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USA keine breit abgestützte Inflation
08.07.08 08:59
Swiss Life
Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Rohstoffpreise haben den Weg für Inflationssorgen geebnet, die zum beherrschenden Thema geworden sind, während sich die Rezessionsängste in den USA von der Bühne verabschiedet haben, so die Experten von Swiss Life.
Obwohl der makroökonomische Datenkranz eher für positive Überraschungen gesorgt habe, würden diese Neuigkeiten als weitere Anzeichen für eine künftig restriktivere Geldpolitik interpretiert und würden somit eine Belastung für die Finanzmärkte darstellen. Trotz eines höheren Anteils des verfügbaren Einkommens, der für Energie und Nahrungsmittel aufgewendet werden müsste, seien die Einzelhandelsverkäufe erstaunlich stark gewesen. Insbesondere die Verkaufszahlen über das Internet hätten die Schwäche anderenorts zu kompensieren vermocht.
Die amerikanischen Konsumenten würden zunehmend davor zurückschrecken, für die Einkäufe das Auto aus der Garage zu holen. Die Erwartung, dass das Fiskalpaket die Konsumausgaben stütze und das BIP-Wachstum im laufenden Quartal entsprechend stärke, scheine somit berechtigt. Die Unternehmenswelt sende zunehmend unterschiedliche Signale aus, was den künftigen Geschäftsgang und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung betreffe. Während große, exportorientierte Unternehmen von der Schwäche des US-Dollars profitieren und mit gut gefüllten Auftragsbüchern aufwarten würden, würden die kleineren, binnenwirtschaftlich ausgerichteten Firmen unter dem schwächeren Konsumumfeld und den höheren Rohstoffpreisen leiden, die sie nicht an die Konsumenten weitergeben könnten.
Daher hätten sich die ISM-Indices, die in der Blue Chip Welt erhoben würden und der NFIB-Index, der die Lage von Kleinunternehmen abbilde, in gegensätzliche Richtungen bewege. Komponenten wie Investitionsvorhaben und Absatzerwartungen seien innerhalb des NFIB-Index auf ein Allzeittief abgesunken, was auf eine erneute Wachstumsabschwächung später im Jahr und zu Beginn 2009 hindeute. Eine Gemeinsamkeit der Unternehmensumfragen sei das tiefe Niveau der Beschäftigungsabsichten, so dass weitere Monate mit Stellenabbau gewiss erscheinen würden.
Nebst rückläufigem Lohnwachstum und weiteren Vermögensverlusten im Immobilienbereich dürfte das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes auf der Psyche der Konsumenten lasten. Tatsächlich zeige sich die Teuerung von Nahrungsmitteln und Energie als sehr beharrlich. Im Mai sei die Inflationsrate auf 4,1% im Jahresvergleich angestiegen. Der Monatsanstieg habe bei 0,65% gelegen, wovon 0,56% auf die Komponenten Transport und Wohnen zurückzuführen seien. Die Kerninflationsrate bleibe allerdings verhalten mit 2,3% im Jahresvergleich und sollte bis Jahresende auf 2% zurückgehen.
In Anbetracht schwächeren Lohnwachstums würden die Experten die Inflationshysterie für übertrieben halten. Nebst dem Ölpreis gelte es auch die Zinsentwicklung als Risikofaktor im Auge zu behalten. Der 30-jährige Hypothekarsatz sei über den letzten Monat um 40 Basispunkte gestiegen, was mit Verzögerung Aufwärtsdruck auf die Inflationszahlen ausüben könnte. (Ausgabe Juli 2008) (08.07.2008/fc/a/m)
Obwohl der makroökonomische Datenkranz eher für positive Überraschungen gesorgt habe, würden diese Neuigkeiten als weitere Anzeichen für eine künftig restriktivere Geldpolitik interpretiert und würden somit eine Belastung für die Finanzmärkte darstellen. Trotz eines höheren Anteils des verfügbaren Einkommens, der für Energie und Nahrungsmittel aufgewendet werden müsste, seien die Einzelhandelsverkäufe erstaunlich stark gewesen. Insbesondere die Verkaufszahlen über das Internet hätten die Schwäche anderenorts zu kompensieren vermocht.
Daher hätten sich die ISM-Indices, die in der Blue Chip Welt erhoben würden und der NFIB-Index, der die Lage von Kleinunternehmen abbilde, in gegensätzliche Richtungen bewege. Komponenten wie Investitionsvorhaben und Absatzerwartungen seien innerhalb des NFIB-Index auf ein Allzeittief abgesunken, was auf eine erneute Wachstumsabschwächung später im Jahr und zu Beginn 2009 hindeute. Eine Gemeinsamkeit der Unternehmensumfragen sei das tiefe Niveau der Beschäftigungsabsichten, so dass weitere Monate mit Stellenabbau gewiss erscheinen würden.
Nebst rückläufigem Lohnwachstum und weiteren Vermögensverlusten im Immobilienbereich dürfte das Risiko eines Arbeitsplatzverlustes auf der Psyche der Konsumenten lasten. Tatsächlich zeige sich die Teuerung von Nahrungsmitteln und Energie als sehr beharrlich. Im Mai sei die Inflationsrate auf 4,1% im Jahresvergleich angestiegen. Der Monatsanstieg habe bei 0,65% gelegen, wovon 0,56% auf die Komponenten Transport und Wohnen zurückzuführen seien. Die Kerninflationsrate bleibe allerdings verhalten mit 2,3% im Jahresvergleich und sollte bis Jahresende auf 2% zurückgehen.
In Anbetracht schwächeren Lohnwachstums würden die Experten die Inflationshysterie für übertrieben halten. Nebst dem Ölpreis gelte es auch die Zinsentwicklung als Risikofaktor im Auge zu behalten. Der 30-jährige Hypothekarsatz sei über den letzten Monat um 40 Basispunkte gestiegen, was mit Verzögerung Aufwärtsdruck auf die Inflationszahlen ausüben könnte. (Ausgabe Juli 2008) (08.07.2008/fc/a/m)


