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USA überfällige Anpassung der Kreditvergabepolitik
04.04.07 15:04
Swiss Life
Zürich (aktiencheck.de AG) - Die seit langem schlummernden Risiken durch die aggressive Vergabe von Hypothekarkrediten an Schuldner zweifelhafter Bonität in den USA wurden in dem letzten monatlichen Kommentar der Experten von Swiss Life gewürdigt.
In kürzester Zeit sei das Thema nun zum beherrschenden Antrieb der Finanzmärkte aufgestiegen. Zur gedämpften Stimmung habe auch die Abwärtsrevision der Zahlen zum BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2006 beigetragen. Die Experten würden die neuerdings verschärften Richtlinien in der Vergabepolitik für Hypotheken als notwendige Umkehr zu einem vernünftigen Umgang mit Risiken betrachten. Diese Entwicklung folge einer Phase von liquiditätsbedingten Übertreibungen. Kommentare von Vertretern führender Notenbanken würden auch darauf schließen lassen, dass dort ein disziplinierteres Marktverhalten begrüßt werde.
In der Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Schuldzinsausfälle auf die Gesamtwirtschaft sei festzuhalten, dass in über 70% der Fälle Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidungen hinter der Zahlungsunfähigkeit stünden, derweil Vermögensverluste auf der Immobilie oder ein Anstieg der Zinsbelastung ein geringeres Gewicht hätten. Zu dieser Beobachtung passe auch die Tatsache, dass Schuldzinsausfälle ein stark regional beschränktes Phänomen darstellen würden, mit besonderer Häufung in jenen Gebieten wo das Verarbeitende Gewerbe in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze gestrichen habe.
Im Landesdurchschnitt präsentiere sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin in robuster Verfassung, so dass die Experten nicht davon ausgehen würden, dass auch die ausstehenden Hypotheken im Segment der guten Schuldnerqualität in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Zurücknahme ihrer Wachstumsprognose fuße daher auch auf einem anderen Umstand, nämlich der markanten Revision im Vorlaufindikator der OECD, welcher nun nicht mehr auf eine per Jahresmitte anstehende Belebung der Industrieproduktion deute.
Die dämpfende Wirkung durch die Abkühlung am Immobilienmarkt sei seit längerem in den Wachstumspfad der Experten eingebaut. Auf der Seite der Privathaushalte erwarte man als logische Folge der Diskussion der vergangenen Wochen eine erhöhte Sparneigung. Damit dürfte sich die Prognose der Experten eines moderateren Wachstums der privaten Konsumausgaben in den kommenden Quartalen tatsächlich einstellen.
Lebensmittel und Gesundheitskosten hätten in den USA maßgeblich zum Anstieg der Teuerung im Monat Februar beigetragen. Gesundheitskosten hätten in der Kerngröße des Deflators auf den persönlichen Konsumausgaben ein vergleichsweise großes Gewicht. Dieser Umstand stelle die FED derzeit vor besondere Schwierigkeiten in der Beurteilung des Teuerungsdrucks, sei doch der Deflator das bevorzugte Instrument der Notenbank zur Messung der Inflation auf Verbraucherstufe. (Ausgabe April 2007) (04.04.2007/fc/a/m)
In kürzester Zeit sei das Thema nun zum beherrschenden Antrieb der Finanzmärkte aufgestiegen. Zur gedämpften Stimmung habe auch die Abwärtsrevision der Zahlen zum BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2006 beigetragen. Die Experten würden die neuerdings verschärften Richtlinien in der Vergabepolitik für Hypotheken als notwendige Umkehr zu einem vernünftigen Umgang mit Risiken betrachten. Diese Entwicklung folge einer Phase von liquiditätsbedingten Übertreibungen. Kommentare von Vertretern führender Notenbanken würden auch darauf schließen lassen, dass dort ein disziplinierteres Marktverhalten begrüßt werde.
Im Landesdurchschnitt präsentiere sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin in robuster Verfassung, so dass die Experten nicht davon ausgehen würden, dass auch die ausstehenden Hypotheken im Segment der guten Schuldnerqualität in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Zurücknahme ihrer Wachstumsprognose fuße daher auch auf einem anderen Umstand, nämlich der markanten Revision im Vorlaufindikator der OECD, welcher nun nicht mehr auf eine per Jahresmitte anstehende Belebung der Industrieproduktion deute.
Die dämpfende Wirkung durch die Abkühlung am Immobilienmarkt sei seit längerem in den Wachstumspfad der Experten eingebaut. Auf der Seite der Privathaushalte erwarte man als logische Folge der Diskussion der vergangenen Wochen eine erhöhte Sparneigung. Damit dürfte sich die Prognose der Experten eines moderateren Wachstums der privaten Konsumausgaben in den kommenden Quartalen tatsächlich einstellen.
Lebensmittel und Gesundheitskosten hätten in den USA maßgeblich zum Anstieg der Teuerung im Monat Februar beigetragen. Gesundheitskosten hätten in der Kerngröße des Deflators auf den persönlichen Konsumausgaben ein vergleichsweise großes Gewicht. Dieser Umstand stelle die FED derzeit vor besondere Schwierigkeiten in der Beurteilung des Teuerungsdrucks, sei doch der Deflator das bevorzugte Instrument der Notenbank zur Messung der Inflation auf Verbraucherstufe. (Ausgabe April 2007) (04.04.2007/fc/a/m)


