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Rohstoff-ETCs: Anleger setzen auf Gold und Öl
11.09.14 10:52
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz erstarkendem US-Dollar sowie der Aussicht auf Entspannung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bleibt die Nachfrage nach Gold- und Ölprodukten hoch, wie Händler berichten, so die Deutsche Börse AG.
"Bei nachgebenden Preisen bauten Investoren ihre Positionen in ETCs auf beide Rohstoffe die achte Woche in Folge aus", melde Bernhard Wenger von ETF Securities. Anziehend wirke scheinbar auch der sinkende Silberkurs. "Anleger nutzten ihn als günstigen Einstieg."
Insgesamt habe der teure US-Dollar den Rohstoffmärkten allerdings zugesetzt. "Vergangene Woche herrschte Flaute, der Bloomberg Rohstoffindex verlor mehr als ein Prozent", bemerke Ole Hansen von der Saxo Bank. Auch Jörg Sengfelder von Flow Traders registriere überwiegende Abgaben bei Produkten, die an breiter aufgestellte Rohstoff-Indices (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC, ISIN DE000A0KRKG7 / WKN A0KRKG) gekoppelt seien.
Die Versorgung mit Rohöl scheine von den Risiken im Irak und der Ukraine nach wie vor unbeeinflusst. "Die Nordseesorte Brent ist am Dienstagnachmittag erstmals seit Juni 2013 unter die wichtige Marke von 100 US-Dollar pro Fass gerutscht", beobachte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Damit setze sich der Abwärtstrend fort. Ebenso bewege sich der Preis der US-Sorte WTI mit 91,80 US-Dollar auf ein Jahrestief zu.
Im Handel mit Exchange Traded Commodities hätten Anleger tendenziell auf eine Erholung von Energiewerten gesetzt. Ölprodukte wie ETFS WTI Crude Oil und ETFS Daily Leveraged WTI Crude Oil (ISIN DE000A0V9YX2 / WKN A0V9YX) hätten Wenger zufolge in der vergangenen Woche unterm Strich Mittelzuflüsse in Höhe von rund 17 Millionen US-Dollar verbucht.
Auch Sengfelder melde auf Monatssicht überwiegende Käufe etwa des ETFS Brent Crude und des db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged ETC. Zudem kämen breiter diversifizierte Energiekörbe (ISIN GB00B455N087 / WKN A1EJR4) gut an.
Noch sei reichliche Versorgung mit Rohöl nicht in Gefahr. "Im Juni ist die Ölförderung nach Angaben des Department of Energy erstmals seit Juli 1986 über 8,5 Millionen Barrel täglich gestiegen", berichte Weinberg. Dies entspreche einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch scheine Saudi Arabien gegenwärtig nicht bereit, das steigende Angebot etwa aus Libyen durch die Drosselung der eigenen Produktion auszugleichen. "Trotz anhaltender Kämpfe liegt die tägliche Förderung Libyens mittlerweile bei täglich 740 Tausend Fass." Stattdessen sichere sich Saudi-Arabien über weitere Zugeständnisse Marktanteile. Für Oktober-Lieferungen nach Asien habe sich das Land auf nochmals niedrigere Preise eingelassen. Nach Einschätzung von Weinberg werde Saudi-Arabien die Preisspirale nach unten aufgrund steigender Staatsausgaben allerdings nicht endlos dulden können.
Der starke US-Dollar setze den gesamten Edelmetallsektor unter Druck. Der Goldpreis sei gestern kurzzeitig unter 1.250 US-Dollar je Feinunze gerutscht und notiere heute Morgen nur knapp darüber. "Damit stand Gold kurz davor, die seit etwa sechs Monaten bestehende Handelsspanne nach unten zu verlassen", bemerke Weinberg. "Dies könnte nochmals zu Anschlussverkäufen führen."
Im Handel verbuche Sengfelder hingegen einen Kaufüberhang insbesondere für Produkte mit physisch hinterlegtem Gold. In den Anlegerdepots lande beispielsweise Xetra-Gold, Gold Bullion Securities, ETFS Physical Gold, Source Physical Gold (ISIN DE000A1MECS1 / WKN A1MECS) und db Physical Gold.
Wenger spreche von Zuflüssen bei Gold-ETCs in Höhe von 3,3 Millionen US-Dollar. Platin führe Flow Traders ebenfalls auf der Kaufseite. Anleger hätten sich etwa für den ETFS Physical Platinum interessiert.
