energiepreisen und Vermögenszuwächsen am Aktienmarkt beeinflusst worden.

Zusätzlich müsse betont werden, dass die Detailhandelszahlen nominale Größen darstellen würden und somit der Anstieg der Benzinpreise im Dezember die Verkäufe an den Tankstellen nach oben habe schnellen lassen. Im Januar würden die Verkäufe an den Tankstellen jedoch wieder tiefer liegen, da der Benzinpreis seit Jahresbeginn wieder gesunken sei. Das Wachstum des BIP dürfte im vierten Quartal leicht über den ursprünglichen Annahmen der Experten liegen, sie würden aber eher vorsichtig für die nächsten Quartale bleiben.

Das warme Wetter habe den Bausektor jüngst temporär gestützt, die Korrektur sei aber nach Ansicht der Experten noch nicht vorbei. Die Anzahl leerstehender Immobilien habe seit Mitte 2005 zugenommen, weil die Baufirmen die Anzeichen eines Rückgangs der Nachfrage nach Häusern zu lange ignoriert hätten. Die Korrektur dieses Überangebots habe im Sommer letzten Jahres begonnen und die Wertschöpfung im privaten Wohnungsbau werde vorerst negativ bleiben.

Die letzte Umfrage des Branchenverbandes der Bauindustrie deute jedoch auf eine Stabilisierung der Nachfrage nach Wohnbauten hin. Zusätzlich würden die gesunden Bilanzen der Unternehmen, die hohen Cashflows sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen die Investitionstätigkeit stützen; ein robustes Wachstum des gewerblichen Baus scheine somit realistisch. Die Experten würden erwarten, dass die Wachstumsraten im gesamten Jahr 2007 unter Potenzial liegen würden - jedoch nicht tief genug, um die FED zu einer Zinssenkung zu bewegen. Die Experten würden somit weiterhin an eine sanfte Landung der US-Wirtschaft glauben.

Der temporäre Energiepreisanstieg habe den Konsumentenpreisindex (KPI) im Dezember wieder über die 2%-Marke getrieben. Zusätzlich habe der schwache US-Dollar gegen Jahresende dazu geführt, dass die Importpreise im Dezember mit 2,5% doppelt so stark gestiegen seien wie im November. Aufgrund der tieferen Benzinpreise im Januar werde der KPI jedoch wieder unter 2% fallen und im Sommer würden die Experten von Swiss Life sogar ein Absinken unter 1% erwarten, bevor gegen Jahresende hin Basiseffekte wieder für einen Anstieg sorgen würden. Die Kerninflation werde im laufenden Quartal weiter auf hohem Niveau verharren und dürfte im September mit 1,6% den Tiefpunkt erreichen. (Ausgabe Februar 2007) (06.02.2007/fc/a/m)