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Rohstoffmarkt Seitwärtsentwicklung erwartet
05.07.11 12:53
Stabilitas Fonds
Bad Salzuflen (aktiencheck.de AG) - Mehrere Faktoren läuteten im Monat Juni eine leichte Schwächephase bei Edelmetallen ein, die nach wie vor anhält, so die Experten von Stabilitas Fonds.
Neben dem Auslaufen des zweiten "quantitative easing"-Programms der amerikanischen Notenbank (FED), habe das von Gewinnmitnahmen geprägte Umfeld an den Aktienmärkten die Kurse belastet. Gold habe circa zwei Prozent nachgegeben, während der Silberpreis etwas stärker, um circa 5,5 Prozent korrigiert habe. Auch die Erwartung vieler Marktteilnehmer, die Zentralbanken könnten ihre aktuelle Niedrigzinspolitik aufgeben und in eine Phase steigender Zinsen eintreten, habe die Stimmung gedrückt.
"Dahinter steht die Sorge vor einem Abflauen der Weltkonjunktur. Die damit einher gehende schwächere Rohstoffnachfrage würde den Inflationsdruck mindern und in der Folge auch die Nachfrage nach Edelmetallen", erläutere Martin Siegel, Rohstoffexperte bei der Stabilitas GmbH. "Diese Befürchtungen teilen wir nicht."
Auch wenn die kommenden Monate saisonal bedingt für Edelmetalle eher schwach bleiben würden, würden die Rahmendaten langfristig weiterhin für steigende Kurse bei Gold und Silber sprechen. "Die Schuldengrenze in den USA wird auch zum 76. Mal angehoben werden. Einmal mit der Inflationspolitik begonnen, wird sie fortgeführt", sei sich Siegel sicher. "Wir werden ein neues Liquiditätsprogramm der FED sehen und eine anhaltende Niedrigzinspolitik." Die vermeintliche Rettung Griechenlands sei de facto eine Rettung der Banken gewesen, die griechische Anleihen gehalten hätten. Dies sei ein wichtiges Indiz für die Fortsetzung der lockeren Geldpolitik. "Die Inflationsgefahr ist alles andere als gebannt, die Blase am Anleihemarkt bleibt erhalten und damit auch die Notwendigkeit zur Absicherung von Vermögenswerten", so Siegel.
Die aktuellen Kursverluste bei Gold und Silber sehe er deshalb im Kontext des normalen Börsenrauschens. Aktien der Minengesellschaften hätten im Umfeld der allgemeinen Schwäche an den Aktienmärkten dagegen deutlich nachgegeben. "Minenaktien sind derzeit stark überverkauft, eine Gegenreaktion wird hier in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich", so Siegel.
Insgesamt bleibe die Rohstoffnachfrage auf hohem Niveau, wenngleich über die Sommermonate eher eine Seitwärtsentwicklung zu erwarten sei. "In der Diskussion um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaftsleistung wird vergessen, dass weniger Wachstum auch Wachstum ist", meine Siegel. Und auch andere Schwellenländer, wie Indien, Brasilien oder Argentinien würden ihren Wachstumskurs fortsetzen. "Die Nachfrage nach Basismetallen befindet sich auf einem hohen Niveau. Das Niveau sollte in den kommenden Wochen aber zumindest gehalten werden können", so Siegel.
Viel Fantasie nach oben sei jedoch nicht zu erwarten. Beim Ölpreis belaste in der kurzen Frist der teilweise Verkauf von strategischen Reserven der Industrieländer, um den Förderausfall von Libyen teilweise zu kompensieren. "Der aktuelle Ölpreis von etwas über 110 US-Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent ist in Anbetracht der erwarteten leichten Konjunkturabkühlung nach wie vor etwas zu hoch", so Siegel. "Marktprognosen, die dem Ölpreis ein Potenzial von bis zu 140 US-Dollar je Barrel zusprechen, erscheinen uns deshalb etwas überzogen." (05.07.2011/ac/a/m)
Neben dem Auslaufen des zweiten "quantitative easing"-Programms der amerikanischen Notenbank (FED), habe das von Gewinnmitnahmen geprägte Umfeld an den Aktienmärkten die Kurse belastet. Gold habe circa zwei Prozent nachgegeben, während der Silberpreis etwas stärker, um circa 5,5 Prozent korrigiert habe. Auch die Erwartung vieler Marktteilnehmer, die Zentralbanken könnten ihre aktuelle Niedrigzinspolitik aufgeben und in eine Phase steigender Zinsen eintreten, habe die Stimmung gedrückt.
"Dahinter steht die Sorge vor einem Abflauen der Weltkonjunktur. Die damit einher gehende schwächere Rohstoffnachfrage würde den Inflationsdruck mindern und in der Folge auch die Nachfrage nach Edelmetallen", erläutere Martin Siegel, Rohstoffexperte bei der Stabilitas GmbH. "Diese Befürchtungen teilen wir nicht."
Die aktuellen Kursverluste bei Gold und Silber sehe er deshalb im Kontext des normalen Börsenrauschens. Aktien der Minengesellschaften hätten im Umfeld der allgemeinen Schwäche an den Aktienmärkten dagegen deutlich nachgegeben. "Minenaktien sind derzeit stark überverkauft, eine Gegenreaktion wird hier in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich", so Siegel.
Insgesamt bleibe die Rohstoffnachfrage auf hohem Niveau, wenngleich über die Sommermonate eher eine Seitwärtsentwicklung zu erwarten sei. "In der Diskussion um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaftsleistung wird vergessen, dass weniger Wachstum auch Wachstum ist", meine Siegel. Und auch andere Schwellenländer, wie Indien, Brasilien oder Argentinien würden ihren Wachstumskurs fortsetzen. "Die Nachfrage nach Basismetallen befindet sich auf einem hohen Niveau. Das Niveau sollte in den kommenden Wochen aber zumindest gehalten werden können", so Siegel.
Viel Fantasie nach oben sei jedoch nicht zu erwarten. Beim Ölpreis belaste in der kurzen Frist der teilweise Verkauf von strategischen Reserven der Industrieländer, um den Förderausfall von Libyen teilweise zu kompensieren. "Der aktuelle Ölpreis von etwas über 110 US-Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent ist in Anbetracht der erwarteten leichten Konjunkturabkühlung nach wie vor etwas zu hoch", so Siegel. "Marktprognosen, die dem Ölpreis ein Potenzial von bis zu 140 US-Dollar je Barrel zusprechen, erscheinen uns deshalb etwas überzogen." (05.07.2011/ac/a/m)


