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US-Dollar stärker erwartet


10.04.12 15:58
Erste Group Research

Wien (www.aktiencheck.de) - Der Euro ist derzeit vor allem von der Verbesserung des Risikoumfelds bestimmt, so die Analysten von Erste Group Research.

Die Liquidität der EZB habe zu einer aus Sicht der Analysten überraschend starken Entspannung bezüglich der Verschuldungskrise, aber auch der Stabilität der monetären Union geführt. Dies habe den Euro unterstützt. Trotzdem mehr Euro-Liquidität die Währung eigentlich schwächen sollte (mehr Angebot - niedrigerer Preis), sei die Verbesserung des Risikoumfelds für die Seitwärtsentwicklung des Wechselkurses in Q1 ausschlaggebend gewesen.

Denn die Wachstumsperspektiven in den USA würden eindeutig besser bleiben als in der Eurozone. Dies habe dank der ultraexpansiven Geldpolitik der FED - welche sich nicht so rasch ändern sollte - zwar nur begrenzt zu einer nennenswerten Unterstützung von Dollar-Investments durch höhere Zinserträge (Renditen) als in der Eurozone geführt. Dennoch bleibe der Dollar ein "sicherer Hafen" vor Konjunktursorgen. Darüber hinaus spreche auch der faire Wert, welcher momentan bei EUR/USD 1,26 liege, für einen stärkeren Dollar. Die Analysten würden erwarten, dass der Dollar auf Sicht eines Jahres stärker sein werde.

Die wichtigsten Risiken diesbezüglich würden auf Seiten der Eurozone ein Wiederaufwallen der Staatsverschuldungskrise bleiben, welches derzeit nach wie vor nicht vollkommen auszuschließen sei. Auf Seiten der USA bleibe zu beobachten, ob die von der FED - und von den Analysten - erwartete Verlangsamung am Arbeitsmarkt stark genug ausfalle, dass die Zentralbank weiteren Bedarf für MBS-Ankäufe sehen würde. Dies sei auf Jahressicht nach wie vor nicht auszuschließen und würde wohl erneut zu einem schwächeren Dollar führen. (10.04.2012/ac/a/m)