US-Aktienfonds: "Vergesst die FED" - Fondsanalyse


08.12.14 10:13
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Die USA übernehmen wieder eine Führungsrolle in der Weltwirtschaft. Darin sind sich Experten einig. FundResearch wirft einen Blick auf die Aktienfonds des Landes, so die Experten von "FundResearch".

"In den USA sehe ich 2015 Licht und Schatten", sage Angel Agudo, Fondsmanager des Fidelity America Fund. "Zwar stehen die Unternehmen finanziell solide da, doch die Gewinnmargen sind hoch und die Bewertungen nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Monaten." Ermutigend sei jedoch die Konjunkturentwicklung.

"Positiv ist außerdem, dass Inflation zwar vorhanden, aber unter Kontrolle ist", so der Experte von Fidelity Worldwide Investment. Er sei überzeugt, dass sich die USA die Führungsrolle in der Weltwirtschaft "klar zurückgeholt" hätten: "Die Anleger richten den Blick auf die besonderen strukturellen Vorzüge der amerikanischen Wirtschaft. Hierzu zählt vor allem vergleichsweise billige Energie und ein für Unternehmen attraktives Arbeitsmarktumfeld." Institutionelle Strukturen hätten Unternehmertum, Innovation und Gewinnerzielung begünstigt. Sie seien flexibel genug, um gelegentliche Krisen zu überstehen.

Auch Chris Hart, Fondsmanager für globale Aktien bei Robeco, sei voll des Lobes über die Vereinigten Staaten: "Die USA geben derzeit ohne Zweifel den Ton für das Weltwirtschaftswachstum an." Dass die dortigen Aktienindices zuletzt Höchststände erreicht hätten, sei kein Problem, denn die für 2015 prognostizierte Gewinnentwicklung der Unternehmen stimme positiv - und die Liquidität sei hoch.

"Wir mögen Unternehmen, die in der Lage sind, hohe freie Cashflows zu erwirtschaften", so Hart. Zudem sei die Ertragskraft der meisten Konzerne höher als jemals zuvor. Dass diese im kommenden Jahr wieder zurückgehe, glaube der Fondsmanager nicht: "Wir sehen keinen Grund, dass in den nächsten ein bis eineinhalb Jahren die Ertragskraft von US-Unternehmen nennenswert abnehmen sollte."

Eine geldpolitische Wende der US-Notenbank Federal Reserve (FED) fürchte er nicht: "Vergessen wir die FED. Was wirklich zählt ist das Kreditwachstum." Das ziehe derzeit an und werde sich auch 2015 positiv bemerkbar machen. "Das Ende des Anleihekaufprogramms wird sich 2015 gar nicht so stark auswirken", sei Hart überzeugt. "Wie ein Blick auf die Zinsterminkurve für zehnjährige US-Treasuries zeigt, sind Zinserhöhungen zwischen 50 und 60 Basispunkten bereits eingepreist."

Von diesem positiven Umfeld würden auch US-Aktienfonds profitieren. Die Kategorie "Aktienfonds USA" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) habe ihren Wert im laufenden Jahr (per. 30. November 2014) um knapp 20 Prozent gesteigert. Zum Vergleich: Für deutsche Aktienfonds sei es im selben Zeitraum um lediglich 2,8 Prozent nach oben gegangen.

Über diese Entwicklung freue sich auch das Fondsmanagement-Team von GAM. Der GAM Star US All Cap Equity sei mit einem Volumen von fast acht Milliarden Euro der größte Fonds der Peergroup. Und auch die Wertentwicklung von 20,1 Prozent im laufenden Jahr sei sehenswert. Für den Zeitraum der vergangenen drei Jahre stehe ein Plus von 73,5 Prozent (Sharpe Ratio: 2,07) und über die vergangenen fünf Jahre sei es um 114,1 Prozent nach oben gegangen (Sharpe Ratio: 1,13).

Der Fonds sei mit der €uro-FondsNote 3 bewertet. Das Portfolio lese sich wie das Who-is-Who der US-amerikanischen Firmenwelt: Twenty First Century Fox (3,1 Prozent), Monsanto (3,0 Prozent), eBay (2,3 Prozent) Coca Cola (2,1 Prozent) oder General Electric (2,0 Prozent).