Silber sei erstmals seit Anfang Juni phasenweise wieder unter die Marke von 19 US-Dollar pro Feinunze gerutscht. "Insbesondere taktische Investoren sind auf diesem Niveau eingestiegen und haben knapp 7 Millionen US-Dollar in den ETFS Daily Leveraged Silver gesteckt", meine Wenger.
Das Silver Institute gehe für die kommenden zwei Jahre von einer spürbar steigenden Nachfrage unter anderem durch die Photovoltaik-Industrie aus. "Darin sehen Anleger offenbar gute Chancen für eine Trendwende bei Silber." Zu den meist gehandelten Edelmetallprodukten bei Flow Traders gehöre der ETFS Physical Silber (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F). "Hier gab es einen leichten Abgabedruck."
Industriemetall-ETCs würden in Sengfelders Orderbüchern zu den Verlierern gehören. Anleger hätten sich etwa per saldo vom db Industrial Metals Booster Euro Hedged getrennt. Mittel in Höhe von 18,2 Millionen US-Dollar hätten Investoren auf Wochensicht aus dem ETFS Aluminium (ISIN DE000A0KRJS4 / WKN A0KRJS) abgezogen, wie Wenger registriere. "Nach einem Anstieg des Aluminiumpreises von 19 Prozent seit Jahresbeginn nehmen Investoren nun Gewinne mit."
Im Übrigen habe der gesamte Industriemetallsektor laut Weinberg am gestrigen Dienstag unter Druck gestanden. Der Industriemetallindex der London Metall Exchange sei um 2,4 Prozent auf 3.213 Punkte gefallen. Nickel habe auf Schlusskursbasis mit minus 5 Prozent bzw. 1.000 US-Dollar am meisten verloren. Nachdem der Nickelpreis zum Wochenbeginn fast wieder die Marke von 20.000 US-Dollar erreicht habe, notiere das Metall derzeit um 18.700 US-Dollar pro Tonne.
Der jüngste Nickel-Preisanstieg sei zum Teil von spekulativen Anlegern ausgelöst worden, die nun ihre Gewinne mitgenommen hätten, wie Weinberg vermute. Zwar plane die philippinische Regierung nach indonesischem Vorbild ein Exportverbot für unbehandelte Erze. "Allerdings dürften bis dahin noch Jahre vergehen." Der Gesetzentwurf selbst könne durchaus innerhalb von zwei Jahren verabschiedet werden. Die eigentliche Umsetzung werde indes eher fünf Jahre brauchen. "Sorgen vor einer kurzfristigen möglichen Verknappung des globalen Nickelangebots waren wohl verfrüht." (Ausgabe vom 10.09.2014) (11.09.2014/fc/a/e)
"Bei nachgebenden Preisen bauten Investoren ihre Positionen in ETCs auf beide Rohstoffe die achte Woche in Folge aus", melde Bernhard Wenger von ETF Securities. Anziehend wirke scheinbar auch der sinkende Silberkurs. "Anleger nutzten ihn als günstigen Einstieg."
Insgesamt habe der teure US-Dollar den Rohstoffmärkten allerdings zugesetzt. "Vergangene Woche herrschte Flaute, der Bloomberg Rohstoffindex verlor mehr als ein Prozent", bemerke Ole Hansen von der Saxo Bank. Auch Jörg Sengfelder von Flow Traders registriere überwiegende Abgaben bei Produkten, die an breiter aufgestellte Rohstoff-Indices (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC, ISIN DE000A0KRKG7 / WKN A0KRKG) gekoppelt seien.
Die Versorgung mit Rohöl scheine von den Risiken im Irak und der Ukraine nach wie vor unbeeinflusst. "Die Nordseesorte Brent ist am Dienstagnachmittag erstmals seit Juni 2013 unter die wichtige Marke von 100 US-Dollar pro Fass gerutscht", beobachte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Damit setze sich der Abwärtstrend fort. Ebenso bewege sich der Preis der US-Sorte WTI mit 91,80 US-Dollar auf ein Jahrestief zu.
Im Handel mit Exchange Traded Commodities hätten Anleger tendenziell auf eine Erholung von Energiewerten gesetzt. Ölprodukte wie ETFS WTI Crude Oil und ETFS Daily Leveraged WTI Crude Oil (ISIN DE000A0V9YX2 / WKN A0V9YX) hätten Wenger zufolge in der vergangenen Woche unterm Strich Mittelzuflüsse in Höhe von rund 17 Millionen US-Dollar verbucht.
Auch Sengfelder melde auf Monatssicht überwiegende Käufe etwa des ETFS Brent Crude und des db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged ETC. Zudem kämen breiter diversifizierte Energiekörbe (ISIN GB00B455N087 / WKN A1EJR4) gut an.
