US-Leitindices in Q2 abgeschwächt


02.07.12 08:50
Erste Group Research

Wien (www.aktiencheck.de) - Die US-Leitindices schwächten sich im 2. Quartal ab, so die Analysten von Erste Group Research.

Der S&P 500 habe 5,6%, der Dow Jones um 4,6% verloren. Die sich global eintrübenden Konjunkturdaten hätten zu einem starken Rückgang des Economic Surprise-Index geführt. Gleichzeitig sei die Risikoaversion der Investoren gestiegen. Aus diesem Grund hätten zyklische Sektoren wie Transport, Energie und Ölzulieferer relative Schwäche zum Gesamtmarkt gezeigt. Nur die Versorgerbranche habe Zugewinne erzielen können (+4,5%).

Die ISM-Einkaufsmanagerindices würden weiterhin eine moderat expandierende US-Volkswirtschaft signalisieren. Dies treffe sowohl für den Produktions- als auch für den Dienstleistungsbereich zu. Der Arbeitsmarkt hingegen sei in einer schlechten Verfassung. Dessen langjährige Schwäche und regelmäßige negative Nachrichten diesbezüglich würden die Stimmung der Anleger regelmäßig auf den Boden der Realität zurückholen.

Im Zuge der negativen Überraschungen von den Konjunkturdaten seien auch die Gewinn- und die Umsatzrevision-Ratio im letzten Quartal stark gefallen. Nach dem raschen Rückgang dieser wichtigen Kennzahlen seien erste Anzeichen der Stabilisierung erkennbar. Für eine nachhaltige Trendwende müssten vor allem die Konjunkturdaten besser als erwartet berichtet werden. Ein aktuelles Anzeichen dafür sei der Indikator der Analysten, der sich aus der Differenz aus den ISM-Auftragseingängen minus Lagerbestände errechne. Dieser Saldo sei zuletzt angestiegen, was die vorsichtig positive Prognose für die Konjunkturentwicklung unterstütze.

Im dritten Quartal werde der starke Dollarkurs die Unternehmensergebnisse der international ausgerichteten Konzerne voraussichtlich belasten. Die BRIC-Währungen und der Euro hätten sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgeschwächt, wodurch die Wahrscheinlichkeit von zahlreichen positiven Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen gering sei. Die Analysten würden erwarten, dass von den Unternehmen auch die anhaltende Unsicherheit in der Eurozone häufig als Begründung für moderatere Gewinn- und Umsatzwachstumsraten bzw. Abschwächungen herangezogen werde. Die Konsensus-Gewinnschätzungen für die nächsten Quartale seien in den letzten Monaten jedenfalls laufend leicht nach unten revidiert worden.

Die Eigenkapitalrentabilitäten der US-Firmen seien deutlich höher als bei den europäischen Unternehmen. Im Gleichklang mit den leicht schwächer erwarteten Gewinnausweisen sei auch der ROE-Konsensus Forecast geringfügig zurückgegangen.

Der S&P 500 sei derzeit mit einem KGV von 13,3 und einer Dividendenrendite von 2,2% angemessen bewertet. Im Vergleich zu Staatsanleihen würden die US-Aktien weiterhin einen deutlich besseren Gegenwert bieten.

Die Unternehmen hätten weiterhin langfristige Wachstumsperspektiven, die derzeit jedoch etwas eingetrübt seien.

In den kommenden Monaten sei aufgrund eines Mangels an positiven Impulsen das Potenzial für einen Anstieg der Leitindices nicht vorhanden. Die Abwärtsrisiken hätten leicht zugenommen. Die Analysten würden eine moderate Abschwächung des US-Aktienmarktes erwarten (0 bis minus 5%). Trotzdem bleibe die relative Attraktivität von US-Titeln weiter bestehen. Defensive Sektoren sollten gegenüber Zyklikern übergewichtet werden. (02.07.2012/ac/a/m)





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