Berater, deren Anleger einen Fonds mit Top-Bewertung suchen würden, würden beim Pioneer U.S. Fundamanetal Growth fündig: FondsNote 1. Diese Bewertung sei vor allem auf die sehr niedrige Volatilität im Vergleich zur Performance zurückzuführen. In den vergangenen drei Jahren habe der Fonds ein Plus von 82,8 Prozent bei einer Volatilität von 7,9 Prozent erreicht. Das ergebe eine Sharpe Ratio von enorm starken 2,44. Über fünf Jahre sehe es ähnlich aus: Wertsteigerung von 160 Prozent, Volatilität betrage 9,9 Prozent. Sharpe Ratio: 1,83. Und auch im laufenden Jahr stehe der Fonds mit einem Plus von 25,2 Prozent bisher gut da.

Rund ein Viertel des 1,4 Milliarden Euro großen Portfolios investiere Fondsmanager Andrew Acheson in IT-Aktien. Entsprechend seien die Top-Holdings des Fonds aufgestellt: Apple habe einen Anteil von 5,8 Prozent, Microsoft von 4,8 Prozent und Google von 4,2 Prozent. Gesundheits-Titel seien zu 21,6 Prozent gewichtet, Gebrauchsgüter zu 13,6 Prozent.

Mit der FondsNote 2 sei der Schroders US Large Cap ebenfalls gut bewertet. Das zahlt Fondsmanagerin Joanna Shatney mit Performance zurück 2014 ging es bisher um 24,1 Prozent nach oben, so die Experten von "FundResearch". Über den Zeitraum der vergangenen drei Jahre betrage die Wertentwicklung 88,9 Prozent bei einer Sharpe Ratio von 2,46. Für die vergangenen fünf Jahre stehe ein Plus von 132,8 Prozent und eine Sharpe Ratio von 1,39.

Das Fondsvolumen von gut 900 Millionen Euro investiere Shatney zu nahezu gleichen Teilen von rund 17 Prozent in IT-Aktien, Finanzwerte und Gesundheitstitel. Mit einem Portfolioanteil von 4,3 Prozent sei Apple die Top-Holding. Das Biotech-Unternehmen Amgen und die Telefongesellschaft Comcast würden mit 2,8 bzw. 2,5 Prozent dahinter folgen.

Ebenfalls mit FondsNote 2 bewertet sei der Goldman Sachs US Core Equity Base. Um 25,8 Prozent sei es für den Fonds 2014 bisher nach oben gegangen. Für den Zeitraum von drei Jahren stehe ein Plus von guten 90 Prozent (Sharpe Ratio: 2,27). Über fünf Jahre habe das Fondsmanagement-Team eine Wertsteigerung von 144,7 Prozent erreicht (Sharpe Ratio: 1,54). Auch hier fließe ein Großteil (knapp 20 Prozent) in IT-Titel.

Gesundheitsunternehmen seien zu 16,2 Prozent gewichtet und Finanzdienstleister zu rund 15 Prozent. Ähnlich wie GAM würden die Goldman-Fondsmanager ebenfalls auf prominente Unternehmen setzen: Apple (3,7 Prozent), Exxon Mobil (3,1 Prozent), Microsoft (3,0 Prozent), General Electric (2,2 Prozent), J.P. Morgan Chase (2,1 Prozent) oder AT&T (1,8 Prozent).

Die beste 2014-Performance der aktiv gemanagten Fonds zeige der Janus US All Cap Growth (ISIN IE00B2B35J52 / WKN A0NCD7). Fondsmanager Brian Demain erreiche ein Plus von 31,1 Prozent. In den vergangenen drei Jahren habe der Fonds seinen Wert um 61,2 Prozent gesteigert, in den vergangenen fünf Jahren um 112,5 Prozent. Daraus würden sich Sharpe Ratios von 1,23 bzw. 0,92 ergeben.

Der Fonds habe ein Volumen von knapp 70 Millionen Euro. Knapp ein Drittel davon investiere Demain in Gesundheitsaktien. IT-Titel würden auf 16,8 Prozent kommen, Industriewerte auf 16,7 Prozent. Größter Einzeltitel sei der Pharmakonzern Mallinckrodt mit einem Portfolioanteil von 7,4 Prozent. Dahinter würden ebenfalls Pharmaunternehmen folgen: Concordia Healthcare mit 5,0 Prozent und Questor Pharmaceuticals mit 4,8 Prozent. (Ausgabe vom 05.12.2014) (08.12.2014/fc/a/f)





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