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Rohstoff-Rally geht 2011 in die nächste Runde


10.12.10 12:11
ERA Resources

Augsburg (aktiencheck.de AG) - Die Rohstoffmärkte, allen voran Edelmetalle, haben in den vergangenen Wochen weiter Auftrieb erhalten, so die Experten von ERA Resources.

Angefacht von neuerlichen Ängsten vor einer Instabilität der Euro-Währungsunion und der sich fortsetzenden US-Inflationspolitik habe Gold sein Allzeithoch von 1.431 US-Dollar je Unze erreicht. Deutlich stärker habe Silber profitiert und zwischenzeitlich die Marke von 30 US-Dollar je Unze überwunden. "Mit einer Steigerung von fast 70 Prozent seit Beginn des Jahres hat Silber nicht nur eine beeindruckende Performance gezeigt, sondern deutlich stärker vom Edelmetallboom profitiert als Gold", sage Werner J. Ullmann von ERA Resources. Zum Vergleich: Der Goldpreis habe sich seit Jahresbeginn um knapp 31 Prozent erhöht.

Das Steigerungspotenzial von Silber sei nach Meinung der Rohstoffexperten von ERA Resources aber noch längst nicht erschöpft. "Erfahrungsgemäß entfällt etwa ein Drittel der Nachfrage nach physischen Edelmetallen auf Silber. Der Silbermarkt ist jedoch um das zehnfache kleiner als der Goldmarkt, sodass Silber wesentlich preissensibler reagiert als Gold", erkläre Martin Siegel. Bei Gold- und Silberaktien bestünde ein ähnliches Verhältnis. Etwa ein Viertel des auf Edelmetall-Papiere entfallenden Kapitals fließe in Silberaktien, während das Angebot um ein Vielfaches kleiner sei als bei Goldaktien.

"Die hohe Anlegernachfrage nach Edelmetallen wird 2011 anhalten, sodass wir auch in Zukunft überproportional steigende Kurse bei Silberminenaktien im Vergleich zu Gold sehen werden", sage Siegel. Das Vertrauen in die Leitwährungen Euro und US-Dollar sei nachhaltig erschüttert. Der zweite Teil der "Quantitative Easing"-Politik der US-Notenbank habe gerade erst begonnen, schon werde über eine neuerliche Fortsetzung diskutiert. Zusätzlich sei nach wie vor viel Anlagekapital auf der Suche nach rentierlichen Alternativen zu Anleihen. Dieses Umfeld spreche weiterhin für Rohstoffaktien und insbesondere Edelmetalle.

Kurzfristig könne es allerdings zu einer Abschwächung der Rally kommen. "Mit einem Einbruch zum Jahreswechsel muss man rechnen, denn der Markt ist etwas überhitzt", sage Siegel. Die Volatilitäten würden insgesamt zunehmen, wobei die Schwankungsbreite bei Silber aufgrund seiner höheren Preissensibilität auch höher sei als bei Gold.

Industriemetalle hätten in den vergangenen Wochen von einem starken konjunkturellen Umfeld profitiert. Das Weltwirtschaftswachstum habe insgesamt wieder angezogen, weshalb ERA auch 2011 eine wachsende Nachfrage nach Basismetallen und Energiewerten erwarte. Der Ölpreis habe mit über 90 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht, und auch Uran setze seinen Aufwärtstrend ungehindert fort. "Mit einem Preisniveau von aktuell um die 60 US-Dollar werden die meisten Uranvorkommen nun wieder attraktiv", sage Ullmann. (10.12.2010/ac/a/m)