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Rohstoff-ETCs: Leiden unter Unsicherheit
09.05.12 16:32
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für Rohstoffanleger waren die vergangenen Wochen kein Zuckerschlecken, die vergangenen Tage erst recht nicht: Enttäuschende Konjunkturdaten und aktuell große Sorgen um Griechenland schickten die Preise in den Keller, so die Deutsche Börse AG.
Öl habe sich deutlich verbilligt, der Goldpreis sei sogar unter die Marke von 1.600 US-Dollar je Feinunze gerutscht. Im ETC-Handel könne von Panik aber keine Rede sein: "Die Abgaben dominieren zwar, Investoren zeigen sich insgesamt aber besonnen und halten sich zurück", melde Bernardus Roelofs von Flow Traders. Mit bangem Blick gen Athen hätten sie sich eher mit anderen Dingen als ETCs beschäftigt. "Man konzentriert sich im Moment auf Aktien und Anleihen."
Das sei laut Nigel Longley von ETF Securities auch in der vergangenen Woche so gewesen: "Der noch ungewisse Ausgang der Wahlen am Wochenende, Unsicherheit über den mittelfristigen Kurs der Europäischen Zentralbank und die bevorstehende Sitzung der Bank of England haben Investoren zögern lassen, ihre Rohstoff-Positionen anzupassen."
Der Goldpreis habe sich mittlerweile weit von seinem Jahreshoch von Ende Februar bei 1.790 US-Dollar je Feinunze entfernt. Zuletzt habe sich der Abwärtstrend noch beschleunigt, heute falle der Preis auf 1.585 US-Dollar und damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Ein Grund: Der stärkere US-Dollar mache Gold für Anleger aus der Eurozone teurer und damit weniger attraktiv. Außerdem gelte Gold nicht mehr unbedingt als Fluchtwährung. "Gold verhält sich mehr wie eine risikoreiche Anlageklasse denn wie ein sicherer Hafen", bemerke Carsten Fritsch von der Commerzbank.
So würden sich Investoren auch bezüglich Gold-ETCs deutlich zurückhaltender als im vergangenen Jahr zeigen. Flow Traders melde im Gold Bullion Securities Handel in beide Richtungen, im ETFS Physical Gold überwögen die Abgaben.
Nach Ansicht von Dora Borbély von der DekaBank werde sich der Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte aber wieder erholen. "Mal entwickeln sich Edelmetalle parallel zu anderen Rohstoffen, mal nicht", erkläre die Rohstoffexpertin. Da die Staatsschuldenkrise präsent bleibe, werde auch Gold wieder gesucht werden. "Der Abgrund, in den wir in Europa blicken, ist links und rechts tief. Daher wird Gold auch wieder Anhänger finden." Die Bank prognostiziere für die zweite Jahreshälfte einen Goldpreis von 1.780 US-Dollar.
Die Commerzbank gehe sogar von 1.900 US-Dollar je Feinunze zum Jahresende aus. "Spätestens im zweiten Halbjahr dürfte Gold seinen langfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Unterstützung gibt auch das anhaltende Kaufinteresse des offiziellen Sektors."
Öl habe sich ebenfalls zuletzt stark verbilligt: Sowohl der Preis für die Nordseesorte Brent als auch der für WTI-Öl sei auf den tiefsten Stand seit drei Monaten abgesackt. Brent-Öl koste aktuell 112 US-Dollar je Barrel, WTI-Öl knapp 97 US-Dollar. Anfang März habe der Brent-Preis noch bei 127 US-Dollar gelegen. Experten würden derzeit von einem Rohölüberangebot an den Weltmärkten sprechen. "Die Lagerbestände an WTI-Öl in den USA liegen auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren", konkretisiere ETF Securities. ETC-Investoren würden sich entsprechend von ihren Anlagen, etwa dem ETFS Brent Crude und dem ETFS WTI Crude Oil trennen.
Auch hier sei die DekaBank optimistisch: "Die Konjunktur wird in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt gewinnen, die Rohstoffpreise allgemein anziehen. Allerdings wird die Volatilität hoch bleiben", meine Borbély." Für WTI-Öl erwarte die Bank 102 US-Dollar je Barrel, für Brent aber nur 109 US-Dollar. "Eine akute Knappheit haben wir in keinem Rohstoff. Das Angebot ist überall ordentlich."
In der vergangenen Woche seien Palladium-ETCs (ISIN DE000A0N62E5 / WKN A0N62E) gesucht gewesen. "Investoren steckten knapp 17 Millionen US-Dollar in den ETFS Palladium Trust, der mit 145 Millionen US-Dollar seit Jahresanfang damit die höchsten Zuflüsse aller Produkte von ETF Securities erzielt hat", melde Longley. Der Hintergrund: Anleger hätten mit einer Aufwertung von Palladium gerechnet, insbesondere weil eine intensivere Nutzung des Metalls bei der Herstellung von Autokatalysatoren erwartet werde. Auch Kupfer-ETCs (ISIN DE000A0KRJU0 / WKN A0KRJU; ISIN DE000A1K3AZ2 / WKN A1K3AZ) seien vergleichsweise gut angekommen. "Geringere Lagerbestände an der Londoner Metallbörse deuten auf ein knapperes Angebot hin", erkläre ETF Securities.
