Rentenfonds: Der gefährliche Verkauf historischer Ergebnisse


12.02.15 16:44
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Endlich ist es so weit. Nach einer langen Durststrecke nimmt die Popularität von Investmentfonds auch beim breiten Publikum wieder zu, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Statistiken würden eine klare Sprache sprechen:

Die inländischen KAGs hätten im ersten Monat dieses Jahres eine Milliarde Euro einsammeln können, und rund die Hälfte gehe auf das Konto von Publikumsfonds. Was genau passiere da? Um das herauszufinden, müsste man jeden Anleger fragen, ein Blick in die Statistikdetails lasse aber durchaus Rückschlüsse zu: Die Daten der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) würden zeigen, dass primär in Rentenfonds investiert werde, Aktienfonds würden hingegen Ladenhüter bleiben.

Dem durchschnittlichen Sparer gehe offenbar die Geduld aus. Statt Nullzinsen und negativer Realrenditen investiere man in Rentenfonds. Warum das passiere, liege auf der Hand, ihre Renditen über die letzten Jahre hinweg seien dank der ständigen Zinssenkungen äußerst attraktiv gewesen. Ein Fonds wie der Schroder ISF Euro Government Bond habe über die letzten fünf Jahre eine annualisierte Rendite von 6,23 Prozent gebracht, und das praktisch ohne Volatilität.

Die Ankündigung der EZB, bis 2016 massiv Anleihen kaufen zu wollen, mache den Einstieg in diesen Markt auch vermeintlich weiterhin risikolos. Tatsächlich sei das aber keineswegs der Fall, erstens seien weitere Zinssenkungen in dem selben Ausmaß unmöglich (deshalb kaufe die EZB ja Anleihen) und zweitens sei man derzeit Zeuge eines historischen Experiments, das auch schiefgehen könne.

Die Anleihenkäufe der EZB würden den bisherigen Erfolg des Quantitative-Easing-Programms der US-Notenbank zu kopieren versuchen. Das könne, müsse aber nicht funktionieren. Es werde nur klappen, wenn es gelinge, das Wirtschaftswachstum in Europa nennenswert anzukurbeln. Misslingt dies, wird der Schuldenberg über uns zusammenbrechen - wie das genau aussehen wird, ist nicht seriös vorhersagbar, so die Experten von "FONDS professionell". Dass man als Inhaber von Anleihen bzw. Staatsanleihen dabei aber nicht mit Gewinn aussteigen werde, stehe fest.

Aus Beratersicht heiße das, dass man das wieder erwachte Interesse der Anleger an Fonds natürlich nützen sollte, um Neugeschäft zu machen. Wer aber die - leider am leichtesten zu verkaufenden - Anleihenfonds favorisiere, ohne die Kunden auf die damit verbundenen Risiken sowie die auf weitere Sicht verhaltenen Ertragsaussichten hinzuweisen, handele verantwortungslos.

Erfreulicherweise zeigen unsere regelmäßigen Auswertungen der Verkaufsschlager im unabhängigen Vertrieb übrigens, dass die meisten Berater dies schon lange wissen und beherzigen, so die Experten von "FONDS professionell". Sie würden auf das Geschick von Fondsmanagern setzen, die flexibel auf die Situation reagieren würden - und wenn das nötig und sinnvoll sei, auch Aktien beimischen - denn an den Aktienbörsen würden etliche Unternehmen notieren, die schon mehrere Währungsreformen überstanden hätten. (12.02.2015/fc/n/s)





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