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Schwellenländer-Fonds: Zurück zu alter Stärke - Fondsanalyse
24.07.14 09:09
FundResearch
München (www.fondscheck.de) - "BRIC-Bashing" wurde im vergangenen Jahr zum geflügelten Wort. Die vier großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China mussten empfindliche Mittelabflüsse aus Aktienfonds hinnehmen, das Wirtschaftswachstum ließ deutlich nach (wobei es in China immer noch auf hohem Niveau war) und die Währungen werteten massiv ab, so die Experten von "FundResearch".
Diese Probleme hätten aber ebenso die kleineren Schwellenmärkte betroffen. Mit den "Fragile Five" sei ein neuer Ausdruck kreiert worden, der neben Brasilien und Indien auch Indonesien, Südafrika und die Türkei als besonders anfällig definiere.
"Totgesagte leben länger", fasse Sebastian Stahn, Portfoliomanager bei MYRA Capital, nun die Entwicklung des ersten Halbjahrs 2014 zusammen. Denn die Krise scheine vorbei zu sein. "Während nach den Tapering-Aussagen der US-Notenbank Mitte letzten Jahres ein regelrechter Ausverkauf der Emerging Markets - vor allem auch ihrer Währungen - stattfand, sieht es so aus, als beruhige sich die Lage wieder", so Stahn. Investoren fänden wieder einen Einstieg in Aktienfonds aus den Schwellenländern. "Während im ersten Quartal laut Black Rock noch über elf Milliarden Euro aus börsengehandelten Indexprodukten auf Schwellenländer-Aktien abgezogen wurden, erfreuen sich diese seit April steter Mittelzuflüsse." Rund 6,3 Milliarden Euro seien es im April und Mai gewesen. Die Juni-Zahlen hätten eine Trendfortsetzung signalisiert.
Auch aktiv gemanagte Aktienfonds der Emerging Markets seien wieder auf Kurs. Die Peergroup "Aktienfonds Emerging Markets" des Euro-FundAnalyzer (FVBS) schließe das erste Halbjahr 2014 mit einem Plus von durchschnittlich 6,9 Prozent ab. Das sei ordentlich. Deutsche Aktienfonds hätten zum Vergleich nur ein Plus von 2,7 Prozent gebracht.
Am besten sei im laufenden Jahr der Schroders Frontier Markets Equity gelaufen. Als Frontier Markets würden Staaten bezeichnet, die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung an der Grenze zu den etablierten Emerging Markets stünden. Die Schroders-Fondsmanager Allan Conway und Rami Sidani hätten im ersten Halbjahr 2014 ein Plus von 18,6 Prozent erreicht. Die Euro-Tranche stecke noch in den Kinderschuhen. Sie sei erst im September 2013 aufgelegt worden. Die bereits im Dezember 2010 aufgelegte US-Dollar-Tranche habe seit Auflegung ein Plus von 59,1 Prozent geschafft. 2014 sei es um 18,2 Prozent nach oben gegangen.
Das Fondsvolumen von 784,4 Millionen Euro würden die Fondsmanager zu 17,7 Prozent in Kuwait, zu 14,1 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zu 13,6 Prozent in Nigeria investieren. Auf Katar, das wie die Vereinigten Arabischen Emirate seit dem 1. Juli 2014 offiziell in den Kreis der Emerging Markets aufgestiegen und damit im MSCI Emerging Markets gelistet sei, würden 9,3 Prozent entfallen.
Auf Sektorebene würden Finanztitel mit 57,6 Prozent den größten Anteil ausmachen. Energieunternehmen seien zu elf Prozent vertreten und Telekomkonzerne zu 9,3 Prozent. Die National Bank of Kuwait sei mit 6,9 Prozent der größte Einzeltitel. Das Immobilienunternehmen Emaar Properties aus den Emiraten folge mit 6,7 Prozent dahinter, vor dem katarischen Energiekonzern Gulf international Services mit 5,7 Prozent.
Platz zwei gehe an den UBS (L) EF Emerging Markets Infrastructure. Ein Plus von 15,7 Prozent habe das Fondsmanagement-Team im laufenden Jahr geschafft. 2013 habe es allerdings mit einem Minus von 13,5 Prozent beendet. Und auch 2012 sei mit -3,2 Prozent negativ gewesen. Daher trage der Fonds nur die Euro-FondsNote 4.
