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USA volkswirtschaftlicher Ausblick


03.07.07 16:42
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Anpassung variabler Hypothekarzinssätze an höhere Niveaus und die gestiegenen Energiepreise konnten die amerikanischen Konsumenten nicht von den Einkaufszentren fernhalten, berichten die Experten von Swiss Life.

Die letzten Daten aus dem Einzelhandel hätten Stärke in allen Güterklassen und vor allem auch bei den Baumaterialien demonstriert. Dies sei nur ein Grund, warum die Experten ihre BIP-Prognose nach oben angepasst hätten. Eine weitere positive Überraschung für die meisten Marktteilnehmer sei die deutliche Verbesserung der Außenhandelsbilanz im April gewesen, die nicht zuletzt dank dem schwachen US-Dollar und robuster Nachfrage aus Europa und Asien auf starkem Exportwachstum beruht habe. Darüber hinaus würden die aktuellen Umfragen in der verarbeitenden Industrie eine deutliche Stimmungsaufhellung zeigen was die Neubestellungen betreffe. Dies verheiße Gutes für die Exportdynamik und die Produktionszahlen in der nahen Zukunft. Schließlich sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Lageraufbau im zweiten Quartal positiv zum Wachstum beitragen werde, nachdem er zwei Quartale in Folge das Wachstum gedämpft habe.

Die Gesamtheit dieser Faktoren habe zu einer positiveren Einschätzung des kurzfristigen Wachstumsausblicks und einem rasanten Anstieg der Renditen am langen Ende der Zinsstrukturkurve geführt. Obwohl man über die vergangenen Wochen eine vorsichtige Stabilisierung des Häusermarktes habe ausmachen können - dies vor allem bei den Neuanträgen auf Hypotheken - seien weitere schlechte Nachrichten aus diesem Sektor unvermeidlich. Der Hypothekarsatz auf die 30-jährige Festhypothek sei über den letzten Monat um nahezu 50 Basispunkte angestiegen was die Nachfrage abkühlen lassen werde.

Der Bestand an fertig gestellten Eigenheimen liege mit 6,5 Monaten gesicherter Versorgung zwar unter dem Höchstwert dieses Jahres aber dennoch über dem langfristigen Mittel. Dies werde die Bautätigkeit limitieren. Nicht zuletzt deute auch der Abfall des NAHB-Indices, der nationalen Vereinigung der Baufirmen, auf eine anhaltende Schwächephase dieses Sektors hin.

Der Ausverkauf an den Obligationenmärkten stelle nach Ansicht der Experten eher eine Korrektur früherer Unterschätzung von Inflationsrisiken dar, denn eine Neubeurteilung des eigentlichen Inflationsdrucks. Die Inflationsprognosen der Experten würden intakt bleiben. Die Kerninflation werde weiterhin rückläufig sein. Gemäß Umfrage unter Entscheidungsträgern aus dem KMU-Bereich, würden wenige Absichten bestehen die derzeit höheren Inputpreise an den Endkonsumenten weiterzugeben. Derselbe Tonfall sei in der letzten Ausgabe des Beige Book angeschlagen worden, in dem aus den einzelnen Distrikten kein genereller Preisdruck vermeldet worden sei. (03.07.2007/fc/a/m)