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Rohstoffmärkte: Entwicklung der Minenaktien nach 2008 stimmt optimistisch


04.06.12 13:40
Stabilitas Fonds

Bad Salzuflen (www.fondscheck.de) - Seit Wochen ist die Stimmung am Goldmarkt äußert angespannt, so die Experten von Stabilitas Fonds.

Nach einem Jahreshoch von über 1.790 US-Dollar Ende Februar dieses Jahres sei das Edelmetall sukzessive auf deutlich unter 1.600 US-Dollar abgerutscht. Bei Aktien der Minengesellschaften falle die Ernüchterung noch viel größer aus. Seit Monaten sei hier ein regelrechter Ausverkauf zu beobachten - die kleinen und mittleren Werte habe es besonders hart erwischt. Wie groß die Unterbewertung aktuell sei, mache folgendes Beispiel deutlich: Während die Marktkapitalisierung von Facebook beim Börsengang mehr als 100 Milliarden US-Dollar betragen habe, liege die aktuelle Gesamtkapitalisierung des sechzehn internationale Gold- und Silberminen umfassenden XAU-Indices gerade mal bei um die 185 Milliarden Dollar.

Für Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH, stehe trotz aller Katerstimmung aber fest, dass die Gelegenheiten für einen Einstieg in den Minensektor selten zuvor besser gewesen seien. "Aktien der Minengesellschaften verzeichnen eine ähnlich starke Unterbewertung wie nach dem Ausbruch der Finanzkrise in 2008. Investoren, die damals mutig waren, konnten sich in der Folge über massive Kurssprünge freuen", erinnere Siegel.

Während der XAU-Index im Tief Ende 2008 nur noch bei rund 60 Punkten gelegen habe, sei er bis Ende 2010 auf über 230 Punkten geklettert - das entspreche einem Plus von mehr als 250 Prozent. Im selben Zeitraum habe sich physisches Gold mit plus 90 Prozent zwar ebenfalls gut entwickelt, aber dennoch deutlich schlechter. "Auch wenn der XAU mittlerweile wieder auf rund 150 Punkte gefallen ist, entspricht das immer noch einem Zugewinn von mehr als 140 Prozent gegenüber Ende 2008", erkläre der Edelmetallexperte. Antizyklische Investoren hätten demnach jetzt sehr gute Karten, um bei einer künftigen Trendumkehr von bedeutenden Aufwertungen im Minensektor zu profitieren.

Regional seien derzeit keine großen Unterschiede festzustellen. Sobald der Markt aber nach dem Ausverkauf neue Kraft schöpfe, werde sich die Mehrzahl der Investoren zunächst auf die politisch stabilen Minenregionen konzentrieren, wobei Australien eine besondere Bedeutung zukommen dürfte. "Aufgrund der Größe und Bedeutung des nordamerikanischen Minensektors sind die australischen Werte fundamental meist günstiger bewertet", erkläre Siegel.

Auch die großen risikoärmeren Minengesellschaften wie Barrick, Newmont oder Goldcorp sollten zuerst profitieren, während kleine Werte zunächst sogar noch weiter fallen könnten. Wenn sich der positive Trend dann fortsetze und das Umfeld insgesamt freundlicher werde, würden die Small- und Mid-Caps dafür aber ein weit größeres Aufwärtspotenzial als die Standardwerte bieten.

"Aktuell zeichnen sich am Markt kaum Übernahmeaktivitäten ab, vor allem, weil die finanzkräftigen großen Minengesellschaften mit KGVs von 10 bis 12 zur Zeit so niedrig bewertet sind, dass Zukäufe für sie wenig attraktiv sind", sage Siegel. "Sobald die Kurse der großen Unternehmen aber aufgeholt haben, gehen sie auch wieder auf Einkaufstour, was die Bewertungen der kleinen Gesellschaften steigen lässt." Ein weiteres Argument, das im ersten Schritt für Investments in die großen Produzenten spreche. (04.06.2012/fc/a/m)