Das Fondsvolumen von 71,35 Millionen Euro investiere das Team zu 17,4 Prozent auf den Philippinen. 15,5 Prozent würden nach Indonesien und 12,9 Prozent nach China fließen. Der Telekommunikationssektor sei mit 32,3 Prozent am stärksten gewichtet. Industrieaktien würden 26,4 Prozent ausmachen und auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe würden 19,6 Prozent entfallen. Der größte Einzeltitel sei mit 6,3 Prozent der indonesische Telekomkonzern Telekomunikasi Indonesi Sponsores. United Tractors, ein Lieferant für schwere Werkzeuge aus Indonesien, mache 5,3 Prozent aus und der philippinische Energiekonzern Aboitz Power 5,2 Prozent.
Auf den dritten Rang komme der MontLake Skyline UCITS (ISIN IE00B4WNKY80 / WKN A1JWPA) von ML Capital. Der im August 2011 aufgelegte Fonds habe das erste Halbjahr 2014 mit einem Plus von 12,8 Prozent beendet. Im vergangenen Jahr habe das Fondsmanagement-Team noch Verluste in Höhe von 2,9 Prozent hinnehmen müssen. Das Fondsvolumen von rund 176 Millionen Euro fließe zu 20 Prozent in europäische und zu zwölf Prozent in britische Unternehmen, die in den Emerging Markets tätig seien. Das größte Schwellenland im Portfolio sei dahinter Brasilien mit elf Prozent. Der Tourismus- und Freizeitsektor sei mit zwanzig Prozent am stärksten gewichtet. Auf Einzelhandelsunternehmen würden 15 Prozent und auf Energiekonzerne 14 Prozent entfallen. Top-Holdings seien der britische Energiekonzern Rotork (neun Prozent), der global tätige Erdölförderer Seadrill (8,4 Prozent) und der deutsche Spezialmaschinenbauer GEA Group (5,4 Prozent).
Wer sich nicht auf die kurzfristige Performance des laufenden Jahres verlassen wolle, sondern langfristig stabile Produkte suche, der müsse auf die Bewertung durch die Euro-FondsNote achten. Die Top-Bewertung 1 trage unter anderem der Aberdeen Emerging Markets Smaller Companies. Im laufenden Jahr reiche die Performance von 7,1 Prozent nicht zu einer Spitzenposition. Über drei Jahre stehe jedoch ein Plus von 25,1 Prozent und über fünf Jahre sogar von 140,8 Prozent. Die Sharpe Ratio betrage dabei 1,06.
Das Fondsvolumen von 1,52 Milliarden Euro investiere Fondsmanager Devan Kaloo zu 15,4 Prozent in Brasilien. Knapp zehn Prozent würden auf Indien und 9,3 Prozent auf Südafrika entfallen. Finanztitel seien auf Sektorebene mit 21,1 Prozent am stärksten allokiert. Industriewerte hätten einen Anteil von 17,3 Prozent. Top-Holding sei mit 3,2 Prozent die brasilianische Shopping Center-Kette Iguatemi Empresa de Shopping. Der mexikanische Flughafenbetreiber Aeroportuario Centro Norte (3,1 Prozent) und der malaysische Finanzdienstleister AEON Co (drei Prozent) würden dahinter folgen.
Die stärkste Performance der Top-bewerteten Fonds im laufenden Jahr zeige der Vontobel Emerging Markets Equity B (ISIN LU0040507039 / WKN 972722). Die Fondsmanager Rajiv Jain und Mattew Benkendorf hätten den Wert des Fonds zwischen Januar und Juni 2014 um 10,5 Prozent gesteigert. Die Verluste aus 2013, als es 10,1 Prozent nach unten gegangen sei, seien vorerst wieder eingespielt. Auf die längere Frist kämen sie jedoch nicht an den Aberdeen-Fonds heran: Über drei Jahre stehe ein Plus von 18,8 Prozent und über fünf Jahre von 94 Prozent - bei einer Sharpe Ratio von 0,85.
Das Fondsvolumen von über 3,7 Milliarden Euro würden Jain und Benkendorf zu knapp einem Viertel in indische Aktien investieren. Brasilianische Titel würden 12,7 Prozent des Portfolios ausmachen und britische Unternehmen, die in den Schwellenländern aktiv seien, 10,5 Prozent. Basiskonsumgüter würden rund ein Drittel des Portfolios ausmachen. Dahinter würden Finanztitel mit 25,7 Prozent und IT-Aktien mit 11,9 Prozent folgen. Top-Holding sei die British American Tobacco mit 5,9 Prozent. Der britische Brauereikonzern SABMiller habe einen Anteil von 4,7 Prozent und der indische Finanzdienstleister Housing Development Finance von 4,4 Prozent.
