Rohstoffmärkte im Überblick


04.03.10 11:31
ERA Resources

Augsburg (aktiencheck.de AG) - Der Markt für die Hersteller von Düngemitteln hat sich in den vergangenen Wochen deutlich belebt: "Das äußerst günstige Preisniveau und die ausgedünnten Lagerbestände an Potash haben die Nachfrage anziehen lassen", erklärt Werner J. Ullmann, Rohstoffexperte bei ERA Resources.

Insbesondere große Rohstoffkonzerne hätten sich durch Übernahmen erste strategische Positionen in diesem Sektor gesichert. Der Stabilitas-Soft Commodities (ISIN LU0278436117 / WKN A0LFPD, P-Shares; ISIN LU0278435739 / WKN A0LFPF, I-Shares) habe von dieser Entwicklung profitieren können: Ausgewählte Potash-Werte wie Potash One Inc. hätten bis zu 20 Prozent zulegen und sich sogar entgegen dem Markt gut behaupten können.

Mit einem Anteil von 40 Prozent würden Düngemittelhersteller derzeit einen Schwerpunkt im Portfolio des Stabilitas-Soft Commodities bilden. Auch mittelfristig sehe Werner J. Ullmann die Düngemittel-Industrie attraktiv: "In den letzten zwei Jahren wurden neue Projekte in diesem Bereich vernachlässigt und eine Steigerung der Ernteerträge ist langfristig unumgänglich." Die wachsende Weltbevölkerung, der aufgrund zunehmenden Wohlstands in den Emerging Markets steigende Bedarf an Futtermittelgetreide für die Fleischproduktion sowie die verstärkte Herstellung von Bioethanol-Treibstoff stünden weltweit begrenzten Anbauflächen gegenüber. Zuletzt habe Russland angekündigt, seine Getreideexporte in den kommenden fünf Jahren um 30 Prozent zu steigern. "Die Nachfragesituation bei Düngemittel bleibt hoch", meine Ullmann.

Neben Potash seien im Bereich der Soft Commodities Baumwolle und Kakao aktuell besonders interessant. Bei Baumwolle treibe der weltweit größte Konsument China die Nachfrage. Die Produktion sei in China 2009 um 14,6 Prozent auf 6,4 Mio. Tonnen zurückgegangen, während gleichzeitig viermal so viel konsumiert worden sei wie bisher.

Kakao sei in den Abwärtssog des Preisrückgangs von Zucker geraten, scheine sich aber bereits wieder zu erholen. An der Elfenbeinküste würden sich Lieferschwierigkeiten abzeichnen. Im weltgrößten Produzentenland habe die Erntedynamik dramatisch verloren. Auch würden politische Unruhen die Lieferungen an die Häfen unsicher machen, deren Lager inzwischen recht leer seien. Auch der Zuckerpreis sei nach seinem drastischen Fall um 20 Prozent wieder zurückgekommen. Die fundamentalen Faktoren würden kurzfristig für einen Preisanstieg, mittelfristig allerdings für eine Korrektur sprechen.

Die Metallpreise würden sich nach wie vor in der Korrekturphase befinden. Die Edelmetalle, allen voran Gold, würden nach wie vor unter dem starken US-Dollar und dem durch die Griechenland-Krise geschwächten Euro leiden. Im Gegensatz zum physischen Goldpreis sei die Nachfrage nach "Papier"-Gold weiterhin fest. "Gold-ETFs haben nur marginale Abflüsse verzeichnet. Investoren setzen nach wie vor auf einen langfristigen Anstieg des Goldpreises", beobachte der Rohstoff-Experte. "Die weitere Entwicklung hängt von der US-Dollarentwicklung ab", meine Werner J. Ullmann. Da beim Euro die Bodenbildung erreicht sein dürfte, erwarte der ERA-Experte wieder eine leichte Abwertung des Greenbacks. Chinas Verkauf von US-Anleihen sowie die Ausgabe neuer Anleihen der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve würden diesen Trend verstärken.

Auch Basismetalle hätten in den vergangenen Wochen auf breiter Front konsolidiert. Lediglich Kupfer habe sich nach dem Preisrückgang im Januar auf 3,38 USD je (englisches) Pfund gut erholt. Der Grund für die schnelle und deutliche Erholung des Kupferpreises liege auch in dem dramatischen Erdbeben in Chile in den vergangenen Tagen. Befürchtungen, dass die bedeutenden Kupferminen Chiles durch das Erdbeben die Produktion deutlich senken müssten, seien im Kupferpreis derzeit enthalten. Die Minen selber seien jedoch kaum betroffen und würden nach teilweise vorübergehender Schließung die Produktion in diesen Tagen wieder aufnehmen, sodass mit keinen wesentlichen Angebotsausfällen zu rechnen sei.

Energie-Werte würden zurzeit ebenfalls wenig Potenzial versprechen. Der Ölpreis entwickle sich seitwärts, der Erdgaspreis sei gefallen und Uran zeichne nach wie vor sehr schwach. (04.03.2010/fc/a/m)






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