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Trends an Rohstoffmärkten


09.02.07 16:18
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Die aktuelle Umfrage der Experten von "Morningstar" unter europäischen Fondshäusern befasste sich mit den Trends an den Rohstoffmärkten.

Tenor der Antworten: Der Rohstoffboom sei noch nicht vorbei, aber in ihren Fonds würden die Fondsverwalter mehr Vorsicht walten lassen. 63% der Umfrageteilnehmer würden meinen, dass die Rohstoff-Rally ihren Höhepunkt noch nicht gesehen habe. 31% würden dagegen nicht an eine Fortsetzung des Höhenflugs glauben. Als Gründe dafür würden sie vor allem ein wachsendes Angebot und steigende Produktionskosten nennen. Die Optimisten indessen würden sich insbesondere auf die steigende Nachfrage in den Schwellenmärkten und Angebotsengpässe berufen.

Trotz dieser insgesamt eher positiven Einschätzung würden nur 21% der Befragten angeben, im Ölsektor übergewichtet zu sein. Auch in anderen Rohstoffbereichen würden Untergewichtungen oder eine neutrale Aufstellung überwiegen. So würden lediglich 24% der Teilnehmer von einer Übergewichtung im Bereich Gold und 31% bei Basismetallen sprechen.

Ein ähnliches Bild ergebe sich auch beim Blick auf die Portfoliodaten, die Morningstar regelmäßig von Fondsgesellschaften für ihre Fonds einsammele. Anhand der Daten über die vergangenen drei Jahre werde ersichtlich, dass im März 2004 47% der Fonds mit Schwerpunkt Aktien Europa gegenüber dem Referenzindex MSCI Europe in Energieaktien übergewichtet gewesen seien. Deren Anteil sei parallel zu den Energiepreisen auf bis zu 61% im September 2005 gestiegen. Danach habe der Trend gedreht. Im September 2006 hätten 57% der Fonds weniger Energietitel als der Index gehalten. Nach der deutlichen Korrektur des Ölpreises scheinen Energieaktien in der Gunst der Fondsmanager wieder gestiegen zu sein. Ende 2006 seien wieder 48% der betreffenden Fonds in Energiewerten übergewichtet gewesen.

In Zukunft würden sich die befragten Fondshäuser von Agrarrohstoffen (36% der Nennungen) die beste Entwicklung erwarten würden, gefolgt von Öl (23%). Im Gegenzug würden jeweils 25% der Befragten Gold und Papier/Forstwirtschaft als die Sektoren mit der schlechtesten Entwicklung in den kommenden 12 Monaten einschätzen.

Bei den generellen Markterwartungen seien keine größeren Änderungen erkennbar. Die Mehrheit favorisiere auf der Aktienseite große Unternehmen gegenüber Nebenwerten und Wachstumswerte gegenüber Substanztiteln. Auf der Anleihenseite würden die Befragten Kurzläufer gegenüber langlaufenden Rententiteln und die Staatsanleihen der etablierten Märkte im Vergleich zu Unternehmens- und Schwellenländerpapieren bevorzugen.

Die Morningstar European Fund Trends Survey sei vom 22.-31. Januar 2007 unter 37 teilnehmenden Fondsgesellschaften durchgeführt worden. (09.02.2007/fc/a/m)