Noch sei reichliche Versorgung mit Rohöl nicht in Gefahr. "Im Juni ist die Ölförderung nach Angaben des Department of Energy erstmals seit Juli 1986 über 8,5 Millionen Barrel täglich gestiegen", berichte Weinberg. Dies entspreche einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch scheine Saudi Arabien gegenwärtig nicht bereit, das steigende Angebot etwa aus Libyen durch die Drosselung der eigenen Produktion auszugleichen. "Trotz anhaltender Kämpfe liegt die tägliche Förderung Libyens mittlerweile bei täglich 740 Tausend Fass." Stattdessen sichere sich Saudi-Arabien über weitere Zugeständnisse Marktanteile. Für Oktober-Lieferungen nach Asien habe sich das Land auf nochmals niedrigere Preise eingelassen. Nach Einschätzung von Weinberg werde Saudi-Arabien die Preisspirale nach unten aufgrund steigender Staatsausgaben allerdings nicht endlos dulden können.
Im Handel verbuche Sengfelder hingegen einen Kaufüberhang insbesondere für Produkte mit physisch hinterlegtem Gold. In den Anlegerdepots lande beispielsweise Xetra-Gold, Gold Bullion Securities, ETFS Physical Gold, Source Physical Gold (ISIN DE000A1MECS1 / WKN A1MECS) und db Physical Gold.
Wenger spreche von Zuflüssen bei Gold-ETCs in Höhe von 3,3 Millionen US-Dollar. Platin führe Flow Traders ebenfalls auf der Kaufseite. Anleger hätten sich etwa für den ETFS Physical Platinum interessiert.
Silber sei erstmals seit Anfang Juni phasenweise wieder unter die Marke von 19 US-Dollar pro Feinunze gerutscht. "Insbesondere taktische Investoren sind auf diesem Niveau eingestiegen und haben knapp 7 Millionen US-Dollar in den ETFS Daily Leveraged Silver gesteckt", meine Wenger.
Das Silver Institute gehe für die kommenden zwei Jahre von einer spürbar steigenden Nachfrage unter anderem durch die Photovoltaik-Industrie aus. "Darin sehen Anleger offenbar gute Chancen für eine Trendwende bei Silber." Zu den meist gehandelten Edelmetallprodukten bei Flow Traders gehöre der ETFS Physical Silber (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F). "Hier gab es einen leichten Abgabedruck."
Industriemetall-ETCs würden in Sengfelders Orderbüchern zu den Verlierern gehören. Anleger hätten sich etwa per saldo vom db Industrial Metals Booster Euro Hedged getrennt. Mittel in Höhe von 18,2 Millionen US-Dollar hätten Investoren auf Wochensicht aus dem ETFS Aluminium (ISIN DE000A0KRJS4 / WKN A0KRJS) abgezogen, wie Wenger registriere. "Nach einem Anstieg des Aluminiumpreises von 19 Prozent seit Jahresbeginn nehmen Investoren nun Gewinne mit."
Im Übrigen habe der gesamte Industriemetallsektor laut Weinberg am gestrigen Dienstag unter Druck gestanden. Der Industriemetallindex der London Metall Exchange sei um 2,4 Prozent auf 3.213 Punkte gefallen. Nickel habe auf Schlusskursbasis mit minus 5 Prozent bzw. 1.000 US-Dollar am meisten verloren. Nachdem der Nickelpreis zum Wochenbeginn fast wieder die Marke von 20.000 US-Dollar erreicht habe, notiere das Metall derzeit um 18.700 US-Dollar pro Tonne.
Der jüngste Nickel-Preisanstieg sei zum Teil von spekulativen Anlegern ausgelöst worden, die nun ihre Gewinne mitgenommen hätten, wie Weinberg vermute. Zwar plane die philippinische Regierung nach indonesischem Vorbild ein Exportverbot für unbehandelte Erze. "Allerdings dürften bis dahin noch Jahre vergehen." Der Gesetzentwurf selbst könne durchaus innerhalb von zwei Jahren verabschiedet werden. Die eigentliche Umsetzung werde indes eher fünf Jahre brauchen. "Sorgen vor einer kurzfristigen möglichen Verknappung des globalen Nickelangebots waren wohl verfrüht." (Ausgabe vom 10.09.2014) (11.09.2014/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 35,8235 € | 35,975 € | -0,1515 € | -0,42% | 17.04./21:58 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0292106167 | DBX1LC | 37,02 € | 24,76 € | |
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