Aktienfonds, die in nur ein Schwellenland investieren würden, würden vielfach eine stärkere Performance aufweisen als solche, deren Länderallokation breiter gefasst sei. Insbesondere indische Aktienfonds hätten sich zuletzt sehr stark entwickelt. Aber auch der türkische Aktienmarkt habe nach einem schlechten Jahr 2013 wieder ins Plus gedreht. (Ausgabe vom 23.07.2014) (24.07.2014/fc/a/f)
Diese Probleme hätten aber ebenso die kleineren Schwellenmärkte betroffen. Mit den "Fragile Five" sei ein neuer Ausdruck kreiert worden, der neben Brasilien und Indien auch Indonesien, Südafrika und die Türkei als besonders anfällig definiere.
"Totgesagte leben länger", fasse Sebastian Stahn, Portfoliomanager bei MYRA Capital, nun die Entwicklung des ersten Halbjahrs 2014 zusammen. Denn die Krise scheine vorbei zu sein. "Während nach den Tapering-Aussagen der US-Notenbank Mitte letzten Jahres ein regelrechter Ausverkauf der Emerging Markets - vor allem auch ihrer Währungen - stattfand, sieht es so aus, als beruhige sich die Lage wieder", so Stahn. Investoren fänden wieder einen Einstieg in Aktienfonds aus den Schwellenländern. "Während im ersten Quartal laut Black Rock noch über elf Milliarden Euro aus börsengehandelten Indexprodukten auf Schwellenländer-Aktien abgezogen wurden, erfreuen sich diese seit April steter Mittelzuflüsse." Rund 6,3 Milliarden Euro seien es im April und Mai gewesen. Die Juni-Zahlen hätten eine Trendfortsetzung signalisiert.
Auch aktiv gemanagte Aktienfonds der Emerging Markets seien wieder auf Kurs. Die Peergroup "Aktienfonds Emerging Markets" des Euro-FundAnalyzer (FVBS) schließe das erste Halbjahr 2014 mit einem Plus von durchschnittlich 6,9 Prozent ab. Das sei ordentlich. Deutsche Aktienfonds hätten zum Vergleich nur ein Plus von 2,7 Prozent gebracht.
Am besten sei im laufenden Jahr der Schroders Frontier Markets Equity gelaufen. Als Frontier Markets würden Staaten bezeichnet, die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung an der Grenze zu den etablierten Emerging Markets stünden. Die Schroders-Fondsmanager Allan Conway und Rami Sidani hätten im ersten Halbjahr 2014 ein Plus von 18,6 Prozent erreicht. Die Euro-Tranche stecke noch in den Kinderschuhen. Sie sei erst im September 2013 aufgelegt worden. Die bereits im Dezember 2010 aufgelegte US-Dollar-Tranche habe seit Auflegung ein Plus von 59,1 Prozent geschafft. 2014 sei es um 18,2 Prozent nach oben gegangen.
Das Fondsvolumen von 784,4 Millionen Euro würden die Fondsmanager zu 17,7 Prozent in Kuwait, zu 14,1 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zu 13,6 Prozent in Nigeria investieren. Auf Katar, das wie die Vereinigten Arabischen Emirate seit dem 1. Juli 2014 offiziell in den Kreis der Emerging Markets aufgestiegen und damit im MSCI Emerging Markets gelistet sei, würden 9,3 Prozent entfallen.
Auf Sektorebene würden Finanztitel mit 57,6 Prozent den größten Anteil ausmachen. Energieunternehmen seien zu elf Prozent vertreten und Telekomkonzerne zu 9,3 Prozent. Die National Bank of Kuwait sei mit 6,9 Prozent der größte Einzeltitel. Das Immobilienunternehmen Emaar Properties aus den Emiraten folge mit 6,7 Prozent dahinter, vor dem katarischen Energiekonzern Gulf international Services mit 5,7 Prozent.
Das Fondsvolumen von 71,35 Millionen Euro investiere das Team zu 17,4 Prozent auf den Philippinen. 15,5 Prozent würden nach Indonesien und 12,9 Prozent nach China fließen. Der Telekommunikationssektor sei mit 32,3 Prozent am stärksten gewichtet. Industrieaktien würden 26,4 Prozent ausmachen und auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe würden 19,6 Prozent entfallen. Der größte Einzeltitel sei mit 6,3 Prozent der indonesische Telekomkonzern Telekomunikasi Indonesi Sponsores. United Tractors, ein Lieferant für schwere Werkzeuge aus Indonesien, mache 5,3 Prozent aus und der philippinische Energiekonzern Aboitz Power 5,2 Prozent.