Marktbreite Rohstoff-ETFs stünden laut Flow Traders unterdessen auf den Verkaufslisten, etwa der RBS Market Access Jim Rogers International Commodity und der db x-trackers DBLCI OY Balanced (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC). (09.05.2012/fc/a/e)
Öl habe sich deutlich verbilligt, der Goldpreis sei sogar unter die Marke von 1.600 US-Dollar je Feinunze gerutscht. Im ETC-Handel könne von Panik aber keine Rede sein: "Die Abgaben dominieren zwar, Investoren zeigen sich insgesamt aber besonnen und halten sich zurück", melde Bernardus Roelofs von Flow Traders. Mit bangem Blick gen Athen hätten sie sich eher mit anderen Dingen als ETCs beschäftigt. "Man konzentriert sich im Moment auf Aktien und Anleihen."
Das sei laut Nigel Longley von ETF Securities auch in der vergangenen Woche so gewesen: "Der noch ungewisse Ausgang der Wahlen am Wochenende, Unsicherheit über den mittelfristigen Kurs der Europäischen Zentralbank und die bevorstehende Sitzung der Bank of England haben Investoren zögern lassen, ihre Rohstoff-Positionen anzupassen."
Der Goldpreis habe sich mittlerweile weit von seinem Jahreshoch von Ende Februar bei 1.790 US-Dollar je Feinunze entfernt. Zuletzt habe sich der Abwärtstrend noch beschleunigt, heute falle der Preis auf 1.585 US-Dollar und damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Ein Grund: Der stärkere US-Dollar mache Gold für Anleger aus der Eurozone teurer und damit weniger attraktiv. Außerdem gelte Gold nicht mehr unbedingt als Fluchtwährung. "Gold verhält sich mehr wie eine risikoreiche Anlageklasse denn wie ein sicherer Hafen", bemerke Carsten Fritsch von der Commerzbank.
So würden sich Investoren auch bezüglich Gold-ETCs deutlich zurückhaltender als im vergangenen Jahr zeigen. Flow Traders melde im Gold Bullion Securities Handel in beide Richtungen, im ETFS Physical Gold überwögen die Abgaben.
Die Commerzbank gehe sogar von 1.900 US-Dollar je Feinunze zum Jahresende aus. "Spätestens im zweiten Halbjahr dürfte Gold seinen langfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Unterstützung gibt auch das anhaltende Kaufinteresse des offiziellen Sektors."
Öl habe sich ebenfalls zuletzt stark verbilligt: Sowohl der Preis für die Nordseesorte Brent als auch der für WTI-Öl sei auf den tiefsten Stand seit drei Monaten abgesackt. Brent-Öl koste aktuell 112 US-Dollar je Barrel, WTI-Öl knapp 97 US-Dollar. Anfang März habe der Brent-Preis noch bei 127 US-Dollar gelegen. Experten würden derzeit von einem Rohölüberangebot an den Weltmärkten sprechen. "Die Lagerbestände an WTI-Öl in den USA liegen auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren", konkretisiere ETF Securities. ETC-Investoren würden sich entsprechend von ihren Anlagen, etwa dem ETFS Brent Crude und dem ETFS WTI Crude Oil trennen.
Auch hier sei die DekaBank optimistisch: "Die Konjunktur wird in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt gewinnen, die Rohstoffpreise allgemein anziehen. Allerdings wird die Volatilität hoch bleiben", meine Borbély." Für WTI-Öl erwarte die Bank 102 US-Dollar je Barrel, für Brent aber nur 109 US-Dollar. "Eine akute Knappheit haben wir in keinem Rohstoff. Das Angebot ist überall ordentlich."
In der vergangenen Woche seien Palladium-ETCs (ISIN DE000A0N62E5 / WKN A0N62E) gesucht gewesen. "Investoren steckten knapp 17 Millionen US-Dollar in den ETFS Palladium Trust, der mit 145 Millionen US-Dollar seit Jahresanfang damit die höchsten Zuflüsse aller Produkte von ETF Securities erzielt hat", melde Longley. Der Hintergrund: Anleger hätten mit einer Aufwertung von Palladium gerechnet, insbesondere weil eine intensivere Nutzung des Metalls bei der Herstellung von Autokatalysatoren erwartet werde. Auch Kupfer-ETCs (ISIN DE000A0KRJU0 / WKN A0KRJU; ISIN DE000A1K3AZ2 / WKN A1K3AZ) seien vergleichsweise gut angekommen. "Geringere Lagerbestände an der Londoner Metallbörse deuten auf ein knapperes Angebot hin", erkläre ETF Securities.
Marktbreite Rohstoff-ETFs stünden laut Flow Traders unterdessen auf den Verkaufslisten, etwa der RBS Market Access Jim Rogers International Commodity und der db x-trackers DBLCI OY Balanced (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC). (09.05.2012/fc/a/e)
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