Total/Absolute Return Rentenfonds im Fonds-Radar


07.07.09 15:28
FONDS im Visier

Sankt Augustin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "FONDS im Visier" nehmen Total/Absolute Return Rentenfonds unter die Lupe.

Bei Privatanlegern sei noch immer die Meinung weit verbreitet, dass die Anlage in Zinspapieren ("Renten") risikofrei sei. Doch klassische Rentenfonds seien durch erhebliche Kursschwankungen, Währungs-, Zinsänderungs- und Bonitätsrisiken oft in die Verlustzone gekommen. Der Wunsch Verluste zu vermeiden habe vor wenigen Jahren verstärkt die Auflegung von Total Return- und Absolute Return-Fonds begründet. Mit aktiv gemanagten Rentenportfolios sollte das Ziel der Verlustvermeidung erfüllt werden.

Durch die Auswirkungen der Subprime-Krise und der Lehman-Pleite sei es zu schweren Verwerfungen an den Rentenmärkten gekommen, welche alle Absolute-Return-Strategien auf eine schwere Probe gestellt hätten: Die Risikoprämien für zuvor als sicher angesehene Unternehmensanleihen seien stark gestiegen; viele Anleihen, insbesondere "Asset Backed Securities" (ABS), seien praktisch nicht mehr gehandelt worden und hätten damit weder bewertet noch verkauft werden können. Einzig liquide, westliche Staatsanleihen hätten von der Krise profitiert. Das Erzielen positiver Erträge sei also nicht unmöglich aber schwierig gewesen. Sogar im aktuellen 3-Jahres-Zeitraum befänden sich 40% der beobachteten Total-Return-Rentenfonds in der Verlustzone.

Der Fortis L Absolute Return Bond Euro sei geradezu vernichtend erwischt worden. Das Vermögen sei durch Kursverluste halbiert worden und er sei inzwischen unter 10 Mio. EUR geschrumpft. Mit zwei vergleichbaren Rentenfonds stehe Fortis weniger katastrophal da: Der Fortis L Absolute Return Growth befinde sich nur noch knapp unter der Null-Linie und der Fortis L Absolute Return Stability sei seinem Namen sogar gerecht geworden. Das Nettoergebnis der letzten 36 Monate habe mit einer Rendite von 1% pro Jahr allerdings unter dem Geldmarktzins gelegen. Das mache das Debakel der Total Return-Rentenfonds offensichtlich. Entweder seien die Strategien derart defensiv, dass nach Kosten kaum attraktive Renditen verbleiben würden, oder die Strategien würden überraschende Risiken bergen.

Die meisten Opfer in diesem Sinne weise bis heute der Pioneer (vormals Activest) Total Return auf, der unter heftigen Schwankungen hohe Verluste aufgewiesen habe. Umgekehrt habe allein der Templeton Global Total Return (ISIN LU0170475585 / WKN 812926) mit fast 7% p.a. ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet. Dass der defensivere Templeton Euro Total Return dagegen deutlich in der Verlustzone liege, zeige wie nah Erfolg und Misserfolg beieinander liegen würden.

Von den wirklich defensiven Rentenfonds überzeugte allein der 2,6 Mrd. EUR große Julius Bär Absolute Return Bond Fund (ISIN LU0186678784 / WKN A0CA6L), so die Experten von "FONDS im Visier". Dass man mit Trendfolge auch bei Renten überdurchschnittlich abschneiden könne, zeige der C-Quadrat ARTS Total Return Bond. (Ausgabe 13 vom 07.07.2009) (07.07.2009/fc/a/f)






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