Auf den dritten Rang komme der MontLake Skyline UCITS (ISIN IE00B4WNKY80 / WKN A1JWPA) von ML Capital. Der im August 2011 aufgelegte Fonds habe das erste Halbjahr 2014 mit einem Plus von 12,8 Prozent beendet. Im vergangenen Jahr habe das Fondsmanagement-Team noch Verluste in Höhe von 2,9 Prozent hinnehmen müssen. Das Fondsvolumen von rund 176 Millionen Euro fließe zu 20 Prozent in europäische und zu zwölf Prozent in britische Unternehmen, die in den Emerging Markets tätig seien. Das größte Schwellenland im Portfolio sei dahinter Brasilien mit elf Prozent. Der Tourismus- und Freizeitsektor sei mit zwanzig Prozent am stärksten gewichtet. Auf Einzelhandelsunternehmen würden 15 Prozent und auf Energiekonzerne 14 Prozent entfallen. Top-Holdings seien der britische Energiekonzern Rotork (neun Prozent), der global tätige Erdölförderer Seadrill (8,4 Prozent) und der deutsche Spezialmaschinenbauer GEA Group (5,4 Prozent).
Wer sich nicht auf die kurzfristige Performance des laufenden Jahres verlassen wolle, sondern langfristig stabile Produkte suche, der müsse auf die Bewertung durch die Euro-FondsNote achten. Die Top-Bewertung 1 trage unter anderem der Aberdeen Emerging Markets Smaller Companies. Im laufenden Jahr reiche die Performance von 7,1 Prozent nicht zu einer Spitzenposition. Über drei Jahre stehe jedoch ein Plus von 25,1 Prozent und über fünf Jahre sogar von 140,8 Prozent. Die Sharpe Ratio betrage dabei 1,06.
Das Fondsvolumen von 1,52 Milliarden Euro investiere Fondsmanager Devan Kaloo zu 15,4 Prozent in Brasilien. Knapp zehn Prozent würden auf Indien und 9,3 Prozent auf Südafrika entfallen. Finanztitel seien auf Sektorebene mit 21,1 Prozent am stärksten allokiert. Industriewerte hätten einen Anteil von 17,3 Prozent. Top-Holding sei mit 3,2 Prozent die brasilianische Shopping Center-Kette Iguatemi Empresa de Shopping. Der mexikanische Flughafenbetreiber Aeroportuario Centro Norte (3,1 Prozent) und der malaysische Finanzdienstleister AEON Co (drei Prozent) würden dahinter folgen.
Die stärkste Performance der Top-bewerteten Fonds im laufenden Jahr zeige der Vontobel Emerging Markets Equity B (ISIN LU0040507039 / WKN 972722). Die Fondsmanager Rajiv Jain und Mattew Benkendorf hätten den Wert des Fonds zwischen Januar und Juni 2014 um 10,5 Prozent gesteigert. Die Verluste aus 2013, als es 10,1 Prozent nach unten gegangen sei, seien vorerst wieder eingespielt. Auf die längere Frist kämen sie jedoch nicht an den Aberdeen-Fonds heran: Über drei Jahre stehe ein Plus von 18,8 Prozent und über fünf Jahre von 94 Prozent - bei einer Sharpe Ratio von 0,85.
Das Fondsvolumen von über 3,7 Milliarden Euro würden Jain und Benkendorf zu knapp einem Viertel in indische Aktien investieren. Brasilianische Titel würden 12,7 Prozent des Portfolios ausmachen und britische Unternehmen, die in den Schwellenländern aktiv seien, 10,5 Prozent. Basiskonsumgüter würden rund ein Drittel des Portfolios ausmachen. Dahinter würden Finanztitel mit 25,7 Prozent und IT-Aktien mit 11,9 Prozent folgen. Top-Holding sei die British American Tobacco mit 5,9 Prozent. Der britische Brauereikonzern SABMiller habe einen Anteil von 4,7 Prozent und der indische Finanzdienstleister Housing Development Finance von 4,4 Prozent.
Aktienfonds, die in nur ein Schwellenland investieren würden, würden vielfach eine stärkere Performance aufweisen als solche, deren Länderallokation breiter gefasst sei. Insbesondere indische Aktienfonds hätten sich zuletzt sehr stark entwickelt. Aber auch der türkische Aktienmarkt habe nach einem schlechten Jahr 2013 wieder ins Plus gedreht. (Ausgabe vom 23.07.2014) (24.07.2014/fc/a/f)
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