Templeton Growth Fund Liebling deutscher Anleger


11.02.08 11:08
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Die Spannung ist groß, als Cindy Sweeting den Saal betritt, nicht ohne Grund - Sweeting ist seit Jahresbeginn neue Managerin vom Templeton Growth Fund, dem Flaggschiff der US-Fondsgesellschaft FrankIin Templeton, so die Experten von "Euro fondsxpress".

Beim Fondskongress in Mannheim habe die 49-Jährige ihren ersten Auftritt in Deutschland. "Ich bin Amerikanerin, ich komme aus New York, ich rede schnell", seien ihre ersten Worte ans Publikum. Ihr Auftreten sei professionell. An Selbstbewusstsein scheine es ihr nicht zu mangeln. Dabei müsse sie die Zweifel besiegen, die viele Zuhörer hätten.

Der Templeton Growth Fund sei ein Liebling der deutschen Anleger. Knapp ein Drittel des riesigen Fondsvermögens sollten sie besitzen. Zuletzt habe der Fonds geschwächelt. Über drei und fünf Jahre liege er hinter dem MSCI World. Deshalb - so würden Fachleute vermuten - habe Murdo Murchison den Fonds zum Jahreswechsel abgeben müssen.

Was sei also los?. "Wir machen ungewöhnliche Dinge bei Templeton. Wir kaufen Aktien, wenn andere sie nicht mögen. Dann sind sie am günstigsten. Daher ist es auch nicht ungewöhnlich, dass wir kurzfristig underperformen", sage Sweeting. "Langfristig hat sich unser Contrarian-Value-Ansatz immer ausgezahlt". Das klinge ähnlich wie beim Firmengründer, Sir John Templeton, der mal gesagt habe: "Wenn man die gleichen Wertpapiere kauft wie alle anderen, dann erzielt man auch die gleichen Ergebnisse wie alle anderen."

Doch was heiße das konkret? "Heute finden wir Value-Aktien in ungewöhnlichen Sektoren wie Medien, Gesundheit, Telekom und Technologie", erkläre Sweeting, "also in Sektoren, die 1999/2000 ihren Boom hatten". Traditionelle Value-Sektoren seien dagegen nicht mehr billig, etwa zyklische Konsumgüter, Rohstoffe, Finanzen und Industrie. Freilich seien dies nur grobe Aussagen. Bei Templeton sei man Stockpicker, da komme es auf die Einzelanalyse an. Einzig bei Large Caps lehne sich Sweeting weit aus dem Fenster. "Once in a lifetime buying opportunities" gebe es dort. Auf Deutsch: Bei einigen großen Qualitätstiteln böten sich Kaufchancen, wie man sie teilweise nur einmal im Leben habe.

Die Experten von "Euro fondsxpress" stellen sich die Frage, ob Sweeting das Portfolio umkrempeln wird. Wohl kaum. Schließlich habe sie zuvor das Aktienresearch bei Templeton geleitet - und sei damit verantwortlich für die Kaufliste der Templeton-Fonds gewesen. Sie selbst gebe das Motto aus: "Evolution statt Revolution".

Der Templeton Growth Fund stecke im Tief. Dennoch dürfte die neue Managerin Cindy Sweeting wenig ändern. Ein Fehler? Nein. Der Value-Stil von Templeton baue darauf, irgendwann Recht zu bekommen - und das schon seit 1954. Zudem sei der Fonds so groß, dass er nicht vom Markt verschwinde - ein wichtiges Argument ab 2009. (Ausgabe 6/2008 vom 08.02.2008) (11.02.2008/fc/a/f)